Verkehr
18.9.2022
Von vorOrt.news

Schöner, aber teurer

Beschluss für Pflasterung statt Asphaltierung der Gehwege an der Hauptstraße-Nord

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Die Gehwege an der nördlichen Hauptstraße in Tutzing sollen gepflastert, nicht asphaltiert werden © L.G.

Die Gehwege im nördlichen Bereich der Tutzinger Hauptstraße haben eine kontroverse Diskussion wegen der Kosten ausgelöst: Pflasterung oder Asphaltierung? Die Pflasterung mit der so genannten „Münchner Platte“ gilt als ästhetischer und auch als nachhaltiger. Doch sie ist auch teurer: Etwa 50 000 Euro höhere Kosten dürften für sie nach den Angaben im Gemeinderat anfallen.

Im Gemeinderat gab es trotz der Verteuerung nach längerer Debatte einen mehrheitlichen Beschluss für die Pflasterung nördlich der Akademie für politische Bildung mit der so genannten „Münchner Platte“. Dagegen stimmten nach einem Bericht im „Starnberger Merkur“ die vier Ratsmitglieder Ludwig Horn, Dr. Thomas von Mitschke-Collande (beide CSU), Georg Schuster und Dr. Joachim Weber-Guskar (beide FDP).

Bürgermeisterin Marlene Greinwald sieht die Pflasterung unter anderem als Vorteil wegen etlicher Hausanschlüsse in diesem Bereich: Bei neuerlichen Straßenöffnungen werde auf diese Weise kein "Fleckerlteppich" entstehen. Sie bezeichnete die Finanzierung auch angesichts der kommunalen Haushaltslage als möglich.

Dagegen verwiesen die Kritiker auf eine nicht allzu gute Finanzsituation der Gemeinde und mahnten eine Beratung zunächst im Haushaltsausschuss des Gemeinderats an. Kritik geübt hat nach der Sitzung auch die Gruppe „Tutzinger Liste“. Sie äußert sich auf ihrer Webseite verärgert, der Gemeinderat sei unter Druck gesetzt worden, es habe keine vorausschauende Planung und kein finanziell fundiertes Konzept gegeben. https://www.tutzinger-liste.de/blog/asphalt-kies-und-pflaster-bricht-aber-die-diskussion-drueber-nicht/

In einer Pressemitteilung ergänzt die Tutzinger Liste: "Wichtig dabei zu wissen ist, dass unser Bürgerverein Gemeinderat und Straßenbauamt Weilheim bereits in 2015 (!) sein knapp 100-seitiges Arbeitspapier mit erforderlichen Maßnahmen (einschließlich der Frage des Belags) vorgelegt und über seinen Gemeinderat Dr. Wolfgang Behrens-Ramberg einen Antrag zur Sanierung der Hauptstraße eingereicht hat. Die chaotischen und finanziell intransparenten Entscheidungen betreffend des Gehwegsbelags wären nicht erforderlich gewesen, wenn sich die Gemeindeleitung ebenso gründlich auf die Sanierung der Hauptstraße vorbereitet hätte. Die Diskussion am Mittwoch verdeutlichte aber noch ein anderes Tutzinger Problem: Dass Verwaltung und Bürgermeisterin ihren Gemeinderat als Kontrollorgan nicht wirklich ernst nehmen."

Einstimmig hat der Gemeinderat darüber hinaus beschlossen, Flächen von zehn bis 20 Zentimetern von der jeweiligen Hauswand der Privateigentümer weg auf Kosten der Gemeinde pflastern zu lassen.

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