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Gemeinde baut Absperrung ab

Reaktion auf „Vorfall“ vor dem Haus von Ex-Bürgermeister Wanner und seiner Frau

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Kein Durchgang: So sieht es bisher an diesem Teil der Oskar-Schüler-Straße aus © L.G.

Eine überraschende Mitteilung hat Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald gestern zur Sperrung an der Oskar-Schüler-Straße gemacht. „Wir werden die Absperrung abbauen“, kündigte sie im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats an. Die Sperrung vor dem Haus des früheren Tutzinger Bürgermeisters Dr. Stephan Wanner und seiner Frau Dr. Beatrice Rösch-Wanner werde beseitigt.

Als Anlass dafür nannte die Rathauschefin einen „Vorfall“. Worum es sich dabei genau gehandelt hat, dazu machte sie keine näheren Angaben. Sie berichtete über eine anschließende Ortsbegehung mit der Polizei. Daraufhin sei der Abbau der Absperrung beschlossen worden.

Nach Angaben der Bürgermeisterin soll der Gehweg für Fußgänger gesperrt werden, die Fahrbahn soll aber künftig wieder komplett befahrbar sein. Diese Lösung habe die Polizei empfohlen. Eine Unfallgefahr werde darin nicht gesehen. Die Straße werde dann wieder „in normalem Zustand“ sein.

Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) nutzte die Gelegenheit zu scharfer Kritik am früheren Rathauschef: „Es ist für mich ein Skandal, dass ein ehemaliger Bürgermeister so mit den Sozialverpflichtungen des Eigentums umgeht.“ Bürgermeisterin Greinwald sagte dazu: „Das lassen wir jetzt mal so stehen.“ Wanners Name wurde in der Sitzung kein einziges Mal erwähnt. Greinwald sprach von „einem Privatanwesen“.

Wanner und seine Frau haben die vor Jahren vorgenommene Absperrung damit begründet, dass die Gemeinde Tutzing den Grund, der privat sei, über lange Zeit für öffentliche Zwecke genutzt habe, ohne dafür eine Erlaubnis gehabt zu haben. Eine Vereinbarung aus dem Jahr 1964 habe die Gemeinde nie erfüllt. Der Streit reicht bis vor die Bürgermeister-Zeit von Wanner (2008-2014) zurück. Er und seine Frau verlangen 1000 Euro je Quadratmeter für 65 Quadratmeter. Die Gemeinde hatte den Wert laut Wanner im Jahr 2007 auf 2500 Euro festgesetzt. Vor etwa zwei Jahren hat die Gemeinde ein Enteignungsverfahren angestrengt, das offenbar nach wie vor nicht abgeschlossen ist. Ende vorigen Jahres hat Wanner einen Teil des Grundes längs des Hauses pflastern lassen. Dort würden Autostellflächen angelegt, sagte er dazu. Der betreffende Grund sei immer privat gewesen.

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Arbeiten am Gehweg vor Wanners Haus

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Quelle Titelbild: L.G.
ID: 969
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Ei gucke da: alles war nur Show! Jahrelang waren sie hier gefährdet, die Fußgänger und Schulkinder. Da musste die Gemeinde natürlich für Sicherheit sorgen, einen Nebenfußweg einrichten, die Straße verengen. Einfach toll.
Und nun? Alles für die Katz? Weil die Polizei heute sagt, es bestehe keine Unfallgefahr? Vielleicht hätten die Show-Veranstalter die Polizei mal vor Ihrer großen Nummer befragen sollen? Damit wären viel dummes Geschwätz, viel üble Nachrede und einige Kosten vermieden worden. Zum Vorteil Tutzings - aber, zugegebener Maßen, zum Nachteil einiger Gemeinderäte, die immer noch gerne nachtreten, weil sie offenbar bis 2014 zu wenig Hugo aus dem Ratskeller abbekommen haben.
Helge Haaser-Passau
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