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Gartenstadt und Geschosswohnungsbau

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Bernd Pfitzner heute nach seinem Pressegespräch © L.G.

Der Dauerbrenner "bezahlbarer Wohnraum" führt in Tutzing zu Grundsatzdiskussionen über die Bauweise: Bürgermeisterkandidat Bernd Pfitzner hat dies bei einem Pressegespräch zu der Frage verdichtet: "Wieviel Zuzug kann Tutzing verkraften?"

Pfitzner hat ein 100-Tage-Programm für den Fall seiner Wahl zum Bürgermeister vorgestellt. Es enthält neun Hauptpunkte: Gewerbe, Wohnen, kommunale Gebäude, Hauptstraße, Traubing, Schule/Jugend, Hochwasserschutz, ÖPNV und Deutsche Bahn.

An erster Stelle des Programms steht der Besuch der 14 wichtigsten Unternehmen in Tutzing. Noch weitere Akteure der Wirtschaft will Pfitzner besuchen: die Arbeitsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG), das Unternehmen Münchner Grund wegen des Seehof-Areals, den Kreis-Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter wegen der Aufnahme Tutzinger Gewerbeflächen in Datenbanken und die Starnberger Projektentwickler Ehret + Klein wegen der Planungen für das ehemalige Roche-Gelände. Auf dem würde Pfitzner übrigens gern eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe erreichen. Für solche Kombinationen gebe es bereits Modellstädte, sagte er.

Ist die Mindest-Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern haltbar?

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Wie hoch und wie grün sollte es sein? © L.G.

Zum Dauerbrenner-Thema erschwinglicher Wohnraum sagte Pfitzner: "Geschosswohnungsbau ist für mich wichtiger als Einheimischenmodelle." Auf die Frage, ob ihm dabei mehrstöckige Gebäude wie zum Beispiel in der Anton-Bartl-Straße oder an der Kellerwiese vorschweben, sagte er: "Vom Baustil her nicht, man kann es auch gefälliger machen." Er nannte eher Häuser mit Erdgeschoss plus erstem Stock plus ausgebautem Dachgeschoss für erstrebenswert. Entscheidend sei für ihn vor allem, wie dem Zuzugsdruck begegnet werden könne.

Schon mehrmals hat sich Pfitzner auch für Nachverdichtungen im Ort ausgesprochen, statt mehr nach außen zu bauen. Solche Plädoyers fallen auch vor dem Hintergrund der Maßgabe in der Tutzinger Ortsbausatzung auf, dass bei Einfamilienhäusern eine Mindestgröße der Grundstücke von 600 Quadratmetern gefordert wird. Immer wieder war in der Vergangenheit von einem "Gartenstadt-Charakter" Tutzings die Rede, der erhalten werden soll. Bauten auf Grundstücken mit weniger als 600 Quadratmetern werden im Gemeinderat üblicherweise ohne weitere Diskussion unter Hinweis auf die Ortsbausatzung abgelehnt.

Auf die Frage, ob er die Mindestgröße von 600 Quadratmetern als Bürgermeister eventuell zur Disposition stellen würde, sagte Pfitzner: "Man wird darüber diskutieren müssen, wenn es die einzige Möglichkeit ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen." Die Frage sei weniger, ob Gartenstadt oder nicht, sondern wieviel Zuzug Tutzing verkrafte. Auf die im Gemeinderat verbreitete Kritik an zu viel Verdichtung und "Riegelwirkungen" etlicher geplanter Bauten angesprochen, sagte er: "Man muss natürlich schauen, dass es verträglich ist."

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Geschosswohnungsbau - es fragt sich nur wie: Blick in die Siedlung an der Anton-Bartl-Straße und der Kirschner-Straße in Tutzing © L.G.

Gymnasium: Zusammenarbeit mit dem Landkreis "ganz schwierig"

"Ganz schwierig" ist nach Pfitzners Worten zurzeit die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt beim Gymnasium Tutzing. Der Landkreis Starnberg hat sich vor einiger Zeit verpflichtet, 90 Prozent der Finanzierung zu übernehmen, doch der Verwaltungsaufwand ist laut Pfitzner relativ groß. "Die wollen immer komplette Pakete haben", sagte er. Es gebe einen relativ großen Abstimmungsbedarf. Pfitzner sprach sich deshalb dafür aus, das Gymnasium komplett an den Landkreis abzugeben.

Bei dem Pressegespräch zeigte sich Pfitzner ein wenig verwundert über die Post: Er hatte bei ihr eine Wurfsendung an alle Tutzinger Haushalte aufgegeben und damit gerechnet, dass sie zwischen Weihnachten und Silvester verteilt werden würde - doch das ist nach seinen Angaben nicht geschehen. Ihm sei gesagt worden, berichtete er, dass die Postwurfsendung innerhalb von drei Tagen in diesem Zeitraum in die Haushalte gebracht werden würde. 700 Euro habe man dafür gezahlt. Auch Wahlplakate gezielt der Grünen sind abgerissen worden, wie Pfitzner mitteilte. Es werde nun nachplakatiert.

Heute Nachmittag war Pfitzner in Diemendorf im Trachtenheim, um sich von Diemendorfern und Kampbergern über wichtige Themen ihrer Ortsteile informieren zu lassen. Heute Abend ist er nochmals im Diemendorfer Trachtenheim, um ein weiteres Mal mit Bürgern aus Diemendorf, Kampberg und auch aus Monatshausen zu diskutieren.

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Soll das Gymnasium komplett an den Landkreis übertragen werden? © L.G.
Quelle Titelbild: L.G.
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