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Firma Steinmüller verlässt Tutzing

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Er wäre gern in Tutzing geblieben: Jürgen Steinmüller (re.) vor einer Stickmaschine. Links Produktionsleiter Vitor Duarte © L.G.

Tutzing verliert eine alteingesessene und ausgesprochen wachstumsstarke Firma: Die auf Unternehmenskleidung spezialsierte Steinmüller GmbH & Co. KG will nach Wieling umziehen. Sie produziert und veredelt jährlich rund 1,1 Millionen Bekleidungsstücke. Nach einer Untersuchung des Magazins "Focus-Business" gehört sie im Bereich produzierendes und verarbeitendes Gewerbe zu den zehn am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland.

Unter den Kunden sind so renommierte Unternehmen wie Bosch und Porsche, Hyundai, Mercedes, VW, Bogner, Kjus und der Bayerische Skiverband.

Anfang der 1950er Jahre hatten die Eltern von Jürgen Steinmüller die Firma gegründet. Über Jahrzehnte hat sie sich als Stickerei einen Namen gemacht. Jürgen Steinmüller hat sie in zweiter Familiengeneration zu einem angesehenen Spezialanbieter für Arbeitskleidung entwickelt.

"Amazon für Unternehmenskleidung"

Mit ausgefeilten Komplettlösungen werden 5000 bis 6000 Kunden beliefert. Steinmüller beschreit das Konzept mit "Amazon für Arbeitskleidung" oder "Amazon für Unternehmenskleidung". Im Fachjargon ist die Rede von "e-procurement Lösungen für Workwear". Für Unternehmenskunden wie zum Beispiel Bosch werden die Kleidungssortimente fix und fertig vorbereitet, und die Mitarbeiter können daraus dann je nach ihrem Budget bestellen.

Bisher ist das Unternehmen am Tutzinger Pauliweg ansässig. Man würde kaum vermuten, dass in dem wohnlich wirkenden Gebäude eine expansive Firma mit 16 Mitarbeitern tätig ist. Logistikpartner ist K+L Ruppert in Weilheim. Von dort aus werden die Produkte unter dem Namen Steinmüller an die Kunden verschickt.

Kräftiges weiteres Firmenwachstum erwartet

Jürgen Steinmüller sagt, dass er gern mit seinem Unternehmen in Tutzing geblieben wäre. Doch für die weitere Expansion brauche er dringend mehr Flächen. Darüber sei er mit der Gemeinde schon lange in Gesprächen gewesen, doch es habe sich keine Lösung ergeben. Steinmüller bedauert das: „Es hat nicht sollen sein.“

Nun steht die Entscheidung jedenfalls fest: Die Firma Steinmüller wird auf dem neuen Gewerbegebiet in Wieling ein neues Gebäude errichten. Dort soll auch ein „Showroom“ mit Schaufenstern nahe der Bundesstraße 2 entstehen. Steinmüller rechnet dort mit deutlichem weiteren Wachstum, nach beträchtlichem Zuwachs schon bisher - nach Angaben des Firmenchefs durchschnittlich um 39 Prozent im Jahr. Auch die Belegschaft soll ausgeweitet werden.

Das erste neue Unternehmen auf dem Wielinger Gewerbegebiet ist Packsys, ein bisher in Starnberg ansässiger Spezialist für pharmazeutische Verpackungen sowie Dosiersysteme. Sein Gebäude ist am Donnerstagabend eingeweiht worden. Der Architekt des neuen Steinmüller-Firmengebäudes in Wieling, Michael Wissnet, hat sein Büro übrigens in Tutzing.

Quelle Titelbild: L.G.
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Comments

Sehr sehr schade für Tutzing und seine Gewerbesteuerkasse - aber große Gratulation an Jürgen Steinmüller!
Helge Haaser Passau
(Bearbeitet)
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