Energie
28.8.2026
Von vorOrt.news

Vom Sonnendach bis zum Erbfall

Die Initiative "MiTeinander" bringt am 10. Oktober bei einer Energiemesse in Tutzing wichtige Akteure zusammen

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Das Tutzinger Rathaus als Wegweiser: Auch bei einer gut besuchten Veranstaltung zum Thema Energie Ende April gab es im Sitzungssaal schon Informationsangebote, die viel Interesse fanden © L.G.

Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher, Dämmung, Förderantrag: Wer sein Haus energetisch auf Vordermann bringen will, steht schnell vor einem Berg aus Fachbegriffen, Angeboten und Vorschriften. Am Samstag, dem 10. Oktober 2026 soll dieser Berg im Tutzinger Rathaus etwas kleiner werden. Von 10 bis 17 Uhr findet dort eine Energiemesse statt, mit Fachvorträgen, persönlicher Beratung und einer Ausstellung regionaler Unternehmen und Institutionen. Der Besuch ist kostenlos, anmelden muss sich niemand.

Im Mittelpunkt stehen Lösungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung und für die Modernisierung von Gebäuden: von Photovoltaik, Wärmepumpen und Energiespeichern über die energetische Sanierung und Fördermöglichkeiten bis hin zu Finanzierung und Energieberatung.

Auffällig ist ein Thema, das bei solchen Messen sonst eher selten vorkommt: der Werterhalt von Immobilien. Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn wird in einer Pressemitteilung der Veranstalter so zitiert: „Viele Menschen möchten ihre Energiekosten senken oder ihre Immobilie fit für die Zukunft machen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen.“ Die Energiemesse biete die Möglichkeit, sich unabhängig zu informieren und direkt mit Handwerkern ins Gespräch zu kommen. Auch im Fall von Verkauf oder Vererben von Eigenheimen gebe es Hinweise und Beratung.

Von Verbraucherschützern bis zu "Solarteuren"

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Das vorläufige Programm der Energiemesse am 10. Oktober dieses Jahres im Tutzinger Rathaus (zum Vergrößern bitte anklicken)

Umfangreiche Informationen werden angekündigt. Dabei sein sollen unabhängige Angebote der Verbraucherzentrale, handwerkliche Fachkräfte für erneuerbare Energietechnik und besonders Solaranlagen – so genannte „Solarteure“ -, Heizungsfachbetriebe, Anbieter von Wärmepumpen und Banken. Sie alle werden nach Angaben der Veranstalter über ihre Leistungen berichten und individuelle Fragen beantworten.

In einem Vortragsprogramm sollen darüber hinaus aktuelle Themen der Energiewende aufgegriffen werden – von Photovoltaik und Wärmepumpen über Sanierung und Förderprogramme bis zum Wohnen im Alter und zum „Energy Sharing“, der gemeinschaftlichen Nutzung von selbst erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien mit anderen Personen, Nachbarn oder Unternehmen über das öffentliche Stromnetz.

Die Messe kommt nicht aus dem Nichts. Sie ist Teil des Programms der Initiative „MiTeinander“, die in Tutzing gemeinsam mit lokalen Akteuren vor allem in den Bereichen Energie und Wirtschaft etwas voranbringen soll. In zwei Arbeitskreisen wirken Mitglieder des Gemeinderats mit, dazu Unternehmer und Vertreter der Starnberger Wirtschaftsfördergesellschaft gwt. Hauptinitiator ist Nick Tewes aus Stockdorf, der mit seiner gemeinnützigen Gesellschaft JoinTransition nach eigenen Angaben „kommunale Transitionen“ begleitet. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Initiative im Frühjahr im Rathaus – vor vollem Saal und mit einer Fülle an Ideen, die manche Besucher ebenso beeindruckte wie verwirrte. Im Juni war JoinTransition zudem Kooperationspartner eines Akademiegesprächs in der Akademie für Politische Bildung über die Rolle der Kommunen bei den großen Transformationsaufgaben.

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Viele Fragen: Bei der Energiemesse soll es Antworten geben

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Großer Gesprächsbedarf wurde bei der ersten Veranstaltung der Initiative "MiTeinander" zum Thema Energie Ende April im Sitzungssaal des Tutzinger Rathauses deutlich © L.G.

Bis zum Jahresende sind weitere Programmpunkte vorgesehen: eine Online-Veranstaltung „Energie managen“ mit Startups, eine „MiT-Geh-Tour“ zu vier beispielhaften Orten im Ort, die Vorstellung Tutzinger „Energiehelden“, Unterstützungsangebote für Wohnungseigentümergemeinschaften und ganze Quartiere sowie Energieprojekte an den Tutzinger Schulen. Die Energiemesse ist davon der bislang größte öffentliche Termin.

Veranstalter sind die Gemeinde Tutzing, die Volkshochschule, die Initiative „MiTeinander“ und KLIMA³, die Energieagentur der Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech. Deren Leiter Andreas Weigandt hatte im Frühjahr im Rathaus von sprunghaft gestiegenen Anfragen zu Wärmepumpen berichtet und sich zugleich über die Lage in Tutzing zufrieden gezeigt: „Um Tutzing mache ich mir keine Sorgen.“ Die Agentur betreut nach eigenen Angaben 68 Kommunen und ist auch in der Energieberatung für Privatleute aktiv.

Der Nutzen einer solchen Messe liegt weniger im Verkauf als in der Orientierung. Bei der Veranstaltung im Frühjahr wurde deutlich, wie sehr die häufig wechselnden politischen Rahmenbedingungen viele Hauseigentümer verunsichern. „Wie sicher ist eine realistische Rechnung?“, fragte damals ein Besucher, der seit dem Jahr 2000 in der Hofmairstraße wohnt und schon mehrere Förderphasen erlebt hat. Wer an einem Tag unabhängige Beratung, Handwerksbetriebe und Förderinformationen an einem Ort antrifft, kann solche Fragen gebündelt stellen.

Hinzu kommt der lokale Aspekt: Tutzing arbeitet derzeit an der kommunalen Wärmeplanung, an einem kleinen Wärmenetz mitten im Ort und an der Frage, ob sich Wärme aus dem Starnberger See gewinnen lässt. Und am kommmenden Mittwoch startet die Genossenschaft Bürgerenergie Tutzing eG neben der Bundesstraße 2 an der Abzweigung nach Kerschlach mit dem ersten Spatenstich den Bau ihres lange vorbereiteten Bürgerenergiepark mit einer 6 MWp starken Agri-Photovoltaikanlage. Mit der Kraft der Sonne

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