Bei der neuen Nutzung der so genannten „Albers-Villa“ und ihres Grundstücks sind nach Auffassung der Gemeinde Tutzing zu wenig Auto-Stellplätze geplant. Die in Garatshausen (Gemeinde Feldafing) befindliche Villa, in der der Schauspieler Hans Albers lange gewohnt hat, soll künftig als Standort für die „Junge Akademie“ der Technischen Universität München dienen. Zu diesem Zweck soll sie durch den Neubau zweier eingeschossiger Seminargebäude ergänzt werden.
Das Landhaus, das auch heute noch das Hauptgebäude des Anwesens ist, wurde 1865 errichtet. Hans Albers erwarb die malerische Immobilie mit ausgedehntem Park, Bergblick und direktem Seezugang 1934. Er lebte dort bis zu seinem Tod 1960. Seine Lebensgefährtin Hansi Burg verkaufte das Anwesen, das er ihr vermacht hatte, an den Freistaat Bayern. Der nutzte es von 1978 bis 2009 als Versuchs- und Ausbildungsstation der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei und übertrug das Nutzungsrecht vor einigen Jahren an die Technische Universität.
Teile des Grundstücks sollen künftig dauerhaft öffentlich zugänglich sein
Dies führte zu heftigen Widerständen und sogar einer Petition "Albers für alle", weil – auch wegen einer entsprechenden Auflage von Hansi Burg - eine öffentliche Nutzung des Anwesens verlangt wurde. Ein Verein „Respect & Remember e.V.“ wollte die Hans-Albers-Villa unter Hinweis auf die jüdische Herkunft von Hansi Burg und ihre schwierige, dann wieder neu belebte Beziehung zu Hans Albers in und nach der Zeit des Nationalsozialismus zu einem öffentlich zugänglichen Begegnungsort und einem deutsch-jüdischen Erinnerungsort machen.
Nach heftigen Kontroversen lehnte der Haushalts- und Finanzausschuss des bayerischen Landtags eine Berücksichtigung der Petition 2022 ab und bestätigte die Übertragung der Nutzung auf die Technische Universität. Wohl als Reaktion auf die Kritik sollen Teile des Grundstücks künftig dauerhaft öffentlich zugänglich sein, Teile nur zu Öffnungszeiten und teilweise auch sonntags.
Gemeinde Feldafing soll mehr Stellplätze anordnen
Im öffentlichen Auslegungsverfahren des zurzeit in Arbeit befindlichen Bebauungsplans der Gemeinde Feldafing wird Tutzing als Nachbargemeinde beteiligt. Mit diesem Thema war kürzlich auch der Bau- und Ortsplanungsausschuss des Tutzinger Gemeinderats befasst. Die geplante zusätzliche Bebauung des Albers-Grundstücks hält die Gemeinde Tutzing zwar für unproblematisch. Doch dies dürfe nicht zu einer zusätzlichen Verschlechterung der verkehrlichen Situation in diesem Bereich führen.
Die Gemeinde Tutzing weist darauf hin, dass die Hans-Albers-Straße vor allem während der Sommermonate sehr stark frequentiert ist, hauptsächlich durch Badegäste, Touristen und Spaziergänger. Sowohl das öffentliche Freibad und der vorgelagerte öffentliche Parkplatz als auch die „Albers-Villa“ würden über die Hans-Albers-Straße erschlossen. Sie sei für den öffentlichen Bereich Rettungszufahrt und müsse entsprechend freigehalten werden.
Die Stellplatzsituation ist nach Auffassung der Gemeinde Tutzing schwierig. Im derzeit öffentlich ausliegenden Bebauungsplanentwurf für das Albers-Grundstück werden nach ihren Angaben 13 Stellplätze eingeplant. Dies erscheine für die Nutzungskonzeption als zu wenig. Deshalb bittet die Gemeinde Tutzing die Gemeinde Feldafing, die Stellplätze „im Sinne einer positiveren Erschließungssituation“ nochmals zu überdenken und mehr Stellplätze anzuordnen.
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