Verkehr
22.10.2026
Von vorOrt.news

Neuer Anlauf in Unterzeismering

Gemeinde Tutzing plant Gehweg in eigener Regie, da fürs Staatliche Bauamt andere Projekte vorrangig sind

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In Unterzeismering gibt es schon lange Wünsche für sicherere Fußgänger- und Radwege © L.G.

Beschlossen ist er seit Juni 2025, gebaut ist er bis heute nicht: der Gehweg in Unterzeismering samt Verkehrsinsel. Das Geld dafür war im Haushalt 2026 nicht genehmigt worden, das Projekt wurde zurückgestellt. Nun wird ein Ingenieurbüro Ott mit der Planung – auch für eine Fußgängerquerung – beauftragt. Die Baukosten werden auf rund 110000 Euro geschätzt.

Schon Mitte 2025 hatte der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Tutzinger Gemeinderats das Ziel bekräftigt, eine ganzheitliche Lösung für den Radverkehr von Tutzing über Unterzeismering nach Bernried anzustreben. Beschlossen wurden damals ein Gehweg in einfacher Ausführung im Ortsbereich und parallel die Planung einer Querungshilfe. Daraufhin holte die Verwaltung ein Angebot ein und meldete die Kosten für den Haushalt 2026 an, doch weil die Mittel nicht genehmigt wurden, blieb das Vorhaben liegen. Nun folgt der zweite Anlauf.

Die bisherigen Abstimmungen mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim, dem Landratsamt Starnberg und der Polizei Starnberg brachten allerdings eher ernüchternde Ergebnisse: Fahrradschutzstreifen sind nur innerorts zulässig, der betroffene Abschnitt liegt aber teilweise außerorts. Auch im innerörtlichen Teil würde das Landratsamt keine Schutzstreifen anordnen – eine stichprobenartige Kontrolle der Steigung habe keine nennenswerten Werte ergeben. Das Ortsschild weiter nach außen zu versetzen, wäre eine elegante Abhilfe gewesen. Laut Landratsamt gibt es dafür jedoch keine Rechtsgrundlage. Eine Verkehrsinsel wiederum wäre nach den Richtlinien nur möglich, wenn die Gehwege daneben breiter als die vorhandenen rund 1,50 Meter ausfallen. Eine Bremsinsel darf die Gemeinde in der Staatsstraße zwar selbst errichten – sie muss sie dann aber auch komplett bezahlen, solange kein anerkannter Querungsbedarf besteht.

Der Radweg endet im Süden plötzlich

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Im Süden von Unterzeismering endet der Radweg plötzlich (hinten links) - und viele setzen ihre Fahrt erst mal auf dem Gehweg fort

Obwohl bei der Bernrieder Straße, die eine Staatsstraße ist, das Staatliche Bauamt Weilheim als Straßenbaulastträger und das Landratsamt Starnberg als Verkehrsbehörde sowie die Polizei Starnberg mitreden, kann die Gemeinde Tutzing den Gehweg im Ortsbereich in eigener Regie bauen – allerdings auch auf eigene Kosten. Vorgesehen ist eine einfache Ausführung, wie es sie bereits in Diemendorf gibt, etwa mit Kiesbelag und Pfosten.

Im Bereich der Hausnummern 10 und 12 müssten zusätzlich Böschungsmauern errichtet werden. Profitieren sollen vor allem Fußgänger und Radfahrer, die in der Ortsdurchfahrt bislang auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Wie Radler künftig am Ortsrand geführt werden, soll bei einer Verkehrsschau von Landratsamt, Polizei und Staatlichem Bauamt geklärt werden. Besonders interessant ist dabei das Ende des Radwegs aus Richtung Süden. Als Richtwert für die Fahrbahnbreite nennen die bayerischen Musterblätter 6,75 Meter.

Das größere Vorhaben ist ein gemeinsamer Fuß- und Radweg zwischen Unterzeismering und Tutzing entlang der Bernrieder Straße. Der vorhandene Fußweg gilt als zu schmal: Um ihn für Radler freizugeben, müsste er um etwa einen Meter verbreitert werden. Das geht nur mit Grundstückszukäufen, von denen mehrere Eigentümer betroffen wären. Beim Staatlichen Bauamt hält man diesen Ansatz für grundsätzlich sinnvoll, allerdings für sehr aufwendig – und andere Projekte wie die Radwege Herrsching–Breitbrunn und Herrsching–Andechs werden als vorrangig betrachtet. Inzwischen ist klar, dass das Staatliche Bauamt die Grundstücksverhandlungen nicht selbst führen wird, sondern sie der Gemeinde Tutzing überlässt. Die Verwaltung hat die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer angeschrieben und wartet nun auf deren Rückmeldungen.

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