Die einen sind zu Fuß unterwegs, die anderen mit dem Rad: Das führt gerade auf den Wegen am Ufer des Starnberger Sees immer wieder zu Konflikten. Eine Diskussion, die darüber vor den Sommerferien im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss des Gemeinderats geführt worden ist, zieht nun ihre Kreise (siehe Kommentare unten auf dieser Seite).
Auch neue Vorschläge werden vorgebracht. Inken Clarkson hat in der Nachbargemeinde Bernried eine Markierung entdeckt, die ihrer Meinung nach auch in Tutzing sinnvoll wäre (siehe Foto). "Unsere Bernrieder Nachbarn haben meines Erachtens eine gute Lösung gefunden", schreibt sie uns: "Klare Ansage, pragmatisch, kostengünstig, sofort umsetzbar und für alle Wetterlagen/Jahreszeiten gleichermaßen gültig." Dies könne auch in Tutzing für alle Seewege anwendbar sein.
Im Ausschuss wurde auf plakative Plädoyers für rücksichtsvolles Verhalten verwiesen. Solche Aufforderungen gibt es mit Hinweisen auf so genannte "Miteinander-Wege". Aber die Meinungen gehen auseinander. Manche halten es für sinnvoll, den Radverkehr nur noch auf bestimmten Wegen zuzulassen.
Den Anstoß für diese Diskussion hatten Hinweise von verschiedenen Seiten aus der Tutzinger Bevölkerung auf kritische Verhaltesweisen nicht weniger Radfahrer im Kustermannpark gegeben. Dort seien Radfahrer "zügig und teils unaufmerksam“ unterwegs, berichtete die Verkehrsabteilung der Gemeinde im Ausschuss. Das Verhalten der Radfahrer könne gelegentlich zu gefährlichen Situationen für andere Parknutzer oder andere Fahrradfahrer führen.
Aus diesem Grund wurde im Gemeinderat eine Beschränkung des Radverkehrs im Kustermannpark auf bestimmte Wege angeregt. Der direkt am Seeufer entlang verlaufende Nemes-Weg soll eventuell für den Radverkehr gesperrt werden, weil neben ihm bei schönem Wetter viel Badbetrieb herrscht und Kinder herumlaufen. Stattdessen soll der Radverkehr vielleicht nur noch – in Fortsetzung der Lindenallee nach Norden - über den etwas höher gelegenen Georg-Roth-Weg laufen. Diese Route wurde in der Sitzung auch als Teil des offiziellen Radwegs um den Starnberger See bezeichnet.
Nemes-Weg im Kustermannpark nur noch für Fußgänger?
Auf der Brahmspromenade in Tutzing gibt es den Versuch einer Trennung von Fußgängern und Radfahrern. Dort ist der Radverkehr nur auf dem oberen Weg erlaubt, der ufernahe untere Weg ist Fußgängern vorbehalten. Alle halten sich aber nicht daran, auch auf dem unteren Weg fahren immer wieder Radler. Im Ausschuss kamen auch Zweifel auf, ob es wirklich gelingen werde, die Radfahrer vom Nemes-Weg fernzuhalten.
Florian Schotter (CSU) riet dennoch, es mit dem Nemes-Weg als einem Fußgängerweg zu versuchen. Er wies darauf hin, dass Kinder dort trotzdem mit dem Rad fahren dürften.
Claus Piesch (Freie Wähler) bezeichnet eine Sperrung des Nemes-Weges für Radelnde in einem Kommentar unten auf dieser Seite dagegen als indiskutabel: "Selbst wenn radeln dort grundsätzlich verboten werden würde, dürften Kinder mit ihren Eltern dort fahren und auch andere würden sich einfach nicht daran halten. Das würde sich zu viel Ärger führen."
Im Ausschuss regte Piesch Doppelbügel am nördlichen und am südlichen Zugang zum Kustermannpark an, wie sie auch am Seeuferweg zwischen Nordbad und Freibad aufgestellt worden sind. In diesem Bereich ist das Radfahren verboten, doch dessen ungeachtet radeln viele dort durch. Auch solche Schilder sind nach Meinung von Piesch ungeeignet. Ergänzend zu den Schildern "Fußweg/Räder frei" wäre seiner Meinung nach die Aufstellung von Schildern "Miteinander-Weg" sinnvoller. Auf solche Zusatzschilder hatte auch Gemeinderat Dr.. Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) schon einmal hingewiesen, wie Bürgermeister Ludwig Horn im Ausschuss sagte.
Der Nemes-Weg ist geteert, was ihn als besser geeignet für den Radverkehr erscheinen lassen könnte. Der Georg-Roth-Weg dagegen ist nicht geteert und auch schmaler. Er mündet unweit des Kreisverkehrs auf die Hauptstraße. Von Norden kommende Radfahrer könnten dann nicht mehr, wie bisher, gegenüber der Shell-Tankstelle, wo sich eine Ampel befindet, in den Kustermannpark abbiegen, sondern erst weiter südlich an einer unübersichtlicheren Stelle in einer Kurve, wo keine Ampel steht.
Dr. Thomas von Mitschke-Collande (CSU) sagte im Ausschuss: „Viele Radfahrer fahren rücksichtsvoll, viele aber auch nicht." Bürgermeister Horn hätte es, wie er sagte, am liebsten, wenn alle Wege frei benutzt werden könnten und alle aufeinander Rücksicht nähmen. Durch die gleich von mehreren verschiedenen Seiten vorgebrachte Kritik am Radverkehr im Kustermannpark zeigte er sich aber vom Regelungsbedarf überzeugt.
Um auf die Probleme aufmerksam zu machen und für rücksichtsvolles Radfahren zu werben, regte Piesch eine gemeinsame Aktion mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC an, in dessen Tutzinger Ortsgruppe er stellvertretender Vorsitzender ist.
„Da können Sie Schilder aufstellen, so viele sie wollen - die rasen trotzdem über den Spielplatz"
Beispielhaft wurde im Ausschuss immer wieder auf die Brahmspromenade verwiesen. Beim dortigen Spielplatz führen immer wieder Radfahrer durch, obwohl dies dort nicht erlaubt ist. „Da laufen die Kinder hin und her“, sagte Christine Nimbach (fraktionslos) verständnislos: „Da muss man doch Rücksicht nehmen.“ Auch für Caroline Krug (ÖDP) hilft nur das „Zauberwort“ Rücksichtnahme, doch da macht sie sich wenig Hoffnung: „Da können Sie Schilder aufstellen, so viele sie wollen“, sagte sie: „Die rasen trotzdem über den Spielplatz.“
Es sei schwer zu verstehen, sagte Dr. Joaschim Weber-Guskar (FDP), warum am Nemes-Weg oder am Spielplatz die Leute „mit Vollgas“ durchführen. „Wenn wir uns nicht mehr auf Rücksichtnahme verlassen können – worauf dann?“ fragte Flora Weichmann (Grüne). „Dann bräuchten wir gar nichts mehr beschließen“, meinte sie.
Caroline Krug erkundigte sich, ob noch jemand über die Parks gehe und die Menschen bei derartigem Verhalten anspreche. „Wir haben immer noch die Seestreife“, erwiderte Bürgermeister Horn, „aber nicht mehr in dem Maß wie früher.“

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Kommentare
-> Keine Sperrung am Nemesweg.
-> Weiterhin auf das respekt- & rücksichtsvolle Miteinander setzen und fördern.
-> Beim Miteinander können & sollten sich alle Betreiligten selbst noch verbessern!
P.S. zudem werden Fahrradfahrer deswegen trotzdem weiter dort fahren
Also auf der Straße steht genau gross wie auf einem Bild hier schon - wer „Vorrang“ hat - peinlich ist es eher wenn es in jeder Seegemeinde möglich ist - nur wieder nicht in Tutzing - der Fuß und Radweg zwischen Garatshausen und dem Feldafinger Park ist „eng“ trotzdem keine Frage , ob beide dort aktiv sein können - also bitte - alles gut….(wenn es genau nur in Tutzing so brutal ist - dann macht halt gelegentlich Stichproben mit dem Ordnungsamt )
Ich habe mir die Arbeit gemacht im offiziellen und interaktiven UNFALLATLAS das Unfallgeschehen im Kustermannpark zu recherchieren und habe dabei folgende Zahlen gefunden:
2024: -> 1 Unfall am Nemesweg zwischen Fußgänger & Radfahrer mit Leichtverletzten (keine stationäre Versorgung notwendig).
2023: -> Keine Unfälle am Nemesweg, aber 1 Unfall zwischen Fußgänger & Radfahrer mit Leichtverletzten am Georg Roth Weg.
2022: -> Keine Unfälle mit Verletzten; weder am Nemesweg noch am Georg Roth Weg.
2021: -> 1 Unfall mit Leichtverletzten nur mit Radfahrerbeteiligung am Nemesweg.
2016 - 2020: Keine entsprechenden Vorkommnisse am Nemesweg oder am Georg Roth Weg.
So sind die offiziellen Unfallzahlen.
In 9 Jahren gab es 3 Vorfälle mit leichten Verletzungen; keine Vorfälle mit schlimmeren Folgen.
Die jeweilige "Schuldfrage" kann man aus diesen Daten nicht entnehmen.
Mag sein, dass da nicht bei jeder Kleinigkeit die Polizei benachrichtigt wurde; das waren dann eben Bagatellen.
Trotzdem ... Rücksichtnahme & Aufmerksamkeit auch beim Fuß- & Radlverkehr schaden nie!
Wer sich selbst über Tutzing oder andere Orte in Deutschland informieren möchte:
https://unfallatlas.statistikportal.de/
Schild "Fußweg" aufstellen, mit Zusatzschild "Radfahren im Schritttempo erlaubt" ggf. zusätzlich "Fußgänger haben Vorrang".
Gleiches gilt für den Weg Nordbad - Freibad
Uns geht es vielmehr darum, das gegenseitige Verständnis und die Rücksichtnahme zu fördern. Wenn sich alle Gruppen – Radfahrer, Fußgänger (auch mit Hund), Badegäste – so verhalten, dass sie aufeinander achten, wäre bereits viel gewonnen.
Sensibilisierung und klare Hinweise, etwa durch gut platzierte Schilder, wie sie Herr Piesch beantragt hat, können dabei unterstützen. Wer sich dennoch rücksichtslos verhält, lässt sich auch durch Verbote kaum aufhalten.
Ich bin selbst täglich zu Fuß und mit Rad unterwegs und habe den Eindruck, dass die Situation in der Praxis oft weniger dramatisch ist, als sie mitunter dargestellt wird – auch wenn das subjektive Erleben natürlich unterschiedlich sein kann.
Ich hoffe sehr, dass sich der Gemeinderat nicht vor den Karren einiger weniger spannen lässt, die vielleicht einmal eine negative Erfahrung gemacht haben. In vielen Fällen tragen ohnehin beide Seiten zum Konflikt bei: Fußgänger stehen in Gruppen und lassen Radfahrern keinen Platz zum Durchfahren, Radfahrer reagieren dann mit Klingeln und lautem Schimpfen – da kann sich die Stimmung schnell aufschaukeln. Auch mit Hunden - was ein eigenes Thema wert wäre - ist es manchmal schwierig – sie wollen weder angefahren noch angekläfft werden, und Radfahrer wollen verständlicherweise nicht ausweichen müssen oder erschreckt werden.
Wichtig wäre ein respektvolles Miteinander – das lässt sich durch gegenseitige Rücksichtnahme besser erreichen als durch neue Verbote. Mit einem dezenten Klingeln und einem netten Danke bin ich noch bei jedem Fussgänger ohne Probleme und Ärger mit dem Rad vorbei gekommen.
Das heißt aber auch, baden und lagern verboten und wenn auch nur einer der Fußgänger länger als a bisserl verweilt, Zack, Anzeige zwengs illegaler Lagerei...
Vielleicht leben und leben lassen und a Weng entspannter durchs Leben ziehen.
Wäre nicht der erste Schritt eine verbesserte Beschilderung. Zum Beispiel sechs Schilder entlang des Kustermannparks in regelmäßigem Abstand. (Eingang, Café Momo, Abzweig Volleyballfeld, Abzweig Johannishügel, Museumsschiff, Ausgang Yacht Club). Eine Tempo Beschilderung wiederholt sich auch nach einer Kreuzung. Da setzt man auch nicht auf das gute Gedächtnis der Verkehrsteilnehmer.
Auf diesen Schildern gerne der Apell von Hr. Rekus in Kurzform (ob es dann die Form des Miteinander-Wegs ist oder Fußgängerweg, "Radfahrer Rücksicht nehmen + Schritt Geschwindigkeit" ist zu entscheiden). Ein pauschales Verbot darf in meinen Augen nur der letzte Schritt sein, wenn man vorherige versucht hat.
Wie finden wir als Tutzinger jetzt wieder zusammen?
Nehmem wir die jeweilige Kritik nicht persönlich, aber bitte ernst.
Versuchen wir daraus zu lernen, und uns selbst zukünftig einfach ein wenig gelassener, freundlicher, & rücksichtsvoller zu verhalten.
Im Grunde wollen wir im Kustermannpark (aber auch an der Brahmspromenade, usw.) alle nur eine schöne, entspannte Zeit haben.
DARIN UNTERSCHEIDEN WIR UNS NICHT - DA GLEICHEN WIR UNS ALLE !
Bitte gehen wir auch dementsprechend miteinander um.
„Raser“ -gibt es immer und überall - aber das ist sicher nicht die Mehrzahl - ein nervender Punkt ist aber ebenfalls - was aber nicht nur das Phänomen im Kustermannpark ist - die Leute , die zu Fuß gehen - müssen zu 90% immer ! mitten ! in der Straße
-> nebeneinander gehen - evtl auch da mal auf einer Seite gehen - dann kann es zu solchen „Problemen wie es jetzt einige hier machen“ eigentlich auch nicht mehr kommen…
Wie so ziemlich jedes Mal, rauschten wieder Radler vorbei. In diesem Fall eine „freundliche“ Touristen-Familie auf Pedelecs. „Freundlich“, weil man als Fußgänger auf den Hinweis, doch bitte langsamer zu fahren, nur eine unverschämte Antwort erhält.
An dieser Stelle an Herrn Schlingermann den Hinweis, dass es die „Schrittgeschwindigkeits-Schilder“ längst im Kustermannpark gibt. Offensichtlich beachtet die niemand.
Wenn man jeden Tag am See spazieren geht, erlebt man das ganze Repertoire - vom gezeigten Mittelfinger über entsprechende Beschimpfungen bis hin zur ungebremsten Fahrt auf den Hund zu. Das ist aber längst nicht alles: Selbst für Rollstuhlfahrer gibt es kein Pardon, alles schon erlebt.
Wenn die hier Diskutierenden meinen, das sei eine Minderheit, dann müssen wir widersprechen. Es ist eine Minderheit, die noch Rücksicht nimmt - oder sich bedankt, wenn man sie vorbeilässt. Die Mehrheit verhält sich so, wie es heutzutage anscheinend viele Menschen tun, die sich in der Anonymität wähnen - unverschämt, unkooperativ und auch gern mal aggressiv.
Teilweise könnte man meinen, die Tour de France führt durch den Tutzinger Kustermannpark. Und inzwischen ist es auch egal, wohin man geht. Ob Johannishügel, Pähler-Schlucht, Waldschmidt-Schlucht: Selbst auf den abgelegensten Wegen kommen einem Radler entgegen. Dank der Hilfsmotoren sind keine Grenzen mehr gesetzt. Sogar ältere Zeitgenossen, die sonst eher unsicher unterwegs sind, entdecken da ihre Liebe zur Geschwindigkeit anscheinend nochmal ganz neu. Vielleicht sind eine langsame Fahrt - oder gar ein Abbremsen - auch einfach nur zu gefährlich, wer weiß das schon?
Ach so: Weil hier Eltern mit Kindern genannt wurden, auf die doch bitte Rücksicht genommen werden sollte - es sind durchaus auch Eltern mit Lastenrädern und Kindern, die sich an nichts halten. Da braucht man sich dann über wachsende Rücksichtslosigkeit natürlich nicht mehr zu wundern.
Mit diesen Erlebnissen sind wir übrigens nicht allein - und vielleicht wollen diejenigen, die meinen, dass es sich nur um eine verschwindend kleine Minderheit handelt, die sich hier als „Radl-Rambos“ aufführt, einfach mal eine Runde mitlaufen. Sie sind ganz herzlich eingeladen.
Viele Grüße,
Sandra Baumann & Regine Melber
Man bekommt den Eindruck, dass die Diskussion um das Thema "Radeln an unseren Promenaden", in Teilen unseres Gemeinderats von wenig Kenntnis und Praxisbezug geprägt ist. Ähnlich wie vor geraumer Zeit bei ersten Diskussionen zum Hartplatz und das Feuerwehrhaus. Keine Kenntnis über die Bedeutung des Hartplatzes für den TSV und die Position des Feuerwehrhauses für die Feuerwehr. Eine differenziertere Betrachtung würde man sich wünschen, statt nach einem undurchdachten Verbot auf Probe zu plädieren. Insbesondere von jener Partei, die keine Gelegenheit auslässt, anderen den Hang zu Verboten zu unterstellen.
Der Praxisbezug scheint mit großem Abstand Herrn Piesch vorbehalten, der eine differenzierte Betrachtung vornimmt und konstruktive Vorschläge einbringt. Danke dafür!
Am Fischergassl gibt es beispielsweise schon heute eine sinnvolle Regelung, die den Fußgängern eine übergeordnete Stellung verleiht (Fußgängerweg) und Radfahren nur in Schrittgeschwindigkeit zulässt. Wo liegt das Problem, diese Regelung einheitlich an den Promenaden - mit geeigneter Beschilderung - durchzusetzen?
Auch ein Miteinander-Weg kann eine Möglichkeit sein, doch bitte mit dem Zusatz "Schrittgeschwindigkeit" und eine einheitliche Regelung für alle ähnlichen Wege (Eine einheitliche, verständliche Regelung wird zu mehr Akzeptanz führen).
Die Situation an der Brahmspromenade ist auch nicht vergleichbar mit der am Kustermannpark. In der Brahmspromenade wird der große Spielplatz durch den Weg geteilt. Ein Spielplatz (einer von nur zwei öffentlichen in Tutzing) wird zu jeder Jahreszeit viel genutzt und bietet natürlich - durch hin- und herlaufen im Spiel - erhöhtes Gefahrenpotential. Das Verbotsschild für Radfahrer an der Kreuzung ist selbst für ortskundige nicht gut erkennbar. Die Kombination macht es dann in der Brahmspromenade tatsächlich gefährlich. Also wäre zunächst eine verbesserte Beschilderung erforderlich (größer, in Signalfarbe, öfter).
Am Kustermannpark hingegen teilt der Weg die "Badewiese" vom Wasser. Der Betrieb am Spielplatz ist davon nicht betroffen. Hochbetrieb herrscht in den Sommermonaten (Badezeit) an den Wochenenden (Tagestouristen) hauptsächlich in diesem Bereich. Dann treten vermehrt Konflikte auf. Womöglich auch durch Radler auf der "Durchreise", nicht unbedingt durch Tutzingerinnen und Tutzinger, die sich der Gefahr an der Stelle eher bewusst sind. Ein ganzjähriges, pauschales Verbot für Radfahrer im Kustermannpark ist also unsinnig. Denn es würde zu 95% der Zeit die falschen treffen.
Die Konsequenz von solch unsinnigen Regelungen ist Frustration. Das gilt gleichermaßen für den Weg zwischen Nord- und Freibad und die aktuelle Regelung "absteigen" + neue Bügel. An sehr vielen Tagen im Jahr (z.B. Sept.-Mai) ist es dort deutlich weniger frequentiert. Zu vielen Tageszeiten gibt es überhaupt keine Konflikte zwischen Fußgängern und Radlern. Mit der pauschalen Regelung schafft man eine Situation, die den Radler/ die Radlerin automatisch in Unrecht versetzt, wenn er/sie nicht absteigt. Selbst, wenn einem auf der gesamten Strecke kein einziger Fußgänger begegnet. Welcher vernünftige Mensch kann hier ernsthaft verlangen, dass ein Radler - wenn er weiter radeln möchte - den schmalen Weg zum LIDL hochfährt, die Hauptstraße entlang und in Garatshausen wieder hinunter Richtung Freibad? Oder alternativ 320m sein Radl schiebt (die Strecke ist lang)?
Wenn sich einige an diese pauschale Regelung in verschiedenen Situation also nicht halten (z.B. am verregneten Dienstagmorgen Ende Oktober), dann liegt das nicht an den mutwillig, regelbrechenden Radlern, sondern an der unsinnigen, pauschalen Regel, die womöglich von nicht-sachkundigen Personen im Eifer beschlossenen wurde.
Auch hier wäre ein "Fußgängerweg" oder "Miteinanderweg" mit Zusatz "Nur Schrittgeschwindigkeit" sinnvoll. Möglich auch noch ein Hinweis „bei Gegenverkehr absteigen“.
Als Viel-Radler, Viel-Fußgänger und Bei-Bedarf-Autofahrer möchte ich abschließend einen Vergleich anstellen.
Analog der Gefährdung von Fußgängern durch Radler im Kustermannpark - die Gefährdung von Radlern durch Autofahrer entlang der Hauptstraße. Zweifelsohne - gerade im Sommer - hochfrequentiert, ein Gefahren- und Konfliktpotential.
Wie würden sich diejenigen Gemeinderäte verhalten, die sich nun großspurig für ein Radelverbot im Kustermannpark aussprechen, wenn einige Radlerinnen und Radler sie ansprechen würden und dafür plädierten, den RADSCHUTZSTREIFEN entlang der Hauptstraße ganzjährig für das Befahren durch Autos zu untersagen?
Ich möchte auch behaupten dass dieses Thema überzogen dargestellt wird. So schlimm ist das dort auch wieder nicht.
Das blaue Miteinander-Weg-Schild finde ich schön. Wer das missachtet, den halten auch Schranken nicht auf. Ein solches Schild würde auch vor dem Nordbad reichen, statt diese dort unsinnigen Bügel und das Schild Radfahrer absteigen. Das eh jeder ignoriert.
Meine Gestaltungsvorschläge dazu sind (teilweise im Artikel genannt).
- Versetzt angebrachte Doppelbügel (in Signalfarben) an der nördlichen und südlichen Hauptzufahrt, damit langsam eingefahren wird und dadurch sensibilisiert wird, dass es kein "Schnellweg" ist. Die Bügel sollen in weiterem Abstand stehen, damit auch Rollstühle und größere Räder vorbei können.
- Verdrängen der Radelnden auf den Georg-Roth-Weg (unterhalb Johannishügel) ist ungeeignet, denn der Weg dort ist zu schmal und der Untergrund uneben, so dass er für Radelnde unattraktiv und für die Mischnutzung einfach zu eng ist. Trotzdem sollte die Oberfläche dort ausgebessert werden.
- Ergänzend zu Schildern "Fußweg/Räder frei" sollen von beiden Seiten Schilder "Miteinander-Weg" aufgestellt werden. Diese Schilder hatte ich schon vor einiger Zeit dort und an der Brahms-Promenade angeregt. Das sind zwar keine offiziellen Verkehrsschilder, aber sie sind schon weit verbreitet und zeigen entsprechende Wirkung.
- Abschnittsweise Beschilderung "Radfahrer absteigen" ist ebenfalls ungeeignet. Es zeigt sich an vielen Stellen, dass dies nicht durchgeführt wird. Bei dem breiten asphaltieren Weg ist das auch nicht nötig. Vielmehr ist eine bessere Rücksichtnahme aller erforderlich.
- Um die nötige Aufmerksamkeit und entsprechende Reduzierung der Geschwindigkeit zu erwirken, kann auch mit Bodenmarkierungen gearbeitet werden. Da der Bauhof ein eigenes Markiergerät hat, sind dort Markierungen zügig und ohne großen Aufwand möglich.
Ein typisches Pedelec ist kein Racebike.
Der E-Motor unterstützt nur bis 25 km/h und dies auch nur, wenn man selbst entsprechend mitarbeitet.
Für diese 25 km/h braucht es auch auf klassischen Fahrrädern keinen gedopten Profi; im ebenen Gelände & bergab sind viele andere Radler keineswegs langsamer oder sogar schneller unterwegs.
Vorteile bietet das Pedelec v.a. bergauf oder schwer beladen ... mit Einkäufen oder mit all' den Sachen für den Familienausflug.
Ich frage mich ganz ehrlich wie wir bisher überlebt haben.
Muss jetzt wirklich alles geregelt werden, es gibt sowas wie den gesunden Menschenverstand.
Zum Thema E-Bike bzw. Lastenfahrrädern ist eh die Frage ob diese eigentlich etwas auf Füssgängerwegen zu suchen haben.
Gerade weil man diesen Hilfsmotor hat.
Bremsen vor Engstellen oder unübersichtlichen Situationen mit Fußgängern, Hunden, Kindern usw.? Der "wertvolle" Schwung ist erst mal weg...
Na und, ist doch mit dem Pedelec kein Problem und kein Grund für Frust & Streß.
Abbremsen ... abwarten ... weiterfahren.
Man sollte Hindernisse einbauen, die die Radfahrer ausbremsen, aber kein Verbot für Radfahrer machen.
…. also irgendwann ist es auch gut - irgendwie gibt es diese „Probleme“ wegen einiger - die halt „Rasen“ - nur in Tutzing - ich denke ich kann sagen ich bin viel an und um den See unterwegs - aber so wie in Tutzing - ist fast einzigartig - zumal der Weg - wirklich breit genug ist - und wenn die Badegäste (in einem Park) nicht kurz links und rechts schauen können….naja wie auch immer - der Tourist und auch der Einheimische will weiter mit dem Rad dort unten fahren….allein wegen der Nähe zum See die in Tutzing durch Privatgrundstücke eh schon rar ist….was man aber leider zusätzlich beobachten muss sind die E-Biker - deren Geschwindigkeit einfach unangemessen hoch meist ist ..
In einem Rechtsstaat sollten nicht ganze Gruppen (diesmal DIE Radlfahrer) für das Fehlverhalten einiger weniger Schwarzer Schafe wie Beifang pauschal mitbestraft werden.
STATT DER ERHOFFTEN PROBLEMLÖSUNG; GÄBE ES NUR EINE VERLAGERUNG DES PROBLEMS:
Andererseits sind Fußgänger (und Badende im Sommer) ihrerseits auch nicht grundsätzlich rücksichtsvoller auf gemischt genutzten Wegen & längst nicht nur an dieser inoffiziellen "Weißbier-Meditationswiese".
Zu dritt, zu viert und auch zu fünft nebeneinander ins Gespräch vertieft, mal links und mal rechts, volle Konzentration aufs Handy, Ohrhörer, spontane Seitenwechsel ohne sich umzusehen, Sperrung des Weges mittels Hundeleine ... Die Liste kleiner oder größerer Rücksichtslosigkeiten ist schier endlos.
Aber der Mensch wäscht die eigenen Hände auch gern in Unschuld.
ANDERE IDEEN ZUR VERBESSERUNG DES GEGENSEITIGEN MITEINANDERS:
-> Vielleicht wären hier diese grellen Aufsteller wie an der Kustermannstraße geeignet, mehr Aufmerksamkeit & Sicherheit zu schaffen?
-> Vielleicht entsprechend auffällige Bodenmarkierungen am Nemes-Weg zu Beginn & am Ende der Spiel- & Badezone?
-> Vielleicht möchte auch der Tutzinger ADFC einen Beitrag für mehr Rücksicht bei der eigenen Klientel beisteuern, bevor die Durchfahrt schlimmstenfalls gesperrt wird?
-> Nicht zuletzt sollte auch das Spazier- & Badepublikum das Seine zum entspannten, sicheren & rücksichtsvollen Miteinander an einem so schönen & erhohlsamen Ort beitragen.
Gibt's noch andere Ideen? Bessere Vorschläge?
Nur weil sich ein paar Unvernünftige auf dem Rad danebenbenehmen, muss man doch nicht gleich das gesamte Areal verbarrikadieren und alle Radfahrenden ausschließen.
Ein gutes Beispiel dafür sind die neuen Fahrradbügel beim Nordbad.
Selbst wenn dort offiziell ein Radfahrverbot besteht, ist es doch reichlich blauäugig zu glauben, man könne eine so stark genutzte "Radelautobahn" einfach absperren. Die neuen Bügel stellen nicht nur ein Hindernis dar, sondern auch eine potenzielle Gefährdung – insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Eltern mit Kinderanhängern oder Lastenräder.
Es braucht bessere Lösungen als pauschale Verbote und bauliche Blockaden.