Verkehr
17.11.2022
Von Martin Held

466 Unterschriften für den Radentscheid

Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde: Durchgängiges Radwegenetz in Tutzing gefordertDer Autor ist Koordinator des Tutzinger Netzwerks Radentscheid Bayern

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"Erfreuliche Beteiligung": (von links) Sonja Bonneß, Flora Weichmann, Bürgermeisterin Marlene Greinwald, Martin Held und Oliver Grimm (Velo-Bavaria) bei der Übergabe der Unterschriften vor dem Tutzinger Rathaus © Günter Schorn

466 Unterschriften gab es in Tutzing für den Radentscheid Bayern. Bei der Übergabe an Bürgermeisterin Marlene Greinwald berichtete Martin Held, der Koordinator des Tutzinger Netzwerks Radentscheid Bayern, dass von Mitte Juni bis Ende Oktober Wahlberechtigte in fast allen 2056 Gemeinden in Bayern für die Zulassung des Volksbegehrens Radentscheid Bayern unterschrieben haben. Der Zuspruch in diesen vier Monaten war enorm: Bayernweit wurden rund 100 000 Unterschriften gezählt. Es sind also in nur vier Monaten viermal so viele Unterschriften zusammengekommen, wie für die Zulassung zum Volksbegehren notwendig sind.

In Tutzing war die Beteiligung sehr erfreulich. Die 466 Unterschriften entsprechen etwa sechs Prozent der Wahlberechtigten in Tutzing. Martin Held bedankte sich im Namen des Teams – Sonja Bonneß, Tyll Gundermann, Claus Piesch, Günter Schorn und Flora Weichmann – für die Unterstützung, die wir bei der Sammlung der Unterschriften mit unserem Tutzinger Netzwerk Radentscheid Bayern erhalten haben.

Bei unseren Aktionen, etwa den Infotischen am Tutzinger Wochenmarkt, bei den Critical-Mass-Fahrten und unseren Stammtischtreffen haben uns Bürgerinnen und Bürger auch auf konkrete Punkte zu kritischen Stellen in Tutzing angesprochen, für die sie Verbesserungsvorschläge haben. Wir werden diese Vorschläge auswerten und das Ergebnis dann der Bürgermeisterin, der Gemeindeverwaltung und dem Arbeitskreis Mobilität des Gemeinderats übermitteln.
Bürgermeisterin Greinwald nahm das Paket der Unterschriften entgegen und bedankte sich für das Engagement. Die Unterschriften werden in nächster Zeit in der Gemeindeverwaltung mit dem Wahlregister abgeglichen.

"Radentscheid ist potenter Baustein für Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden"

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"Forderung nach einem durchgängigen, leistungsfähigen Radwegenetz, das wir hier in Tutzing noch nicht haben" © L.G.

Die Mobilitätsbeauftragte der Gemeinde Tutzing, Flora Weichmann, sprach anschließend noch kurz zum Radentscheid und zur Situation in Tutzing: „Es freut mich nicht nur als Mobilitätsbeauftragte zu hören, wie viele Menschen dem Radentscheid Bayern ihre Stimme gegeben haben. Damit wird die Forderung nach einem durchgängigen, leistungsfähigen Radwegenetz laut, das wir hier in Tutzing noch nicht haben, nach sicheren Radverbindungen auf Haupt- und Nebenstraßen, nach mehr Fahrradabstellplätzen, also insgesamt nach verbesserten Mobilitätsmöglichkeiten für Radfahrende und zu Fuß Gehende. Denn wenn es sicher wird, auf der Straße zu fahren, gibt es automatisch auch mehr Platz und Sicherheit auf den Fußwegen. Der Radentscheid ist ein potenter Baustein für eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden und damit aller Menschen mit Mobilitätsbedürfnis. Ein ganz dickes Dankeschön an die Bürger:innen, die den Radentscheid Bayern mit unterschrieben haben und an das engagierte Team hier vor Ort, das diese Zahl an Unterschriften mit auf den Weg gebracht hat. Ein Weg, der uns als nächstes zu den Rathäusern führt. Ich hoffe auch dann auf viele Abstimmungen für eine zukunftsgerichtete Mobilität, für mehr Gleichberechtigung der Verkehre und damit mehr Sicherheit auch hier in Tutzing. Vielen Dank.“

Das Radgesetz, das mit dem Radentscheid in Bayern eingefordert wird, hilft vor allem auch den Kommunen. Mit diesem Gesetz bekommen sie von der Staatsregierung mehr Unterstützung für die Radverkehrsförderung. Denn viele Kommunen möchten Infrastruktur für das umweltfreundlichste Fahrzeug der Welt planen und bauen. Weil Ressourcen fehlen und weil Standards, Verfahren und Zuständigkeiten nicht klar geregelt sind, geht es aber nicht so schnell voran, wie dies wünschenswert ist. In Tutzing ist der Ausbau des bisher sehr schmalen Wegs für Fußgänger:innen und Radler:innen ein Beispiel dafür, dass eine bessere Förderung für aktive Mobilität dringlich ist. Ebenso ist das Stück der Lindemannstraße zwischen Ende des kombinierten Rad-/Gehwegs aus Kampberg bzw. Diemendorf kommend und dem Ende des Radschutzstreifens vor dem Einkaufszentrum ein weiteres Beispiel dafür, warum ein bayerisches Radgesetz dringlich ist.

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Tutzinger Netzwerk Radentscheid Bayern

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Das Tutzinger Netzwerk Radentscheid Bayern wurde Anfang September 2022 zur Unterstützung des Radentscheids Bayern gegründet. Das Netzwerk organisierte verschiedene Aktionen wie etwa Infotische am Tutzinger Wochenmarkt, die beiden ersten Critical Mass Fahrten in Tutzing sowie Stammtischtreffen. Das Tutzinger Netzwerk wird von einem breiten Bündnis von 17 Organisationen getragen: ADFC Ortsgruppe Tutzing, BUND Naturschutz Ortsgruppe Tutzing, Die Grünen Tutzing, Energiewendeverein, Evangelische Akademie Tutzing, Freie Wähler Tutzing, Jugendbeirat Tutzing, ÖDP Tutzing, Radsport Dillitzer & Baumert, Repair-Café Tutzing, Seerunde, SPD Ortsverein Tutzing, Tutzinger Förderverein für Tourismus, Tutzing klimaneutral 2035, Velo-Bavaria, Verschönerungsverein Tutzing, Weltladen Tutzing. Daneben gibt es persönliche Unterstützer*innnen: Gerd Bittl-Fröhlich, Herbert Fischer, Beate Frankenberger, Konrad Hecht, Manuel Lorenz, Roberto Mestanza, Susanne Stolzenberg-Hecht, Marie von Dall Armi. An der Unterschriftensammlung beteiligten sich ferner sechs Sammelstellen: BioMarkt Tutzing, Radsport Dillitzer & Baumert, Getränkemarkt Tutzing, Marie’s happy food & drinks. Spielwaren Hoyer, Tourist-Info Tutzing.

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Martin Held

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