Die Fischerhochzeit brachte an diesem Sonntag tausende Menschen ans Ufer: geschmückte Boote am Dampfersteg, ein Hochzeitszug zur Kirche St. Joseph, Trauung im Schlosspark und ausgelassenes Festmahl im Zelt am Seehof.
Schon am Vormittag füllten sich Dampfersteg und Biersteg mit Menschen. Sie warteten auf die Braut und ihre Gefolgschaft, die traditionsgemäß über das Wasser anreisten. Als die festlich geschmückten Boote schließlich am eigens zu diesem Zweck aufgebauten Steg anlegten, brandete am Ufer großer Jubel auf – der Auftakt zu einem Tag, der Tutzing für ein paar Stunden in eine andere Zeit versetzte.en, um dabei zu sein.
Hochzeitszug zieht zur Kirche, Trauung im Schlosspark
Von der Uferpromenade aus setzte sich der Hochzeitszug in Bewegung, hinauf zur Pfarrkirche St. Joseph. Ein ökumenischer Gottesdienst mit der evangelischen Pfarrerin Beate Frankenberger, die auch alle "Zuagroasten" willkommen hieß, und dem katholischen Pfarrer Peter Seidel leitete die kirchliche Trauung ein. Die prachtvollen historischen Trachten wurden allseits bewundert. Anschließend führte der Weg zurück hinunter, diesmal zum Tutzinger Schloss. Im Schlosspark hatten sich bereits zahlreiche Zuschauer versammelt, um die eigentliche Trauungszeremonie mitzuerleben. Harmonisch spielten Mara Bove und Valentin Müller das strahlende Paar Veronika Bierbichler und Michael Gröber, die zur Zeit Napoleons nach den Wirren des Russlandfeldzugs heiraten. Die Rolle des Hofmarkrichters, der die Vermählung feierlich vollzog, übernahm Akademiedirektor Udo Hahn von der Evangelischen Akademie – eine Verbindung, die zeigt, wie eng Tutzinger Institutionen mit dem Brauchtum des Ortes verwoben sind.
Zur Zeremonie erklang festliche Musik, die Utum Yang und Julia Ito. bekannt als Duo Fantasia, virtuos mit ihrer Flötengruppe vortrugen. Junge Leute aus der Tutzinger Realschule führten dazu in historischen Gewändern elegant Biedermeier-Tänze auf. Für einen der Höhepunkte sorgten anschließend zwölf Paare der Tutzinger Gilde mit dem anspruchsvollen Reiftanz, der eigens für die Fischerhochzeit einstudiert worden war – ein Kraftakt an Choreografie und Ausdauer, der beim Publikum sichtlich Eindruck hinterließ. Am Schluss bildeten alle Paare mit ihren eigens aus Buchsbaum angefertigten Reifen ein Spalier für das Brautpaar. Zu den Besonderheiten gehörte auch ein umjubeltes Sauschwanzlrennen einiger Burschen.
Festmahl am Seehof und ausgelassene Stimmung im Ort
Nach der Zeremonie verlagerte sich das Geschehen ins Festzelt auf dem Seehof. Dort erwartete die Hochzeitsgesellschaft und viele weitere Gäste ein gemeinsames Festmahl, das die Wirtsleute einladend von der Bühne herab ankündigten. Besonders groß war der Jubel, als auch das Brautpaar auf der Bühne erschien und in die Menge winkte – der Applaus dafür war lang und herzlich.
Auf dem Seehof und im gesamten Ort herrschte den ganzen Tag über eine pulsierende, mitreißende Stimmung. Wer an diesem Sonntag durch Tutzing ging, konnte sich streckenweise wie auf einem kleinen Volksfest fühlen – fast wie Wiesn-Stimmung, mitten am Starnberger See.





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