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Hoch zu Ross in Tutzing

Der Hochzeitslader ist ab Freitag unterwegs – Das Programm seiner Stationen

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Ab Freitag dieser Woche ist er wieder hoch zu Ross unterwegs: der Hochzeitslader. In diesem Jahr sitzt Hans Christoph Greif im Sattel, um mit humorvollen Sinnsprüchen durch Tutzing und seine Ortsteile zu reiten und zur Fischerhochzeit einzuladen. Zur Seite stehen ihm seine Beireiter Andreas Stöckerl, der als Trompeter mitwirkt, sowie sein Neffe Johannes Fenzloff.

Los geht es an der Realschule und der Mittelschule, im Kindergarten Sankt Josef und in der Kirche von Kampberg. Weitere Stationen folgen am 18. und 19. Juli sowie am 24. und 25. Juli – dann führt der Weg unter anderem nach Traubing, Garatshausen, Unterzeismering und Monatshausen sowie zu Betrieben, Vereinen und Einrichtungen im Ortskern. Während der Festtage selbst begleitet Greif dann das gesamte Programm, von der Ankunft des Brautpaares bis zum traditionellen „Abdanken“.

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Als ein anderer absagte, war Hans Greif zur Stelle

Ursprünglich war die Rolle anders besetzt, doch als der vorgesehene Darsteller absagte, sprang Greif kurzentschlossen ein. Unbekannt ist ihm die Bühne am Ufer nicht: Der gebürtige Tutzinger ist mit drei Geschwistern in einer alteingesessenen Familie am See aufgewachsen und fuhr schon als Bub mit seinem Onkel zum Fischen hinaus. Bis heute ist er aktiver Fischer, außerdem Segler und Surfer. Für Aufsehen gesorgt hat er erst im vorigen Jahr gemeinsam mit Herbert Schneider, dem bekannten Fischer aus Garatshausen, mit einem 23 Kilogramm schweren Spiegelkarpfen, den beide gemeinsam gefangen haben. Bekannt ist Hans Greif auch als jahrzehntelanger Aktiver bei der Freiwilligen Feuerwehr Tutzing, als Mitorganisator beliebter Veranstaltungen vom Seefest bis zum Fischerstechen oder als Skilehrer bei der Skischule Alpina. Viele schätzen ihn auch als Kommunikationsexperten, der mit seiner Firma a+n Nachrichtentechnik GmbH anspruchsvolle Aufgaben erledigt hat.

Eine Familie, zehn Fischerhochzeiten

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Die Aufgabe des Hochzeitsladers kann kommen: Hans Greif hat sich gut vorbereitet © privat

Wenige Tutzinger Familien sind mit der Fischerhochzeit so verwoben wie die Greifs. Schon 1929, bei der allerersten Fischerhochzeit, stand Greifs Großmutter als Fischerbraut im Mittelpunkt. 1975 und 1980 war Hans Greif selbst als Kranzljunge dabei. 1992 übernahm seine Schwester Marianne Fentzloff die Rolle der Fischerbraut, 2006 – im Jahr der 1250-Jahr-Feier Tutzings – war seine Frau Uschi Brautmutter, und 2017 gab Sohn Benedikt den Bräutigam. Seit der Wiedergründung der Tutzinger Gilde war Hans Christoph Greif damit bei allen zehn Fischerhochzeiten dabei – mal auf der Bühne, dreimal bei den Organisatoren.

„Die Rolle gehört zu den prägnantesten der gesamten Fischerhochzeit“, schreibt Hans-Peter Bernsdorf in den „Tutzinger Nachrichten“. Der Hochzeitslader, andernorts auch Hochzeitsbitter genannt, ist traditionell der Zeremonienmeister des Festes, erkennbar an historischer Festtracht und dem sogenannten „Lad Stecken“, mit dem die Einladungen ausgesprochen werden. Damit das am Ende sitzt, bereitet sich Greif seit Wochen vor: Zweimal wöchentlich hat er Reitstunden genommen, und er hat die traditionellen Sprüche und Ansagen auswendig gelernt.

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