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Planer für Gastwirtschaft und Dorfplatz in Unterzeismering

Bebauungsplan für die Ortsmitte soll Ziele vorgeben – Festlegung als „urbanes Gebiet“

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Trotz Festlegung eines "urbanen" Gebiets soll die ländlichen Struktur von Unterzeismering erhalten bleiben © L.G.

Für Unterzeismering gibt es Pläne einer Neugestaltung. Der Bau- und Ortsplanungsausschuss des Gemeinderats hat am Dienstag mit einstimmigem Beschluss den Entwurf des Bebauungsplans Nummer 88 „Unterzeismering-Ortsmitte“ gebilligt, ein Auslegeverfahren soll folgen. Schon vor elf Jahren hatte der Gemeinderat die Aufstellung dieses Bebauungsplans in einer etwas anderen Form beschlossen und daraufhin für den Ortskern von Unterzeismering eine Rahmenplanung erstellt. Ein Grundstück wurde in den Geltungsbereich aufgenommen, zwei andere Flächen wurden ausgegliedert, was mit einer Beschleunigung des Verfahrens begründet wird.

Unterzeismering gehöre zu den „Pretiosen“ in der Gemeinde, sagte der von der Gemeinde mit dem Bebauungsplan beauftragte Planer Martin Büscher. Baurechtlich soll Unterzeismering nach seinen Worten als „urbanes Gebiet“ festgesetzt werden. Bisher war dort ein dörfliches Mischgebiet ausgewiesen.

Versiegelte Bereiche sollen aufgebrochen werden

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Ein neu gestalteter Dorfplatz rund um den Maibaum wäre nach Überzeugung des Planers "eine echte Bereicherung" für Unterzeismering

Dennoch soll der ländliche Charakter des an der Dorfstraße von historischen Hofstellen geprägten Ortsteils nach Büschers Angaben beibehalten werden. „Traditionelle und zweigeschossige Gebäude und Gastwirtschaft ‚Bauerngirgl‘ bilden die Dorfmitte mit Maibaum und der Kapelle St. Maria“, heißt es im Bebauungsplanentwurf. Es gebe halböffentliche Hofräume zwischen Gebäuden und kaum sichtbare Grundstücksgrenzen. Die Höfe sollten nach den Worten des Planers entsiegelt und offen begrünt werden. Wo möglich, seien ergänzende Baumpflanzungen wünschenswert.

Für die künftige Gestaltung von Unterzeismering werden im Bebauungsplanentwurf Planungsziele vorgegeben: Gestaltung eines neuen Dorfplatzes, Erhalt und behutsame Entwicklung des Bestands, Freiflächen entlang der Dorfstraße sowie eine private Grünfläche an der Bernrieder Straße und eine weitere private Grünfläche am Ortsrand zum Übergang in die freie Landschaft.

Bestehende Grünstreifen nah der Straße sollten laut Büscher von Bebauung freigehalten werden, so etwa der Grünstreifen an der Bernrieder Straße neben dem Unteranger, auch um freie Sicht für einbiegende Autofahrer zu gewährleisten. An der Ortseinfahrt soll es zu deren stärkerer Markierung Baumplanzungen geben.

Neue Bebauungen oder Ersatzbauten sollen sich in die vorhandene Gestalt einfügen und diese in ihrer Struktur fortführen. Die versiegelten Bereiche entlang der Dorfstraße sollten nach Büschers Worten aufgebrochen werden.

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"Revitalisierung" des Bauerngirgl soll Dorfplatz stärken

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Der Bauerngirgl (rechts) sollte wieder als Gaststätte betrieben werden, sagt der Verfasser des Bebauungsplanentwurfs © L.G.

Klar sprach sich Büscher bei seiner Präsentation für eine Wiederbelebung des Bauerngirgl als Gastwirtschaft aus. „Wünschenswert wäre, dass die Gaststätte wieder als Gaststätte betrieben wird“, sagte er. Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall. Das direkt an der Staatsstraße befindliche ortsprägende Gebäude, früher eine weithin beliebte Wirtschaft, wird privat genutzt, eine angekündigte Wiedereröffnung als Lokal wurde über Jahre nicht realisiert. Neueröffnung 2018 möglich, aber nicht sicher

Allzu „stiefmütterlich“ behandelt wird nach Büschers Auffassung die Fläche südlich des Bauerngirgls. Sie sollte, wie er sagte, als Dorfplatz stärker ins Bewusstsein geholt werden. Eine „Revitalisierung“ des Bauerngirgls als Gaststätte mit Wirtsgarten könne dies unterstützen, ebenso eine Wiedereröffnung eines früher in diesem Bereich befindlichen Ladens. Zudem sollten Sitzmöglichkeiten geschaffen werden. Die Grünfläche um den Maibaum soll laut Büscher gärtnerisch gestaltet werden. „Es wäre eine echte Bereicherung, wenn hier wieder Leben einkehrt“, betonte Büscher.

Michael Ehgartner (Grüne) zeigte sich erstaunt über die Festlegung eines urbanen Gebiets. Unterzeismering sei eher ein klassisches Dorf, meinte er. Büscher sagte dazu, man werde die starken landwirtschaftlichen Elemente von Unterzeismering nicht so wie bisher aufrechterhalten können. Deshalb habe man sich für ein urbanes Gebiet entschieden, weil eine solche Festlegung eine größere Bandbreite ermögliche. Für ein Mischgebiet gebe es zu wenig Gewerbe, sagte Bauamtleiter Christian Wolfert. Dies betreffe auch andere Tutzinger Ortsteile.

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