
Das muss wie ein Märchen für die jungen Leute gewesen sein: Am Mittwochvormittag stand ein Eiswagen im Pausenhof der Tutzinger Grund- und Mittelschule. Er kam zwar nicht schon um zehn Uhr, wie erwartet – da mussten die ersten Klassen, die schon bereitstanden, erst mal eine Weile warten. Aber nach einer Weile fuhr der Wagen endlich auf den Pausenhof. Nach und nach kamen die etwa 400 jungen Leute aus 20 Klassen an die Reihe.
Für alle Schülerinnen und Schüler gab es je zwei Kugeln Eis – und auch für die Lehrkräfte. Ausgedacht hatten sich diese Überraschungsaktion Mitglieder des Elternbeirats und des Fördervereins, die alles auch gemeinsam bezahlt haben. Eigentlich hätten sie gern ein Sommerfest veranstaltet - erst recht, weil für die 140 Mittelschüler der Abschied vom Tutzinger Schulgelände bevorsteht. Wegen der bevorstehenden Sanierung der Mittelschule findet ihr Unterricht von September an in einem Areal des Feldafinger Bundeswehrgeländes statt.


Mit dem Sommerfest hat es nicht geklappt. Aber über das Eis haben sich alle riesig gefreut, wie Konrektorin Marianne Fentzloff sichtlich begeistert bestätigte: „Die Kinder waren alle happy.“
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Bei Erwachsenen sind Süßigkeiten als Geschenke für Kinder deshalb beliebt, weil sie wenig kosten, überall verfügbar sind und ihre Folgen über das Gesundheitssystem vergesellschaftet werden. Kindern wurde von der Natur eine Präferenz für Süßes mitgegeben, weil die in 200.000 Jahren Menschheitsgeschichte manches Verhungern verhindern konnte. In einer Überflussgesellschaft wie der unseren ist es hingegen keine gute Idee, Kinder mit Süßigkeiten erfreuen, beruhigen, belohnen, begrüßen, verabschieden, einbinden, unterhalten oder trösten zu wollen. Süßigkeiten sind eine schlechte Ersatzbefriedigung, weil ihre Folgen dramatisch ausfallen und sie wie alle Drogen giftig sind, nur kurzzeitig wirken und leicht abhängig machen.
Was Kinder tatsächlich glücklich und zufrieden macht, liegt auf der Hand. Das sind freudige Kontakte mit Gleichaltrigen und Erwachsenen, Gelegenheit zu Spiel, Bewegung und Austausch. Insofern hätte das abgesagte Sommerfest tatsächlich einiges zur Zufriedenheit der Schüler beitragen können.