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Boot treibt samt Boje vor Tutzing-Nord

Wasserwacht macht als Grund verschlissene Verankerungskette aus - Polizei informiert Besitzerin

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Verschlissen: Ein Teil der Verankerungskette

Samt Boje hat sich ein Segelboot selbstständig gemacht. Es strandete bedrohlich nah am Badesteg der Akademie für politische Bildung in Tutzing. Einer ihrer Mitarbeiter rief besorgt die Tutzinger Wasserwacht zu Hilfe. An Ort und Stelle machte sich ein Wasserwachtler ein Bild, um die Gefahr und den Aufwand einzuschätzen.

Der Grund für das eigenwillige Verhalten des Boots war schnell offensichtlich: Die Verankerungskette war im unteren Übergangsbereich verschlissen, wo sie in der Regel im Sediment liegt. Durch Wellenbewegungen, Reibung der Kettenglieder im Sand schleift sich das Material ab, wie auf den hier abgebildeten Fotos dieser Bojenkette zu sehen ist.

Zwei schnell organisierte Helferinnen der Tutzinger Wasserwacht rückten mit ihrem Motorrettungsboot aus. Eine Stunde nach dem Anruf war das havarierte Segelboot an der sicheren Notboje der Wasserwacht Tutzing vertäut und die Besitzerin über die Polizei Starnberg informiert.

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Die Kette hat mit der Zeit sichtlich gelitten - und deshalb ihren Zweck nicht mehr erfüllt © Fotos: Wasserwacht Tutzing

Als “Standard mit Fehlerursache Nummer 1“ betitelte Robert Lettenbauer, der erste Vorsitzende der Tutzinger Wasserwacht-Ortsgruppe, entspannt diesen Fall. Die Bojenketten würden oft vernachlässigt, vergessen oder falsch gesichtet: “Wir sind da schon einiges gewohnt.“

Am peinlichsten für ihn: "Dass manch ein Bootsbesitzer nach der Bergung die Kosten gerne rabattiert bekommen möchte." Es sei schon irritierend und befremdlich, wenn man dann nach den Wert des Bootes und den Liegegebühren frage, meint Lettenbauer: "Ein Schaden am Boot kostet vielfach mehr als der Bergungseinsatz - und eine neue Bojenkette alledrei bis fünf Jahre wird einen Bootsbesitzer nicht in den Ruin stürzen."

Als Fazit sagt Lettenbauer schmunzelnd: “Aktuell machen wir uns keine Sorgen um die Liquidität der Bootsbesitzer am Starnberger See, sollte jedoch ein Bootsbesitzer den Nachweis des sozialen Härtefalls darlegen können, werden wir dies natürlich prüfen und entsprechend berücksichtigen.“ Die Wasserwacht finanziere sich über Fördermittel und Spenden. Da sei es nur fair, den Aufwand für Dienstleistungen nicht der Allgemeinheit zur Last zu legen, zumal der Grund eine Nachlässigkeit in der Sorgfaltspflicht sei.

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