Tutzing ist in der hiesigen Gegend Vorreiter bei der Initiative "Notrufsäulen am Badesee": Als erste Kommune in der Region südlich von München, am Ammersee und am Starnberger See beteiligt sich unsere Gemeinde an diesem Projekt der Björn Steiger Stiftung und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Württemberg. Entlang des Seeufers werden sechs Notrufsäulen installiert. Heute, Mittwoch, um 14.15 Uhr werden sie im Südbad an Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald übergeben. Weitere Standorte gibt es im Nordbad, am Badeplatz bei Garatshausen, im Kustermannpark und an der Brahmspromenade.
Der Hintergrund: Wenn es am See im Sommer zum Notfall kommt - ein Badeunfall, ein Herzstillstand -, ist schnelle Hilfe gefragt. Notruf absetzen, 112 wählen – aber wie ohne Handy? Denn häufig wird das Handy aus Angst vor Diebstahl im Auto oder gleich zu Hause gelassen. Als hilfreich gelten die Notrufsäulen auch bei der Ortung: Gerade Touristen kennen oft ihre genauen Standorte nicht. Die Säule sendet bei einem Notruf ein Leuchtsignal aus und liefert zudem über GPS die exakte Position - auch, wenn es kein oder nur ein ganz schwaches Handynetz gibt. Das moderne Notrufsystem garantiert so eine deutliche Verkürzung der Alarmierungszeit.
Nicht nur bei Ertrinkungsnotfällen kann die Säule lebensrettend sein, erklärt die Stiftung. Notfälle ereigneten sich zu jeder Jahreszeit auch bei Spaziergängern, Fahrradfahrern und Joggern, die möglicherweise auch kein Handy zur Hand hätten oder nicht wüssten, wo sie sich örtlich genau befinden.
Die Säulen der neuesten Generation sind nach Angaben der Stiftung mit Photovoltaikmodulen und GSM/LTE-Netzanbindungen autark und annähernd wartungsfrei, auf Erdkabel könne verzichtet werden. Auch eine Restube-Rettungsboje könne in der Notrufsäule untergebracht werden.
Über eine nennenswerte Unterstützung durch die Björn Steiger Stiftung hinaus rechnet die Gemeinde Tutzing für die Notrufsäulen mit überplanmäßigen Ausgaben von rund 15 000 Euro, die der Haushalts-, Finanz- und Werksausschuss bereits beschlossen hat.
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Kommentare
Hier will ich auch gleich noch für die viel zu wenig bekannten und beachteten Rettungstreffpunkte in Feld und Wald hinweisen. Dort, wo eben keine Notrufsäulen in erreichbarer Nähe sind. Unter https://www.stmelf.bayern.de/wald/waldbesitzer/038467/index.php gibt es nähere Informationen dazu. Und wer bei seinen Freizeitaktivitäten auf Nummer sicher gehen will, kennt seine Rettungstreffpunkte. Es gibt fürs Smartphone auch die kostenlose App „Hilfe im Wald“, die die aktuellen Rettungstreffpunkte in einer Karte darstellt. Diese Rettungstreffpunkte sind für alle, nicht nur für Waldbesitzer!
Übrigens: auch andere Bundesländer haben solche Rettungstreffpunkte. Leider gibt es im föderalen Deutschland dafür nur keinen einheitlichen Standard.
Aber schnelle(re) Hilfe ist so allemal keine Worthülse.
Dank unserer vielen Haupt- und Ehrenamtlichen bei den Rettungsdiensten.