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"Josefaplatz" ist der künftige Name

Weder Marienplatz noch Hofmarksplatz oder Stachus: Entscheidung für den "Engel von Tutzing"

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"Der Engel von Tutzing": Schwester Josefa mit ihrem Käfer. Über Jahrzehnte war sie der Inbegriff der Ambulanten Krankenpflege. © Ambulante Krankenpflege Tutzing

„Josefaplatz“ soll der künftige Platz im Tutzinger Ortszentrum heißen. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung im Gemeinderat am Dienstagabend. Damit wird die bekannte Ordensschwester Josefa Knab geehrt, die 35 Jahre lang unermüdlich für die Ambulante Krankenpflege im Einsatz war – erst mit einem Fahrrad, dann mit einem Moped, schließlich mit einer von einem Bürger gestifteten BMW-Isetta, einem Käfer und einem Golf. Für viele Menschen in dieser Gemeinde war und ist Schwester Josefa, die im November 104 Jahre alt geworden ist, „der Engel von Tutzing“.

Der Vorschlag „Josefaplatz“ für die mittlerweile neu gepflasterte Fläche an der Einmündung der Marienstraße in die Hauptstraße war erst kurz vor der Sitzung eingegangen, ebenso wie zwei weitere Vorschläge: „Therese-Vogl-Platz“ in Erinnerung an die Opernsängerin Therese Vogl (1845-1921), die in Tutzing gelebt hat, und „Luise-Kiesselbach-Platz“ nach der Frauen- und Sozialpolitikerin Luise Kiesselbach (1863-1929), die die Grundlagen für das Gabrielenheim, das heutige Haus der Tabaluga-Kinderstiftung an der Seestraße, schuf.

Viele andere Vorschläge für die Benennung des künftigen Platzes waren in den vergangenen Monaten gemacht worden. Bei einem Beteiligungsverfahren im vierten Quartal vergangenen Jahres wurden nach Angaben der Gemeinde 80 Namensvorschläge eingereicht, aus denen sich 40 unterschiedliche Platzbezeichnungen ergeben haben. Alle eingereichten Namensvorschläge, teils mit Begründungen, wurden den Gemeinderatsmitgliedern, aber nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt.

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"Josefaplatz" soll diese Fläche in Tutzings Mitte heißen, auf der seit gestern ein neuer Baum steht © L.G.

Der Entscheidungsprozess wurde von vornherein strukturiert. „Sonst sitzen wir bis zur nächsten Sitzung hier“, sagte Bürgermeister Ludwig Horn. Die Fraktionen des Gemeinderats waren vor der Sitzung gebeten worden, intern jeweils drei Favoriten auszuwählen und diese an die Gemeindeverwaltung zu übermitteln.

Am Dienstag standen dann aus dieser Runde noch elf Namen zur Auswahl: Hofmarksplatz, Fischerplatz, Dichtlplatz, Marienplatz, Vetterlplatz, Vetterlhausplatz, Barbererplatz, Dorfplatz, Leidlplatz, Brahmsplatz und Anton-Müller-Platz. Nach Angaben von Horn hatte es zunächst die größte Zustimmung für den Namen Hofmarksplatz gegeben. Hinzugenommen wurden die kurz vor der Sitzung eingegangenen Vorschläge Josefaplatz, Luise-Kiesselbach-Platz und Therese-Vogl-Platz. Nicht zur Auswahl stand der Name Stachus, den manche als in Tutzing schon lange übliche Benennung dieser Fläche bezeichnet hatten. In der Diskussion gab es mehrere Plädoyers für den Namen einer Frau.

In einer ersten Abstimmungsrunde am Dienstag entfielen auf die Namen Hofmarksplatz, Josefaplatz und Therese-Vogl-Platz je elf Stimmen. Mit diesen drei Vorschlägen ging es in die entscheidende Abstimmungsrunde. Da gab es eine Mehrheit von 12 zu 6 Stimmen für den Josefaplatz. Die anderen Namen wurden abgelehnt: der Hofmarkplatz mit 3 zu 15 Stimmen, der Therese-Vogl-Platz mit 5 zu 13 Stimmen und ein ergänzender Antrag für Schwester-Josefa-Platz mit 4 zu 14 Stimmen. Aus dem Zuschauerraum gab es Beifall, als die Entscheidung für den Josefaplatz gefallen war.

Mehr zu Schwester Josefa:
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Kommentare

Danke Herr Goslich..

Naja die Beteiligung war ja eher mau… ;))

Aber für uns alte Tutzinger wirds trotzdem a weiterhin da „Stachus“ bleim …
Herr Muhr ! Mit ihrer Aussage haben sie vollkommen Recht ! Aber mann muss deswegen ja doch nicht alles absegnen und akzeptieren. Ein Recht auf eine eigene Meinung und Entscheidung sollte man doch noch haben dürfen.
(Bearbeitet)
Naja, wir haben die Gemeinderäte und den Bürgermeister gewählt, jetzt müssen wir mit deren Entscheidungen leben.
In allen Ehren der Nahmen Josefaplatz wurde jetzt gefunden und beschlossen . Bestimmt auch berechtigt!
Aber irgendwie wurde die Namensgebung um die Bürger und deren Meinung und Vorschlägen herumgespielt. Etliche Vorschläge waren mir und vielleicht vielen anderen Unbekannt und verwundern mich. Aber sei es wie es ist , der Bürger wird es akzeptieren oder doch die gebräuchlichen und die verwachsenen Nahmen benützen. Es ist schade das die Gemeinde doch wie die Bundesregierung die Politik ohne den Bürger und Wähler macht. Gemeindepolitik sollte doch noch mit den Bürgern gemacht werden! Gerade bei solchen Entscheidungen sollte der Bürger ein großes Stimmrecht haben und gehört werden, er soll sich auch mit seiner Gemeinde identifizieren können. Wenn man es im kleinen nicht macht wie sollen es dann die da oben merken und funktionieren! Wo dies hinführt kann mann ja jetzt jederzeit sehen und spüren.
(Bearbeitet)
Hier alle Ergebnisse der ersten Abstimmungsrunde:

Hofmarksplatz: 11 Stimmen
Fischerplatz: 2 Stimmen
Dichtlplatz: 0 Stimmen
Marienplatz: 5 Stimmen
Vetterlplatz: 1 Stimme
Vetterlhausplatz: 2 Stimmen
Josefaplatz: 11 Stimmen
Barbererplatz: 5 Stimmen
Dorfplatz: 0 Stimmen
Leidlplatz: 2 Stimmen
Brahmsplatz: 1 Stimme
Anton-Müller-Platz: 1 Stimme
Therese-Vogl-Platz: 11 Stimmen
Luise-Kiesselbach-Platz: 5 Stimmen

Die drei Vorschläge mit je 11 Stimmen kamen in die zweite Abstimmungsrrunde. Der Name "Stachus" war in der vorab aus 40 Platzbezeichnungen ausgewählten ersten Abstimmungsrunde, wie im Bericht oben erwähnt, nicht mehr dabei. Alle eingereichten Namensvorschläge wurden nach Angaben der Gemeindeverwaltung, teils mit Begründungen, in Anlagen aufgeführt, die den Gemeinderatsmitgliedern zur Verfügung gestellt wurden.
(Bearbeitet)
Glückwunsch an Schwester Josefa, die sogar mich vor über 4 1/2 Jahrzehnten schon daheim besucht hat, als ich krank war …kann mich noch gut erinnern….

Was mich wundert, dass hier der Name „Stachus“ nicht einmal erscheint (mindestens eine Stimme müsste ja dabei sein) und wo kann man die genaue Abstimmung (Ergebnis) denn einsehen ?

Auch ich war ein wenig erstaunt mit dieser Entscheidung, da die meisten hier in Tutzing wohnenden, Schwester Josefa ja gar nicht mehr so kennen.…

Aber jetzt ist dies wenigstens mal vom Tisch…
+ + + Gott sei Dank + + + Das wichtigste Problem ist vom Tisch + + + Schön wär's auch nach Abschluss aller dortigen Baumaßnahmen gewesen + + +
Auch wenn's nicht mein eigener Vorschlag war, kann ich mit dem zukünftigen Josefaplatz sehr gut leben.
Ich finde, eine kluge & weise Entscheidung für eine Namenspatronin, der Tutzing wirklich ganz, ganz viel zu verdanken hat.
Eine Ehrung, die zweifellos höchst verdient ist.
(Bearbeitet)
Schade, Vetterlhausplatz würde zum ältesten Haus in Tutzing besser passen.
Die Ehrung von guten Menschen durch Strassennamen oder Platznamen finde ich nicht so passend.
Die Geschichte lehrt uns da einige negative Beispiele.