Julia Schlegel war am Mittwochabend im Würmseestadion gut beschäftigt. Die Journalistin kam zum zweiten Start der Mauersegler mit einer Kamera nach Tutzing, um darüber in der „Abendschau“ des Bayerischen Fernsehens zu berichten. Ninon Ballerstädt, die längst weit über Tutzing hinaus für die fachkundige Betreuung der kleinen Vögel bekannt ist, entließ die Tiere nach und nach in die Freiheit. Aber das ging alles jedes Mal so schnell, dass es für die Fernsehjournalistin sichtlich eine Herausforderung war, das alles mit der Kamera einzufangen.
Ninon Ballerstädt nahm die Vögel, die sie mit großem Aufwand über Wochen und Monate aufgepäppelt hatte, behutsam aus Kisten, die ihnen für den Transport ins Stadion als Behausung gedient hatten, hob sie empor, so hoch es ging und öffnete ihre Hände. Ein paar Flügelschläge, und schon waren die kleinen Segler auf und davon.
Viele große und kleine Menschen waren gestern im Stadion dabei, um zuzuschauen. Alle schauten den Vögeln nach, versuchten ihnen mit den Blicken zu folgen, aber das erwies sich als gar nicht so einfach, weil die meisten der Segler recht schnell und weit ihre Kreise drehten.
Spitzengeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern
Julia Schlegel entfernte sich zwischendurch etwas von den anderen, stand abseits im Stadion, die Kamera in der Hand, um die Tiere bei ihren ersten Flugversuchen nach langer Zeit möglichst gut filmen zu können -zweifellos keine alltägliche Aufgabe für eine Fernsehjournalistin. Aber es scheint dann doch ganz gut geklappt zu haben.
Ninon Ballerstädt erklärte ihr dann noch in die Kamera hinein, wie sie die Vögel, die ihr aus der gesamten Umgebung gebracht werden, betreut, ihre oft schweren Verletzungen behandelt und sie für ihre weiten Flugreisen vorbereitet. Sie kennt sie alle beim Namen, weiß bei allen, woher sie kommen, und hat sie alle sichtlich lieb gewonnen. Ein wenig schweren Herzens, das sieht man, entlässt sie ihre Lieblinge in die Lüfte, nicht ohne bei allen ihre Namen zu erwähnen. Ein Abschied nach längerer gemeinsamer Zeit.
„Der Mauersegler ist wohl der extremste Flieger unter den Vögeln“, steht auf Informationen, die Ninon Ballerstädt ausgelegt hat. Praktisch sein ganzes Leben verbringe er in der Luft: „Er frisst in der Luft, er kann sich während des Fliegens paaren, und er übernachtet in der Luft.“ Im Jahr lege er etwa 200 000 Kilometer zurück – und das mit Spitzengeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern.
So eilig hatten es die meisten zunächst nicht, die Ninon Ballerstädt am Mittwoch im Würmseestadion starten ließ. „Wenn sie viel Platz haben, trödeln sie gern“, witzelte die Tutzinger Vogelexpertin. Tatsächlich drehten manche der kleinen Segler, bevor sie sich auf ihre weite Reise begaben, noch ein paar Kreise über dem Stadion – eine gute Chance für Julia Schlegel, sie dabei noch ein wenig länger zu filmen.
Sendung mit den Mauerseglern in der "Abendschau" am nächsten Montag geplant
Der Beitrag über den Tutzinger Start der Mauersegler soll voraussichtlich am kommenden Montag, dem 11. August 2025 zwischen 17.30 Uhr und 18.30 Uhr in der „Abendschau“ gesendet werden, wie das Bayerische Fernsehen auf Anfrage von vorOrt.news mitgeteilt hat. Es könne allerdings immer sein, dass wegen tagesaktueller Geschehnisse die Sendepläne geändert würden. Die Beiträge könne man auch immer im Anschluss in der Mediathek finden.
Nachlese von Ninon Ballerstädt:
Erfolgreich in den Himmel geflogen


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