Die Fotos entstanden vergangenen Samstag am Markt anlässlich dem spontanen Zusammentreffen verschiedener Tutzinger Bürger und Bürgerinnen, die ein Interesse am Erhalt der Demokratie haben.
Die Gruppe war bunt gemischt, auch VertreterInnen des Gemeinderates waren dabei sowie Mitglieder des Vereins gemeinsam.demokratisch.bunt. Es einte sie das Bedürfnis, Teil einer wehrhaften Zivilgesellschaft zu sein.
Was bedeutet das? Die wehrhafte Zivilgesellschaft schützt demokratische Werte, Institutionen und Menschenrechte vor Angriffen, Hass, Desinformation und antidemokratische Bestrebungen. Es war kurzfristig bekannt geworden, dass für den Tag die sogenannte AfD einen Stand angemeldet hatte. Mit ihrem Starnberger Infomobil versuchten sie, Bürgernähe zu demonstrieren, was jedoch bei den meisten Tutzingern mehr für Entsetzen als für Zuspruch sorgte.
„Was wollen die hier?“ wurde die bunte Demokratie-Gruppe mehrfach gefragt. Sehr viele äußerten Ihren Dank für die Präsenz der „Bunten“ und brachten sogar Verpflegung. Empfangen wurde die sog. AfD von dem Statement „Tutzing ist bunt“, das in großer Kreideschrift auf der Straße vor ihrem Stand gemalt war.
Warum schreibe ich das hier? Der Schutz unserer Werte und unserer liberalen Demokratie, unserer vielfältigen Gemeinschaft kann nur aktiv erfolgen. Schweigsame Fassungslosigkeit verhindert nicht den Aufstieg der sog. AfD. Hinterfragen, Kritik üben, Diskriminierung widersprechen muss lebendig, muss sichtbar bleiben und es war schön zu erleben, wie das hier in Tutzing gelebt wird.
Lasst uns weiterhin füreinander einstehen, die Augen und Ohren offenhalten, wo jemand Unterstützung braucht.




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Kommentare
Jeder kann sehen, wohin das geführt hat.
Wie wär's denn mal mit wieder besserer Sachpolitik für die Bürger?
(Damit meine ich v.a. die Bundesebene & die Landesebenen. Auf kommunaler Tutzinger Ebene leistet man sich bislang deutlich weniger politischen oder sachlichen Unfug.)
Nur ein paar Beispiele:
-> Weniger Steuergeschenke für Einkommens-Millionäre & Milliardäre, stattdessen Hilfe & Lösungen für die Alltagssorgen von Normalverdienern?
-> Wo bleiben die sozialen Wohnungsbauprogramme, die seit Jahren versprochen werden?
-> In Regionen mit zu hohen Miet- & Immobilienpreisen, brauchen wir mehr zusätzliche Wohnungen statt weitere langjährige Dispute & Träume über Verstaatlichungen. Ausnahme: bei (über)langen Leerständen und sonstigen Mißbrauch von Wohneigentum (wie Verwahrlosung usw.) sollte es eine rechtsstaatliche Möglichkeit zur begrenzten Zwangsverwaltung geben. Das kann bereits so abschreckend wirken, dass man gar nicht vollends durchgreifen muss.
-> Sanierungsstau bei Schulen & Verkehrsinfrastruktur!
-> CO2 Abgaben & Energiesteuern werden uns Bürgern bereits seit Jahren abgeknöpft, aber wo bleibt das versprochene Klimageld oder wie man es auch nennen mag?
-> Beim sog. Tankrabatt bedienen sich mal wieder zuallererst die Ölkonzerne auf Kosten der Steuerzahler.
-> Dann dieses unsägliche hin & her bei der Energiewende: Rot/Grün beschloß den Atomausstieg (auch weil die Energiekonzerne bereits damals darin immer weniger ihre Zukunft sahen) ... später beschloß Schwarz/Gelb erst die Atomverlängerung, um nach wenigen Monaten eine Vollbremsung hinzulegen und später erneut den Ausstieg zu beschließen ... die Ampel meisterte den Ausstieg aus russischem Gas und förderte wieder verstärkt den Umstieg auf Erneuerbare Energien ... inzwischen bremst unsere Bundesgasministerin den Umstieg auf Erneuerbare erneut ein, und holt die Gaskraftwerke aus dem Papierkorb der Geschichte zurück, In der Union träumen einzelne bereits wieder von neuen Mini-Atomkraftwerken.
Die AfD war niemals eine seriöse Alternative für Deutschland, und wird es auch in Zukunft nicht sein.
Bei der AfD lebt man doch v. a. von handwerklichen & politischen Fehlern der Anderen; aber davon können sie seit Jahren sehr gut profitieren.
Leider !!
Vielleicht habe ich Sie missverstanden und Sie wollen (nur) darauf machen aufmerksam, dass man die Zeit des Nationalsozialismus nicht relativieren darf. OK, aber dann gelten meine obigen Sätze trotzdem.
Ich füge aber noch eine Buchempfehlung hinzu. In dem lesenswerten Buch von Uwe Wittstock „Februar 33“ wird beschrieben, wie in einer kurzen Periode von sechs Wochen die Nazis die Macht an sich gerissen haben. Ohne die Mehrheit zu haben, unter Ausnutzung der parlamentarischen Regeln, mit Hilfe von Steigbügelhaltern in anderen Parteien wurde Deutschland von den Verbrechern an sich gerissen. Schnell, brutal, konsequent. Das darf sich nie wiederholen. Nie wieder ist jetzt.
Es ist also mehr als anmaßend, sich aus dieser Position heraus als moralische Instanzen, gar als Mahner und Warner, darzustellen. Mit demokratischer Auseinandersetzung hat das alles doch nichts mehr zu tun. Aber das wissen Sie ja selbst. Insgesamt sollten manche vielleicht mal in sich gehen und überlegen, aus welchem Glashaus heraus sie dauernd mit Steinen werfen. Schönen Tag Ihnen.
Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung, und eine Warnung ist keine Verharmlosung.
Mein Kommentar nimmt die NS-Verbrechen als Maßstab dafür, was auf dem Spiel steht, nicht als Fußnote. Falls Sie das Wort „Experiment" im ersten Satz meinen, kann man das als zu salopp empfinden, da haben Sie einen Punkt. Und falls Sie etwas anderes meinen, nennen Sie bitte die Stelle, dann reden wir darüber.
Dazu passt, dass nur die deutschen Rechtsradikalen es wagen, das Blut und die Abstammung der Menschen zum Fundament ihres Rassismus zu erklären, so wie im Dritten Reich die NSDAP. Alle anderen europäischen rechtsextremen Parteien mäßigen sich insofern, als ihr ideologisches Fundament der Herabsetzung auf der Kultur ruht. Deshalb dürfen die deutschen Rechtsradikalen in Europa nicht am Spieltisch sitzen und werden konsequent geächtet. Jörg Bong beschreibt das sehr schön in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/kultur/afd-europa-meloni-le-pen-farage-li.3557617).
Man muss sich das klarmachen. Die europäischen Rechtsradikalen haben, wie Bong ebenfalls beschreibt, richtig Angst vor den deutschen Vertretern ihrer Geisteshaltung, weil die es schon wieder und noch einmal radikaler und brutaler machen als alle anderen. Und diese Gruppierung bekommt in einem der reichsten Länder der Erde Stand heute bei der Sonntagsfrage fast ein Drittel der Stimmen?
Es wird nun wirklich allerhöchste Zeit für ein Parteiverbotsverfahren, das vom Grundgesetz exakt für solche Fälle vorgesehen ist. Und es wird Zeit für die mutige Selbstverteidigung, für Zivilcourage und Konfliktfähigkeit angesichts der kulturellen Zerstörungslust der Demokratiefeinde. Wir werden wohl noch sehr viele spontane, bunt gemischte Gruppen für Menschenrechte brauchen.