Zwei Jahre hat es gedauert, bis aus einer Anfrage der Deutschen Telekom ein unterschriftsreifer Vertrag wurde. Aber nun soll auf dem Tutzinger Rathaus eine Mobilfunk-Antenne errichtet werden.
Am 19. Juli 2024 hatte sich die Deutsche Telekom Technik GmbH erstmals per E-Mail an die Gemeinde Tutzing gewandt und um Mithilfe bei der Standortsuche für eine bessere Mobilfunkversorgung im Ortszentrum gebeten. Nun liegt dem Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss eine fertige Beschlussvorlage vor: Auf dem westlichen Teil des Rathaus-Dachbodens soll ein neuer Antennenträger entstehen, betrieben von der DFMG Deutsche Funkturm GmbH, einer Tochterfirma der Telekom. Der Mietvertrag soll 15 Jahre laufen, mit Baubeginn zum 1. Juli 2026.
Nach der ersten Kontaktaufnahme beauftragte der Gemeinderat im September 2024 die Verwaltung zu prüfen, ob es im Zentrum von Tutzing einen geeigneten Standort für eine Basisstation gibt. Die Verwaltung stellte daraufhin eine Liste möglicher gemeindeeigener Flurstücke zusammen und ließ sie der Telekom zur Prüfung zukommen. Das Rathaus galt damals zwar als funktechnisch geeignet, wurde von der Telekom aber zunächst nicht bevorzugt. Erst eine erneute Beratung im März 2025 brachte die Wende: Der Gemeinderat beschloss, der Telekom das Rathausdach neben weiteren Standorten anzubieten. Im Januar 2026 folgte eine Ortsbesichtigung auf dem Dachboden, Ende April schickte die Telekom die konkreten Planungsunterlagen.
Sichtbar wird die Anlage vor allem von Süden und Osten aus
Ganz neu ist die Stelle auf dem Rathausdach nicht: Dort steht bereits ein Mast mit einer Richtfunkantenne. Die war aber einst für die Gemeinde Münsing errichtet worden. Nach Angaben der Telekom ist diese Verbindung inzwischen nicht mehr in Betrieb, so dass der alte Mast weichen und einem neuen, größeren Antennenträger Platz machen kann.
Sichtbar wird die Anlage künftig vor allem von Süden und Osten aus, etwa von der Kirchenstraße oder vom Bereich des Krankenhauses – ähnlich wie schon die bisherige Anlage. Für schön halten das nicht alle im Ausschuss, doch nach eingehender Prüfung ist die Entscheidung für diesen Standort getroffen worden. Eine Alternative, alte, museal genutzte Antennenteile weiterzuverwenden, stand zur Diskussion, wurde aber verworfen.
Der Vertrag soll auch den Rückbau der Anlage regeln
Mobilfunk ist in Tutzing seit Jahren ein Reizthema – von umstrittenen Masten bei Monatshausen über provisorische Anlagen an der Kirchenstraße bis zu wiederholten Empfangsausfällen im Ortszentrum. Diese Vorgeschichte war den Ausschussmitgliedern spürbar bewusst: In der Beratung wurde immer wieder betont, wie leidig das Thema Mobilfunk in der Vergangenheit gewesen sei, und darauf gedrungen, dass die Telekom ihre Zusagen diesmal auch verlässlich einhalten sollte. Am Ende der Sitzung wurde deshalb ein Zusatz zum Beschlussvorschlag formuliert: Der Vertrag soll ausdrücklich auch den Rückbau der Anlage regeln, sollte sie einmal nicht mehr gebraucht werden. Und der provisorisch aufgestellte Mast auf einem Telekom-Grundstück an der Kirchenstraße soll dann abgebaut werden. Keine Änderung geben soll es für den Mast am Waldfriedhof – der soll erhalten bleiben.
Finanziell sieht der Vertragsentwurf ein monatliches Entgelt von netto 120 Euro ab Baubeginn vor, das mit vollem Betrieb der Anlage auf netto 3000 Euro pro Jahr steigt – umgerechnet 250 Euro im Monat. Die Bereitstellung der Mietsache übernimmt die Telekom auf eigene Kosten, auch die Stromversorgung rechnet sie direkt mit dem Energieversorger ab. Über die endgültige Zustimmung und die Unterzeichnung durch Bürgermeister Ludwig Horn entscheidet der Gemeinderat.
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