Die ÖDP hat bei der Kommunalwahl am 8. März wie bei der Wahl 2020 ein Mandat erreicht. Gewählt worden ist mit 1699 Stimmen Caroline Krug, die damit einzige Gemeinderätin dieser Partei in Tutzing bleibt. Der ÖDP-Ortsvorsitzende Willi Neuner aus Traubing ist mit 677 Stimmen auf dem zweiten Platz gelandet, hat aber den Einzug in den Gemeinderat nicht geschafft, was Caroline Krug im Interview mit vorOrt.news bedauert. Insgesamt hat die ÖDP 4502 Stimmen erhalten, das ist ein Anteil von 5,0 Prozent gegenüber 6,22 Prozent vor sechs Jahren.
Wie beurteilen Sie das Wahlergebnis der ÖDP in Tutzing?
Über mein Wahlergebnis und die dazugewonnenen Stimmen in Tutzing habe ich mich sehr gefreut und danke allen Bürgerinnen und Bürgern für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Ich werde mich weiterhin mit all meiner Kraft für mein Herzensprojekt, das „Tutzinger Tischlein Deck Dich“, den ökumenischen Seniorenclub, das Tourismusbüro und die Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen im Rahmen der Ambulanten Krankenpflege einbringen.
Ich finde es aber schade, dass die ödp insgesamt in Tutzing und im Landkreis Starnberg Stimmen verloren hat und kleine Parteien somit wenig bewirken können. Willi Neuner engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Bund Naturschutz und in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft Inklusion). Angesichts dieses konkreten Engagements vor Ort hätte ich mir ein stärkeres Ergebnis für Willi Neuner und die ödp gewünscht.
Acht Gemeinderatsmitglieder scheiden aus, acht neue Mitglieder ziehen ein. Wird sich Ihrer Meinung nach viel ändern?
Die deutlichen Mehrheitsverhältnisse, die diese Kommunalwahl hervorgebracht hat, bergen die Gefahr, dass vielfältige Perspektiven und die Belange breiterer Bevölkerungsgruppen im Gemeinderat künftig weniger Gehör finden und nur schwer einstimmig abstimmungsfähig sind. Konstruktive politische Arbeit lebt von einer Vielzahl demokratischer Formen und Prozesse, um die besten Lösungen für die Menschen zu gestalten. Das setzt voraus, dass auch Mehrheiten offen in die Diskussion gehen, kompromissbereit sind und Entscheidungen nicht bereits vor der Debatte feststehen. Ich bin gespannt, welche neuen Impulse die neuen Gemeinderäte einbringen werden und freue mich auf eine offene und zielführende Zusammenarbeit aller Parteien im Gemeinderat zum Wohle der Tutzinger Bürgerinnen und Bürger. Besonders freue ich mich, dass der Tutzinger Tobias Möller als jüngstes Mitglied in den Gemeinderat eingezogen ist.
Was wünschen Sie sich vom neuen Gemeinderat?
Ich wünsche mir vom neuen Gemeinderat eine sachorientierte, vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit, in der auch die Meinungen der kleinen Parteien gehört werden - stets im Interesse der Tutzinger Bürgerinnen und Bürger, die uns ihr Vertrauen für die nächsten sechs Jahre geschenkt haben. Wirtschaftliche Entwicklung, solide Haushaltsführung und bewusstes Einsetzen von Steuergeldern sind wichtig, dürfen aber nicht auf Kosten von Umwelt- und Tierschutz, „bezahlbarem“ Wohnraum und der Lebensqualität aller Generationen gehen. Profit um jeden Preis für einige wenige führt meines Erachtens nicht ans Ziel, hier werden viele Menschen abgehängt. Tutzing ist ein lebenswerter Ort. Das ist kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis bewusster, vorausschauender politischer Entscheidungen. Diesen Charakter zu bewahren, muss Maßstab unseres Handelns im Gemeinderat bleiben.
Willi Neuner hofft auf Transparenz
„Ich wünsche mir für die zukünftige Legislaturperiode, dass Entscheidungen konstruktiv öffentlich und transparent im Gemeinderat besprochen werden. Dies würde es den Wählerinnen und Wählern erleichtern, verantwortlich zu wählen und ihre Wahlentscheidung mehr auf Fakten basierend zu treffen als auf Ruf, Beruf und/oder gesellschaftliche Stellung. Bürgernähe drückt sich für mich auch darin aus, dass Fragen, die in der Bürgerfragerunde im Gemeinderat gestellt werden, tatsächlich beantwortet werden.“
Der neue Tutzinger Gemeinderat
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