Es war zu erwarten, aber die Höhe dieses Ergebnisses ist doch überraschend. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Tutzinger Bürgermeisterwahl hat Ludwig Horn von der CSU eine beträchtliche Zustimmung von der hiesigen Bevölkerung erhalten: Er ist mit 93,4 Prozent wiedergewählt worden.
Eigentlich hätte der 29 Jahre alte Horn gar nicht zu dieser Wahl antreten müssen, denn bei seiner ersten Wahl im November 2023 war er für sechs Jahre zum Tutzinger Bürgermeister gewählt worden. Schon im damaligen Wahlkampf hat er aber versichert, dass er im Fall seiner Wahl bei der Kommunalwahl 2026 wieder kandidieren werde, um die Zusammenführung der Gemeinderatswahl und der Bürgermeisterwahl zu ermöglichen. Sie waren getrennt voneinander, nachdem der frühere Tutzinger Bürgermeister Rudolf Krug während seiner Amtszeit 2017 gestorben war. Horn hat seine Zusage, sich 2026 erneut zur Wahl zu stellen, eingehalten. Damit sind die beiden Wahlen von nun an in Tutzing nicht mehr getrennt.
305 Stimmberechtigte haben andere Personen gewählt. Ob die davon gewusst haben?
305 Wählerinnen und Wähler haben nicht Ludwig Horn gewählt, sondern die Namen anderer Personen, die nicht fürs Bürgermeisteramt kandidiert haben, auf ihre Stimmzettel geschrieben - so genannte "wählerbenannte Personen". Wessen Namen da aufgeschrieben worden sind, ist nicht bekannt, ebenso wenig, ob die betreffenden "wählerbenannten Personen" davon etwas wussten und ob sie das Bürgermeisteramt angenommen hätten. Aber davon sind sie alle weit entfernt: Die 305 Wählerinnen und Wähler, die so gestimmt haben, bringen es zusammen auf gerade mal 6,6 Prozent von allen, die gewählt haben.
Die Wahl des Starnberger Landrats hat der Amtsinhaber Stefan Frey von der CSU mit 59,1 Prozent gewonnen. Benjamin Barho von den Grünen kommt auf 20,2 Prozent, Michaela Eisenschmid von den Freien Wählern auf 9,0 Prozent, Roman Sonnenberg von der AfD auf 7,1 Prozent und Markus Deschler von der FDP auf 4.6 Prozent.
Dier Wahl des Starnberger Kreistags hat die CSU mit 39,1 Prozent gewonnen. Es folgen die Grünen (22,0 Prozent, 24 Mandarte), die Freien Wähler (10,2 Prozent, 6 Mandate), die SPD (8,7 Prozent, 5 Mandate), die AfD (8,1 Prozent, 5 Mandate), die FDP (6,3 Prozent, 4 Mandate), die Linke (3,2 Prozent, 2 Mandate) und die ÖDP (2,4 Prozent, 1 Mandat). Fünf Frauen und ein Mann für Tutzing
Die Wahl des Tutzinger Gemeinderats dauert noch an. Nach dem derzeitigen Stand führt die CSU vor den Grünen. Gemeinderat: CSU siegt mit 40,1 Prozent
Wahlbeteiligung 64,1 Prozent
4940 Personen haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Damit betrug die Wahlbeteiligung 64,1 Prozent der 7707 Stimmberechtigten. Sie war höher als bei der Kommunalwahl 2020 (59,7 Prozent) und auch höher als bei der Bürgermeisterwahl im November 2023 (60,8 Prozent), bei der Ludwig Horn erstmals an die Rathausspitze gewählt worden war. Die Wahlbeteiligung war aber niedriger als bei der Bundestagswahl im vorigen Jahr (87,4 Prozent) und bei der Landtagswahl 2023 (77,2 Prozent). Bei der Europawahl 2024 war sie mit 64,8 Prozent etwa so hoch wie jetzt bei der Kommunalwahl.
Die Ergebnisse aus den Tutzinger Stimmbezirken sind in schneller Folge bei der Gemeinde eingegangen. Als erster meldete der Stimmbezirk 6 in der Tutzinger Grundschule um 18.24 Uhr seine Ergebnisse. Um 19,45 Uhr lagen alle Ergebnisse vor.
Auf der Webseite der Gemeinde Tutzing kann die ständige Aktualisierung der Wahlergebnisse online verfolgt werden. https://tutzing.de/kommunalwahlergebnisse/
Über 40 Prozent Briefwahl-Anteil
Bei frühlingshaften Temperaturen haben heute viele Menschen in Tutzing den Weg zu den Wahllokalen mit Spaziergängen durch den Ort und auf den Seepromenaden verbunden. In den Wahllokalen ging es aber meist eher gemächlich zu. Das Geschehen in den meisten Tutzinger Stimmbezirken war eher ruhig. In den Wahllokalen war zeitweise recht wenig Betrieb.
„Dafür quellen die Briefwahlurnen über“, sagte die Tutzinger Wahlleiterin Katrin Wärl heute Nachmittag. Gründe dafür werden nicht zuletzt in den umfangreichen Stimmzetteln für die Gemeinderatswahl und besonders für die Kreistagswahl vermutet. Viele haben sich offenbar für die Briefwahl entschieden, um die Stimmzettel zu Hause in Ruhe ausfüllen zu können.
Für Briefwähler hat die Gemeinde Tutzing nach Angaben von Kathrin Wärl etwa 3400 Wahlscheine ausgestellt. Das entspricht mehr als 44 Prozent der insgesamt 7707 Stimmberechtigten in Tutzing.

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