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Tutzinger Paul Friedrich an der FDP-Kreisspitze

Der Jura-Student sieht die Liberalen als bürgerliche Alternative der Mitte

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Paul Friederich ist jetzt allein Kreisvorsitzender der FDP

Der 22 Jahre alte Tutzinger Jura-Student Paul Friedrich ist neuer Kreisvorsitzender der FDP. Mit einer deutlichen Mehrheit von 90 Prozent ist er bei der diesjährigen Kreishauptversammlung der Liberalen in Seefeld zum Vorsitzenden der FDP im Landkreis Starnberg gewählt worden. In den vergangenen beiden Jahren hatte er den Kreisverband gemeinsam mit der stellvertretenden Landrätin Britta Hundesrügge den Kreisverband der Liberalen in einer Doppelspitze geführt. Hundesrügge möchte sich nun auf ihr Engagement im Gautinger Gemeinderat und Kreistag fokussieren und kandidierte nach über elf Jahren Kreisvorsitz nicht erneut.

Friedrich ist in Tutzing auch als Gründer des Jugendbeirats und als Feuerwehrmann bekannt. Bei der Kommunalwahl im März dieses Jahres hat er auf Platz zwei der FDP-Liste kandidiert, den Einzug in den Gemeinderat und den Starnberger Kreistag aber knapp verpasst. Bei der Gemeinderatswahl sechs Jahre zuvor hatte die FDP zwei Gemeinderatsmandate gewonnen, diesmal war es nur ein Mandat für den Spitzenkandidaten Dr. Joachim Weber-Guskar.

„Dass wir durch das veränderte Umfeld der Wahlergebnisse der anderen Gruppierungen trotz eines leichten Zugewinns bei unserem Wahlergebnis einen Sitz verloren haben, zeigt sehr eindrücklich die Unwägbarkeiten bei kommunalen Wahlen und ärgert uns selbstverständlich sehr“, kommentiert Friedrich. Knapp 1200 Stimmen auf Platz 2 für die FDP bei der Gemeinderatswahl hält er dennoch für ein starkes Ergebnis: „Über diesen Zuspruch und das Vertrauen freue ich mich genauso und bedanke mich dafür sehr. Es motiviert mich, mich weiter für und in Tutzing einzusetzen.“ Zu seinen Zielen im Landkreis Starnberg und in Tutzing zählt er die Konsolidierung der Starnberger Kliniken, einen Neubau statt einer Sanierung des Tutzinger Gymnasiums und die Verbesserung der Infrastruktur im Landkreis, „auch um ein attraktiverer Gewerbestandort zu werden“.

Wir sehen die Wahl als Auftrag, für ein liberaleres Tutzing in den nächsten sechs Jahren zu kämpfen.“ Paul Friedrich zur Tutzinger Gemeinderatswahl
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Dr. Joachim Weber-Guskar vertritt die FDP nun im Tutzinger Gemeinderat allein

Das Tutzinger Wahlergebnis zeigt nach Friedrichs Überzeugung, dass es weiterhin Zuspruch zur Tutzinger FDP, ihren Initiativen und engagierten Mitgliedern gebe: „Wir sehen die Wahl deshalb auch als Auftrag, für ein liberaleres Tutzing in den nächsten sechs Jahren zu kämpfen.“ Angesichts des allgemeinen bundesweiten Zuspruchs zur FDP sei dies nicht selbstverständlich: „Es zeigt, dass wir als FDP in Tutzing eine verankerte Kraft und unsere Kandidaten engagiert und bekannt sind.“ Daran will er mit dem Team und Gemeinderat Weber-Guskar weiter arbeiten, auch wenn er offen bedauert, dass der „Wert der Freiheit“ derzeit „nicht hoch im Kurs“ sei.

Gerade deshalb sei er aber umso wichtiger. Er kritisierte die aktuellen Regierungen in Berlin und München, die seiner Ansicht nach zu wenig Reformwillen zeigen. Trotz der zuletzt oft schwachen Wahlergebnisse seiner Partei gibt sich Friedrich sicher, dass die Freien Demokraten eine Zukunft hätten. Er möchte die Liberalen nach eigenen Worten als bürgerliche Alternative der Mitte positionieren. All jenen sollten sie eine politische Heimat bieten, „die den Willen zu mutigen Reformen haben, ohne den Staat in seinen Grundfesten zu erschüttern“.

Die FDP werde seiner Überzeugung nach wieder stark werden, wenn sie "den Wert der Freiheit wieder attraktiv und Lust auf Zukunft“ mache, „durch eine klare Positionierung für die Freude am Unternehmertum, das Streben nach Chancengerechtigkeit und die Verteidigung unserer Grund- und Freiheitsrechte“. Die Freien Demokraten müssten dabei mit allen staatstragenden Parteien der Mitte regierungsfähig sein. Etwaigen Annäherungen an die AfD – „ob inhaltlich oder durch Zusammenarbeit“ erteilte Friedrich eine klare Absage. Er hatte bereits im vergangenen Jahr mit einem ausführlichen Video gegen die Positionen der AfD Stellung bezogen, die dann entgegen eigener Ankündigungen doch nicht für den Tutzinger Gemeinderat kandidiert hat FDP ergattert sich AfD-Domain „Diese Partei verachtet unsere zentralen liberalen Werte der Menschenwürde und Freiheit für alle“, betonte er jetzt nochmals. Sie stelle das Kollektiv über den Einzelnen und sei deshalb „das Gegenteil zum Liberalismus“.

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