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„Sechs Jahre viel Kraft und Zeit investiert“

Anerkennung und ein Überblick über das reichhaltige Themenspektrum des Tutzinger Gemeinderats

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Probleme und Freude sind sich manchmal ganz nah. Diese Erfahrung machen die Tutzinger Gemeinderatsmitglieder häufig, und auch im Ortsleben ist dies immer wieder zu beobachten. Heute hat der Hort Krambambuli des Bayerischen Roten Kreuzes im Hof der Grund- und Mittelschule ein Maifest veranstaltet. Die nach wie vor nicht beendeten Sanierungsarbeiten, bei denen es viele Schwierigkeiten gab, haben dabei offenkundig nicht gestört. © L.G.

Ludwig Horn war sichtlich beeindruckt. „Ich danke allen herzlich, die in diesen sechs Jahren viel Kraft und Zeit investiert haben“, sagte der Tutzinger Bürgermeister am Dienstag in der letzten Sitzung der am heutigen Donnerstag endenden Gemeinderatsperiode 2020-2026. Dabei erwähnte er außer den Gemeinderatsmitgliedern ebenso anerkennend die Beschäftigten in der Gemeindeverwaltung und deren Geschäftsleitung, die Amtsleiter, den Sitzungsdienst mit den Protokollführern, die Öffentlichkeitsarbeit und alle anderen Beteiligten. Dafür gab es Beifall auch vom großen Publikum im Saal, das diese letzte Sitzung der Amtsperiode mit Interesse verfolgte.

Horn nutzte diese Gelegenheit auch für einen Überblick über die Vielfalt an Themen, mit denen es die Gemeinderatsmitglieder in diesen sechs Jahren zu tun hatte. Mit den kommunalen Finanzen hatten sie viel Arbeit, mit zahlreichen umfangreichen Bebauungsplänen, mit der Weiterentwicklung der Wirtschaft oder der Digitalisierung der Schulen.

Eine große Rolle gespielt hat das Thema Energie, sagte Horn - bis hin zu dieser letzten Sitzung, in der das geplante Bürgersolarkraftwerk mit dem Satzungsbeschluss im Bebauungsplanverfahren einen wichtigen Schritt voran gekommen ist. Die Energiethematik sei für die Gemeinde auch in vieler anderer Hinsicht bedeutsam, sagte der Bürgermeister - von der Umrüstung der Straßenbeleuchtung bis zur Beteiligung am regionalen Energieversorger „17er Oberlandenergie“. Viel Arbeit hat die Gemeinde nach seinen Wortens auch mit den Gewässern: Mit der Bebauung versuche man sie in bestimmte Richtungen zu zwingen, doch: „Die Natur nimmt sich ihre Wasserläufe.“ Ein aktuelles Beispiel ist die Renaturierung des Rötlbachs mit dem großen Ziel, die Mairenke und die Seeforelle wieder anzusiedeln.

Erste Ergebnisse des ISEK-Konzepts

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In Tutzing bildet sich eine Ortsmitte: Neue Bepflanzung an der Hauptstraße

Horn erwähnte die schwierige Zeit der Corona-Pandemie und große Projekte wie die Sanierung der Hauptstraße mit der Gestaltung der Ortsmitte. Da hatte er auch gleich Neues zu berichten: „Heute sind die Bodendecker gepflanzt worden“, sagte er und folgerte: „Man sieht, wie sich eine Ortsmitte bildet.“

Dann das Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK – ein wichtiges Konzept für die Gemeinde und ihre weitere Entwicklung, sagte er. Dem Gemeinderat sei daran gelegen, dass dabei nicht nur viel geredet werde, sondern dass auch etwas umgesetzt werde. Als erstes sichtbares Ergebnis erwähnte er die kürzlich beschlossene Benennung der neugestalteten Fläche bei der Marienstraße als „Josefaplatz“, nach Schwester Josefa Knab von den Missionsbenediktinerinnen, die als hilfreicher „Engel von Tutzing“ über lange Zeit für die Ambulante Krankenpflege bei den Menschen unterwegs war.

Erfreut äußerte sich Horn auch über die Neugestaltung des Grundschul-Pausenhofs. Und da hatte er noch eine neue Nachricht parat: Die Gemeinde hat nach seinen Worten Anfang dieser Woche einen Bescheid über eine große finanzielle Unterstützung für diese Maßnahme durch die Städtebauförderung erhalten - ein weiterer Erfolg im Rahmen von ISEK. Viel Kraft gefordert habe Sanierung der Mittelschule, sagte Horn, die sich seit langem hinzieht und sich in vieler Hinsicht als problematisch erwiesen hat.

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Eines der ersten ISEK-Ergebnisse: Für die Neugestaltung des Grundschul-Pausenhofs gibt es finanzielle Unterstützung durch die Städtebauförderung © L.G.

„Es war uns immer ein Anliegen, Fronten zu vermeiden und zusammenzuführen“

In seiner Funktion als ältester Gemeinderat dankte Dr. Thomas von Mitschke-Collande von der CSU dem jungen Bürgermeister, der dieses Amt seit knapp zweieinhalb Jahren inne hat, für seine „sehr professionelle“ Arbeit. „Er war der Jüngste von uns“, sagte er über Horn, der 2020 als damals 23-Jähriger erstmals in den Gemeinderat gewählt worden ist, „und er hat die Sache mit großem zeitlichen Einsatz geleitet.“ Beispielhaft erwähnte er ein Haushaltsloch, das in den Beratungen an einem Freitagabend Sorgen bereitet habe und das nach viel Arbeit übers Wochende am Montag verschwunden gewesen sei. „Es war uns immer ein Anliegen, Fronten zu vermeiden und zusammenzuführen“, betonte Mitschke-Collande.

Was ihm an der Tätigkeit als Bürgermeister besonders gefällt, formulierte Horn – auch mit Blick auf die ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder - so: „Man kennt sich – und man sieht sich wieder.“

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