Christine Nimbach will bei der Wahl für den Tutzinger Gemeinderat für die Partei „Die Basis“ kandidieren, die bisher in diesem Gremium nicht vertreten ist. Es handelt sich um die neunte Gruppierung, die bei der Tutzinger Gemeinderatswahl antreten will. Eine Aufstellungsliste mit fünf Personen ist bei einer Ortsversammlung im Dezember gewählt worden. Allerdings liegen noch nicht genügend Unterschriften von Personen vor, die die Teilnahme der „Basis“ an der Gemeinderatswahl befürworten. Nimbach bittet deshalb die Bürgerinnen und Bürger Tutzings um ihre Unterstützerunterschrift.
„Die Basis“ - kurz für „Basisdemokratische Partei Deutschland“ - ist aus der Querdenker-Bewegung hervorgegangen. Sie sei „entstanden aus einem Teil der Widerstandsbewegung gegen die unverhältnismäßigen Maßnahmen in der sogenannten ‚Corona-Pandemie‘“, hat die Partei einmal selbst erklärt.
In einer Tutzinger Ortsversammlung der „Basis“ im Dezember wurde Christine Nimbach auf Platz 1 gewählt. Auf Platz zwei der Liste kandidiert Anja Behringer, Journalistin und ehemalige Tutzinger Gemeinderätin. Auf Platz 3 folgt Anja Ait Bella, Pflegekraft in der ambulanten Altenpflege, auf Platz 4 Constanze Sippel, Krankenschwester in Rente und auf Platz 5 Manuel Filippi. Christine Nimbach, Anja Behringer, Anja Ait Bella und Constanze Sippel kandidieren auch auf der Liste der Partei für den Kreistag.
Christine Nimbach hatte die Tutzinger Ortsgruppe der Grünen 1995 mitgegründet. Drei Amtsperioden, von 1996 bis 2014, hat sie die Grünen völlig allein im Gemeinderat vertreten. Schon bei der Aufstellungsversammlung der Grünen für die Kommunalwahl 2020 deutete sich aber eine Entfremdung an. Nimbach erzielte bei dieser Wahl das drittbeste Ergebnis der grünen Kandidaten, doch schon bald traten die Klüfte immer deutlicher zu Tage. Mit Widerstand gegen Masken während der Corona-Pandemie und gegen das Impfen sorgte Nimbach plakativ für Aufsehen. Besondere Aufregung gab es wegen einer von ihr unterstützten Protestaktion mit Kinderschuhen und Plüschtieren, die neben dem Tutzinger Vetterlhaus ausgelegt worden waren, denn leere Kinderschuhe gelten als grauenvolles Symbol für die Ermordung vieler Kinder durch die Nationalsozialisten. Bereits ein Jahr nach der Kommunalwahl schied Nimbach aus der Tutzinger Gemeinderatsfraktion und kurz darauf auch aus der Kreistagsfraktion der Grünen aus. Zwei Jahre später gab sie bekannt, dass sie der Partei „Die Basis“ beigetreten sei.
Für die Aufstellungsliste bei der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 hat Christine Nimbach einige Interessenten gewonnen. Nun werden aber noch Unterschriften von Personen benötigt, die die Teilnahme dieser Partei an der Kommunalwahl unterstützen. Nach eigenen Angaben hofft Nimbach, „dass die Tutzingerinnen und Tutzinger, die sie in den letzten 30 Jahren gewählt und so ihre Arbeit im Gemeinde- und Kreistag geschätzt und damit unterstützt haben, den Weg ins Rathaus auf sich nehmen, damit sie ihr Engagement für den Umwelt- und Naturschutz und eine behutsame Ortsentwicklung für Tutzing und den Landkreis weiterführen" könne.
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