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Gemeinderäte im Wechsel

Die Sitzordnung der Tutzinger Gruppen ist kurz vor den Ferien nicht mehr ganz so streng

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Im Rathaus geht's kurz vor den Ferien etwas lockerer zu *)

Normalerweise sortieren sich die Kommunalpolitiker streng nach Gruppen und Fraktionen. Die Sitzordnung demonstriert auch irgendwie lokalpolitische Positionen. So ist es in Tutzing wie in anderen Gemeinden. Aber kurz vor den Sommerferien darf es auch mal etwas lockerer zugehen.

Als sich die Mitglieder des Tutzinger Bau- und Ortsplanungsausschusses am Dienstag trafen, saß Wolfgang Marchner, der einzige Vertreter der vor 17 Jahren von ihm gegründeten „Bürger für Tutzing“, plötzlich mitten drin in der CSU, zwischen deren Mandatsträgern Dr. Ernst Lindl und Peter Stich, mit denen er sich gelegentlich prächtig streiten kann. Auch diesmal verhinderte die neue Anordnung keineswegs gegensätzliche Ansichten. Einmal widersprach Marchner Lindl, schaute ihn dabei aber betont freundlich und lächelnd an – vielleicht eine Folge der direkten Nachbarschaft?

Sympathische Annäherungen

Als der CSU-Ortsvorsitzende Thomas Parstorfer verspätet in den Sitzungssaal kam, war neben seinen Fraktionskollegen schon alles besetzt, denn dort saß ja Marchner. Parstorfer schaute sich kurz um und nahm neben Dr. Heinrich Reiter von den Freien Wählern Platz. Auch diese beiden fallen nicht unbedingt immer durch übereinstimmende Meinungen auf.

Nach jahrelanger Zusammenarbeit durchmischen trotz aller sachlicher Differenzen viele persönliche Aspekte die Diskussionen. Es ist schön zu beobachten, wie in so ein manchmal eher verbissen und angestrengt wirkendes Gremium mit solchen Wechselspielen sympathische Elemente und Annäherungen einfließen - und noch auf andere Weise. Hin und wieder darf in so einer Sitzung sogar gelacht werden, ohne dass andere, die sich vielleicht angesprochen fühlen, gleich sauer reagieren.

Hinweise auf personelle Änderungen

Bei den Vorbereitungen für die Gemeinderatswahl im nächsten Jahr scheint sogar manch einer, der sich bisher in einer Gruppe engagiert hat, mit dem Wechsel in eine andere Gruppe zu liebäugeln. Für solche Änderungspläne dürften Marchner und Parstorfer allerdings trotz ihrer ungewohnten Plätze in der Bauausschuss-Sitzung eher keine Beispiele sein.

Mitglieder der einzelnen Gruppen und Parteien bleiben meist unter sich

Der Austausch unterschiedlicher Meinungen ist ein Wesensmerkmal der Demokratie. In Gremien wie Gemeinderäten findet er statt. Ansonsten bleiben die einzelnen Gruppen und Parteien aber in der Regel unter sich, in Tutzing wie anderswo - unten ein paar Beispiele in Bildern. Bei bestimmten Gelegenheiten wie etwa Vorstandswahlen ist das selbstverständlich. Aber auch in anderen Fällen, so bei Versammlungen mit Diskussionen zu konkreten Sachthemen, bleiben die Mitglieder der einzelnen Gruppen meist unter sich. Gelegentlich nehmen auch Anhänger anderer politischen oder sonstigen Richtungen an solchen Veranstaltungen teil, aber das sind eher Ausnahmen.

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Vorstandswahl der Tutzinger CSU
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Vorstandswahl der Freien Wähler Tutzing
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Jubiläumstreffen der Grünen im Landkreis Starnberg
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Mitgliederversammlung der SPD Tutzing

Fotos: Freie Wähler, L.G.
*) Die Zeichnung des Rathauses stammt von einem Siebdruck, den Sylvia Bürkner und Petra Neubacher für Jubilare des TSV Tutzing in einer Glastafel verarbeitet haben.

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