Am vergangenen Samstag präsentierte Bestseller-Autor und Musiker Oliver Pötzsch seine Lesung „Der Totengräber und die Pratermorde“ und begeisterte gemeinsam mit der Blues Band "Die Gravediggers" über 70 Zuschauer im Kulturtheater – dem perfekten Tatort für seine Totengräber-Show. Denn neben Zauberkunst und Verbrechen streift Pötzsch im vierten Teil der erfolgreichen Buchreihe auch die Geburtsstunde des Kinos. Das Buch spielt im Jahr 1896 – genau zu jener Zeit, als neue technische Sensationen das Publikum in Staunen versetzten und die ersten bewegten Bilder sowie Vorführungen des Kinematographen aufkamen.
Pötzsch ist bekannt dafür, seine fiktiven Kriminalfälle mit historisch belegbaren Fakten der Jahrhundertwende zu verknüpfen. Um die Zuschauer auf eine geheimnisvolle Reise nicht nur in den Prater, sondern auch auf den Zentralfriedhof mitzunehmen, verwandelten er und seine Bluesband die kleine Bühne des Kulturtheaters für einen Abend in das düstere Wien des 19. Jahrhunderts. Wie zersägt man eine Jungfrau? Welche Rolle spielt dabei der Prater? Was hat Wien mit Venedig zu tun und wofür ist ein Alraunenapfel gut? Alles Fragen, die Oliver Pötzsch mit viel morbidem Humor und erstaunlich detaillierten Fakten beantwortete.
Gemeinsam mit der Gravediggers Blues Band bot er dem gebannten Publikum einen witzigen Abend voller historischer Anekdoten rund um mörderische Verbrechen, begleitet von jeder Menge gutem Blues. Dass Oliver Pötzsch trotz Mord und Gevatter Tod den Abend ausgesprochen lebendig gestaltet und erzählt hat, hörte man auch in seinen Songtexten. So nahm er das Publikum einmal mit zu seiner eigenen düsteren Testamentseröffnung, bei der er mit seinen fiktiven Erbschleichern abrechnet und der Totengräber die Millionen erbt, weil er ja sein neues Zuhause pflegt. Oder in seiner „Ballade vom Brandner Kaspar“, wenn er singt: „Ja, das Leben is ned sicher bei Nacht und bei Tag – und am Ende da wartet auf jeden der Sarg!“ Am Ende dieser Veranstaltung wartete auf die Zuschauer aber eine ausgelassene Signierstunde mit einem amüsanten Oliver Pötzsch und ein gemütlicher Ausklang bei ein, zwei Gläschen mit den Musikern.
Fazit: Keine gewöhnliche Lesung und längst kein Geheimtipp mehr für Krimi-Fans, sondern beste Unterhaltung für alle, die einen Abend voller (Ent)Spannung, schwarzem Humor und ungewöhnlichen, historischen Geschichten erleben möchten. Wer die Veranstaltung verpasst hat, bekommt eine neue Gelegenheit: Oliver Pötzsch kommt 2027 wieder ins Kulturtheater Tutzing! Bitte achten Sie auf unsere Programmhinweise.
Kino
19.5.2026
Mord, Blues und schwarzer Humor im Kulturtheater
Oliver Pötzsch und die Blues Band "Die Gravediggers" entführten das Publikum in das düstere Wien des 19. Jahrhunderts


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