Bei so schönem Wetter wie in diesen Tagen sitzen bei der Eisdiele Corallo im Tutzinger Ortszentrum auch in dieser Jahreszeit meist schon viele Menschen an Tischen. Zurzeit ist das nicht der Fall. Tische stehen nur an der Schlossstraße, nicht auf dem relativ breiten Gehweg an der Hauptstraße.
Der Grund dafür liegt anscheinend in unterschiedlichen Auffassungen über die künftige Gestaltung dieser zentral gelegenen Fläche. Die Betreiber der Eisdiele würden offenbar gern wieder, wie in den vergangenen Jahren, mehrere Tische im Außenbereich aufstellen. Doch so viele Tische, wie sie wünschen, scheint ihnen die Gemeinde nicht genehmigen zu wollen.
Das alles hängt mit der Neugestaltung des Tutzinger Ortszentrums nach der Sanierung der Hauptstraße zusammen. Dabei sind unter anderem zwei Bäume und Bänke vor der Eisdiele vorgesehen. Platz für alles ist halt nicht, so breit der Gehweg an dieser Stelle auch ist.
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Forderungen nach einem „Personenleitsystem“
Viele Regeln und Anforderungen sind zudem zu beachten. So gilt eine bestimmte Gehwegbreite als erforderlich und auch ein notwendiger Sicherheitsabstand zur Straße. Das schränkt die Fläche für Tische ein. Auch die nicht selten recht lange Warteschlange, die sich an warmen Tagen vor der Eisdiele bildet, sorgt für Bedenken wegen des nah vorbei führenden Verkehrs. Sogar von Forderungen nach einem „Personenleitsystem“ mit Abgrenzungsständern, Kordeln und Zugbändern soll schon die Rede sein.
Nach den jahrelangen Problemen mit der Straßensanierung wird aber auch viel Bedarf an Belebungen der Tutzinger Mitte gesehen. Dazu trägt ein Betrieb wie die Eisdiele zweifellos bei, auch wegen ihrer Nähe zum Seeufer, zum Dampfersteg und zur öffentlichen Bootslände. Geschäftsleute drum herum bestätigen positive Auswirkungen für ihre Läden, weil nicht wenige Menschen, die die Eisdiele besucht haben, anschließend auch noch bei ihnen vorbeischauen und etwas einkaufen.
Was ist besonders wichtig? Sicherheit? Regeln? Vorschriften? Attraktivität des Ortszentrums? Belebung? Attraktives Ambiente? Pünktlich zur Kommunalwahl liefert die aktuelle Entwicklung bei der Eisdiele interessanten Gesprächsstoff.
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Kommentare
vielleicht möchten Sie sich mal das Corallo auf Google Streetview anschauen. Da gibt es das Gebäude nämlich noch im Zustand vor Beginn der Bauarbeiten zu sehen. Überraschung: mit einem Gehweg und einem Parkstreifen davor und vier Stühlen nebeneinander an der Hauswand (Hauptstraßenseite), mehr Platz war nicht. Egal, wie der jetzt entstandene Platz genutzt werden kann, und das ist ja noch gar nicht entschieden, jedenfalls wird es für die Betreiber des Corallo deutlich besser. Man kann sich ja denken, wo Herr "Flicker" ("Viele Jahre in Ordnung" - den von Ihnen zurückgeforderten Zustand hat es außer während der Baustelle/Straßensperrung nie gegeben) politisch verortet ist und Herr Kerbs ("weniger Tische" - wo war denn vor der Baustelle auch nur ein einziger Tisch?) ist ja bekannt, aber man könnte diese Diskussion vielleicht wenigstens auf Tatsachenbasis führen.
Ach so? Da entstehen Parkplätzen vor der Eisdiele? Oder wollten Sie nur mal wieder Ihren Hass auf Autos und Autofahrer ins Forum kübeln? Es soll übrigens eine Rundbank zum Verweilen hin - das wirkt eher wie ein typisch grünes Projekt.
Was konnten wir in der Vergangenheit mit offenen Augen beobachten?
1. Die Aufmerksamkeit auf's Verkehrsgeschehen sinkt bei allen relevanten Gruppen ...
-> Im Auto kann man heutzutage nicht nur leichte Entspannungsmusik und die Verkehrsmeldungen hören. Man ist auch telefonisch für den Arbeitgeber, für Geschäftskontakte und für's Familienmanagement allzeit erreichbar und arbeitet am Steuer die jeweiligen Anruflisten ab. Außerdem kann man SMS, Emails und Whatsapp empfangen und beantworten; usw. - Das bisschen Verkehrsgeschehen läuft nebenbei ... wozu hat man all' die teuren Assistenten im Auto!
-> Radler & Fußgänger haben diese sensorischen Helferlein zwar (noch) nicht an Bord, aber man sieht sie ihrerseits dennoch immer öfters mit großen oder kleinen Knöpfen am Ohr der Musik oder spannenden Podcasts lauschen, oder wie im lauten Selbstgespräch telefonieren.
-> Allein auf's eigentliche Verkehrsgeschehen besinnen sich die allerwenigsten; obwohl es nach wie vor höchst anspruchsvoll ist.
-> Das leben wir Erwachsenen übrigens auch immer wieder den Kindern & Jugendlichen vor!!
2. Gefühlte vs. reale Gefahren ...
-> Haben wir früher - beispielsweise in meiner Jugend - gefühlte Gefährdungen eher unterschätzt und in der Regel erst nachträglich reagiert, scheint sich dies mittlerweile komplett umgekehrt zu haben.
-> Wer heutzutage mit möglichen Gefährdungen emotional argumentiert und dann noch frägt, "Wer haftet, falls doch etwas passiert?" hat bessere Chancen seine Position & seine Forderungen durchzusetzen, als jemand, der nüchtern mit den realen Unfallstatistiken argumentiert.
Wenn Vorsicht der alleinige Maßstab ist, reichen nun mal 50 cm Schutzstreifen nicht mehr.
Dann muss man eben so Vieles im Leben verhindern + verbieten, weil es zu gefährlich erscheint, und niemand die Verantwortung übernehmen will/kann.
Ich möchte unsere heutige vorausschauende Vorsicht nicht verteufeln, frage mich jedoch, ob wir hier & da nicht doch über's Ziel hinausschießen?
Mehr Sicherheit für alle könnten wir auch mit mehr Konzentration auf unser eigenes Handeln im Hier & Jetzt erreichen.
Unser Ziel war und ist die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Belebung der Ortsmitte und die Unterstützung unserer Gewerbetreibenden in ganz Tutzing!
Weiter weg als derzeit, kann ein Gemeinderat von seinem Ziel nicht sein.
Zustand der öffentlichen Schulen? Jugendzentrum? Sportplatz? Unterbringung von Wasserwacht und Feuerwehr? Skateplatz? Genug Tische bei der Eisdiele? Sauberkeit und Sicherheit am Bahnhof? Straßenmarkierung? Fußgängersicherheit an der Bräuhausstraße? Bäume im Ortszentrum? Radwege am See? Bezahlbares Wohnen?
A bisserl was habt`s ihr dem hoffentlich ordentlich entrümpelten neuen Gemeinderat über gelassen.
Dem Gemeinderat gegenüber wurden die Pläne schrittweise präsentiert, wobei nie solche nötigen Einschränkungen genannt wurden.
Es war auch nicht zu erwarten, dass zur Straße ein Streifen von 1,5m Breite freizuhalten sein soll, denn üblich ist ein Schutzstreifen von nur 50cm – wie ich es auch beschrieben habe.
Über diese Auflagen wurde ich beispielsweise erst am 6. März von Raffaele Panciera selbst informiert.
Sicherheit muss selbstverständlich gewährleistet werden, aber wenn der Schutzstreifen auf 50cm reduziert wird und der Durchgang mit 1,60m frei bleibt, sind es 15-20 m², die ihm für Sitzgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden können. Dafür brauchen wir jetzt eine geeignete Vereinbarung.
Unser Ziel war und ist die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Belebung der Ortsmitte und die Unterstützung unserer Gewerbetreibenden in ganz Tutzing!
Es werden Entscheidungen von Verwaltungen getroffen, denen jeder Bezug zur Realität mehr fehlt.
Was viele Jahre in Ordnung war (die Straße war schon immer eine Staatsstraße und die Eisdiele an der Stelle) geht jetzt nicht mehr, nach der Sanierung von Straße & Gehweg. Und bei der Planung der Sanierung hat man das nicht gewusst …?
Man möchte eine lebendige Ortsmitte, die Leute sollen vor Ort einkaufen - aber immer neue Hürden werden aufgebaut. Dann ess ich mein Eis eben nicht mehr in Tutzing und geh danach auch nicht mehr in den Sportladen gegenüber.
Und jetzt noch schnell als Gemeinderat einen Tag vor der Wahl darauf zu reagieren ist etwas Augenwischerei. Die Planungen wurden dem Gremium doch schon lange vorgestellt und keiner hat etwas unternommen, auch der Bürgermeister, nicht.
Nehmt uns den Karibikbaum und jetzt noch die Eisdiele. Gute Nacht Tutzing!