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Fischladen ohne Fische

Kleines Geschäft in Unterzeismering steht seit Jahren leer

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Einladend scheint der Fisch über dem Eingang Passanten in den kleinen Laden zu bitten - aber die Tür ist zu. © L.G.

Ein Laden steht direkt am ufernahen Weg bei Unterzeismering. Plakativ weist ein Fischsymbol darauf hin, was es dort zu kaufen gibt - oder geben müsste. Aber das Geschäft der bekannten Fischerfamilie Bäck ist geschlossen – seit Jahren schon.

Weshalb? „Wir haben zu wenig Fisch“, sagt Fischermeister Rolf Bäck: „Die Fangsaison ist sehr kurz – und alles, was wir fangen, geht sofort an die Gastronomie.“ Für den Einzelhandel bleibe so gut wie nichts mehr übrig.

Die Lage ist seit Jahren bekannt: Im Gegensatz zu früheren Zeiten, bevor die Ringkanalisation angelegt wurde, ist der Starnberger See sehr sauber. Perfekt für die Badegäste - aber die Fische werden immer kleiner. Für eine Portion müsse man manchmal drei Fischfilets auf den Teller legen, sagte ein Gastronom einmal.

Der Bauausschuss des Tutzinger Gemeinderats hat sich kürzlich mit dem Anwesen befasst, in dem sich der kleine Laden befindet. Dabei ging es aber nicht um den Fischverkauf, sondern um eine Mauer und einen Zaun. Solche Einfriedungen widersprechen der Tutzinger Ortsbausatzung, denn die gestattet nur Holzzäune, lebende Hecken und Maschendrahtgewebe mit durchgehender Hinterpflanzung aus heimischen Gehölzen. Deshalb war eine Befreiung von dieser Regelung erforderlich, und die hat der Ausschuss erteilt.

Der leer stehende Fischladen kam im Bauausschuss nicht zur Sprache. Ob er vielleicht eines Tages doch geöffnet wird? „Das kommt darauf an“, sagt Bäck, „ob der Fang gesteigert wird.“

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