Gemeindeleben
18.5.2026
Von vorOrt.news

Prof. Rainer Salfeld tödlich verunglückt

Der Gründer der Tutzinger Artemed-Gruppe und sein Pilot sind mit einem Kleinflugzeug abgestürzt

Salfeld4.jpg
Prof. Rainer Salfeld

Prof. Dr. Rainer Salfeld ist bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen. Der Gründer und geschäftsführende Direktor der in Tutzing ansässigen Artemed-Gruppe und der Pilot sind am Samstag mit einem Kleinflugzeug auf dem Flug von Aachen nach Oberpfaffenhofen abgestürzt. Nach Berichten hat es sich um eine historische Propellermaschine des Typs North American P28a Trojan gehandelt. Der „Münchner Merkur“ zitiert eine Anwohnerin damit, dass es einen ohrenbetäubenden Knall gegeben habe, anschließend seien Trümmerteile in ein Wohngebiet gefallen.

Salfeld wurde 66 Jahre alt. Der promovierte Jurist, der früher bei der Beratungsgesellschaft McKinsey tätig war, hat die Artemed-Gruppe zu einem expansiven Unternehmen der Gesundheitswirtschaft aufgebaut. Mit einer recht deutlichen Prognose hat der „Spiegel“ Salfeld im Jahr 2006 zitiert: Ein Drittel der deutschen Krankenhäuser werde den verschärften Wettbewerb nicht überleben. Wie überzeugt er dennoch auch von Erfolgschancen in der Gesundheitswirtschaft war, belegte er mit engagierten Aktivitäten.

Bereits 1990 - während seiner Zeit bei McKinsey – begann er mit einer Klinik zur Diagnostik und Therapie peripherer Gefäßerkrankungen in Bad Oeynhausen. Seitdem sorgte er mit seinem Unternehmen für ein Wachstum, das die Fachwelt immer wieder in Erstaunen versetzte. Inzwischen gehören zur Artemed-Gruppe 19 Krankenhäuser in ganz Deutschland, darunter die in Tutzing und Feldafing, sowie zwei Krankenhäuser in China.

Der bisher letzte auffallende Schritt war die im Januar dieses Jahres besiegelte Übernahme des Behandlungszentrums Kempfenhausen für Multiple Sklerose Kranke gGmbH mit der bekannten Marianne-Strauß-Klinik. Die Gruppe beschäftigt inzwischen mehr als 10 000 Personen. Weiter betreibt das Unternehmen mit einer eigenen Stiftung medizinische Projekte in Myanmar, Tansania und Bolivien.

In einem Nachruf schreibt die Geschäftsleitung, Salfeld habe die Artemed-Gruppe nicht nur gegründet, sondern auch bis in die kleinste Struktur geprägt: „Seine Innovationsfreude, sein wirtschaftliches Geschick, sein Humor und vor allem seine Menschlichkeit und Wertschätzung haben sie zu dem Unternehmen wachsen lassen, das sie heute ist.“ Mit einem erfahrenen Verwaltungsrat, einem starken Direktorium und einer engagierten Mitarbeiterschaft werde man Artemed auch zukünftig im Sinne von Prof. Salfeld weiterführen: „Dennoch ist dies ein unfassbarer Verlust, der uns alle schockiert zurücklässt.“ Nicht zuletzt dank Rainer Salfelds Weitblick stehe die Unternehmensgruppe auf festen und finanziell stabilen Beinen.

In der hiesigen Gegend ist Salfeld auch schon auf ganz andere Weise öffentlich aufgetreten. Als die Artemed-Gruppe ein fünf Hektar großes Gelände des Bundeswehr-Areals für den Neubau des Krankenhauses in Feldafing gekauft hat, hat sie das bekannte "Villino" mit erworben, in dem Thomas Mann gewohnt hat, und das Gebäude mit Erinnerungen an den Schriftsteller neu gestaltet.

Anzeige
Tutzinger-Hof.jpg
ID: 8788
Über den Autor

vorOrt.news

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.