Gemeindeleben
22.3.2026
Von vorOrt.news

„Tutzing ist ein Stück schöner geworden"

Viel Dank und ein wenig Wehmut beim „Asphaltfest“ zum Ende der sechsjährigen Straßensanierung

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Bürgermeister Ludwig Horn (2. von rechts) freute sich über mehrere Gäste vom Staatlichen Bauamt: (von links) Felix Hechtl, Silke Schweigler, Florian Sendl und Jakob Eberle

Benjamin Neudert wirkte fast etwas wehmütig. „Es ist schon etwas schade, dass wir jetzt fertig sind“, sagte der Verkehrsplaner aus Herrsching am Freitag beim „Asphaltfest“ zum Ende der sechsjährigen Sanierungsarbeit an der Tutzinger Ortsdurchfahrt: „Wir haben diese Baustelle immer sehr genossen.“

Baustellenschilder und Männer in Arbeitskleidung ließen erkennen, dass nach wie vor noch einiges zu tun ist. Aber das betrifft die Nebenstraßen, Einmündungen und die Gestaltung eines neuen Platzes im Ortszentrum, auf dem nun das „Asphaltfest“ stattfand. Das große Projekt Sanierung der Hauptstraße, das sechs Jahre gedauert hat, ist seit Dezember vergangenen Jahres fertig.

Etliche der an den Arbeiten Beteiligten kamen eigens zu der kleinen Abschlussfeier – vom Staatlichen Bauamt und den Verkehrsplanern über das Unternehmen Kutter und den Abwasserverband Starnberger See bis zur Gemeinde Tutzing. Bürgermeister Ludwig Horn dankte ihnen allen, auch den Menschen im Ort, die jahrelang mit den Begleitumständen der Sanierung leben mussten, den Mitarbeitern im Rathaus und seiner Vorgängerin Marlene Greinwald, die ebenfalls gekommen war. „Man glaubt gar nicht, was im Hintergrund bei einer Straße so alles zu tun ist“, sagte er.

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"Eine Zeit intensiver Herausforderungen, aber auch eines intensiven Miteinander": (von links) Verkehrsplaner Benjamin Neudert, Kutter-Geschäftsführer Rainer Rogg und Silke Schweigler vom Staatlichen Bauamt
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Champagner bei der Nachricht vom Zuschlag für Tutzing

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Gute persönliche Kontakte: Christoph Knobloch, Projektleiter beim Abwasserverband und Tutzinger Feuerwehrkommandant (links), im Gespräch mit Verkehrsplaner Benjamin Neudert

Für Silke Schweigler, die für den Landkreis Starnberg zuständige Abteilungsleiterin des Staatlichen Bauamts Weilheim, waren die sechs Jahre „eine Zeit intensiver Herausforderungen, aber auch eines intensiven Miteinanders“. Tatsächlich scheinen sich in diesen sechs Jahren über die Arbeit hinaus auch viele persönliche Kontakte ergeben zu haben. Silke Schweigler erwähnte es beispielhaft als sehr vorteilhaft, dass der zuständige Projektleiter beim Abwasserverband, Christoph Knobloch, auch Feuerwehrkommandant in Tutzing und ein guter Ortskenner ist. Verkehrsplaner Neudert sagte, es habe immer konstruktive Dialoge mit den Bürgern gegeben.

Tief blicken ließ auch, was Kutter-Geschäftsführer Rainer Rogg erzählte: Als sein Unternehmen den Zuschlag für den dritten Bauabschnitt der Straße erhalten hat, wurde in der Firma ein Champagner aufgemacht. Nachdem Kutter schon den ersten Bauabschnitt im Süden von Tutzing mit dem neuen Kreisverkehr bearbeitet hatte, habe das Unternehmen den zweiten Bauabschnitt leider nicht bekommen: „Da waren wir zu teuer.“

In der Tutzinger Bevölkerung waren immer wieder positive Äußerungen über Kutter zu hören. Rogg berichtete über gute Kontakte mit den Menschen in dieser Gemeinde bis hin zu dem in Tutzing lebenden Rocksänger Peter Maffay, der an Mitarbeiter Autogramme verteilt habe. Recht angetan zeigte sich Rogg auch über die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Ludwig Horn, der ihm unter anderem über Instagram viele Informationen zugänglich gemacht habe. „Ein junger Bürgermeister“, sagte er, „das ist toll für diese neuen Sachen.“ Er hoffe, dass sein Unternehmen weiter von der Gemeinde Aufträge erhalten werde - „auch beschränkte Ausschreibungen“, fügte er hinzu, also solche unterhalb der EU-Schwellengrenze.

Bürgermeister Horn: „Das Durchhaltevermögen unserer Gewerbetreibenden ist anerkennenswert"

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Noch mit Baustellenatmosphäre, aber auf dem Weg zu einem einladenden Ort: Das Asphaltfest fand auf dem entstehenden Platz statt

Die Kosten der Straßensanierung bezifferte Silke Schwigler mit rund 20 Millionen Euro für die drei Bauherren Staatliches Bauamt, Gemeinde Tutzing und Abwasserverband Starnberger See. Eine besondere Herausforderung habe die Verkehrsführung dargestellt, denn die Sicherheit aller Menschen und auch der Bauarbeiter habe oberste Priorität gehabt. Oft habe improvisiert werden müssen, so beispielsweise, wenn im Untergrund wieder mal eine Leitung aufgetaucht sei, von der man vorher nichts gewusst habe.

Die mit der langjährigen Sanierung verbundenen Probleme wurden nicht verschwiegen. „Natürlich bleiben bei so einem Projekt Beschwerden nicht aus“, sagte Silke Schweigler. Sie dankte nicht nur allen Beteiligten, sondern auch den Anwohnern und den Gewerbetreibenden für ihre Geduld und ihr Interesse.

Auch Bürgermeister Horn dankte „allen, die das durchgehalten haben“. Er bekräftigte: „Das Durchhaltevermögen unserer Gewerbetreibenden ist anerkennenswert.“ Es sei ihm ein großes Anliegen, ihnen Dank dafür zu sagen und seinen Respekt zu bezeugen. Silke Schweigler wies auch darauf hin, dass zahlreiche Rückmeldungen geholfen hätten, die Abläufe zu verbessern. Planer Neudert erinnerte an intensive Besprechungen über das Sanierungsprojekt in Bürgerversammlungen, und er sagte zu den Anwesenden: „Ich hoffe, Sie erkennen, dass wir viele Ihrer Wünsche aufgenommen haben.“

Verkehrsplaner Neudert zu den Tutzingern: "Jetzt gehört sie Ihnen, die Hauptstraße"

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"Die Lebensqualität in Tutzing wird sich stark verbessern": Kutter-Geschäftsführer Rainer Rogg (links) war mit seinem Sohn Jürgen gekommen, der ebenfalls bei dem Unternehmen tätig ist © Fotos: L.G.

Die Überzeugung, dass sich das alles gelohnt hat, durchzog die kleine Veranstaltung wie ein roter Faden. Kutter-Geschäftsführer Rogg gab sich überzeugt, dass sich die Lebensqualität in Tutzing durch die Sanierungsmaßnahmen stark verbessern werde. Das Pflaster werde zum Verweilen einladen. Und: „An der Eisdiele kann man super sitzen – das ist was ganz Tolles“ – als hätte er von den jüngsten Diskussionen über die Zahl der Tische dort gehört.

Bürgermeister Horn meinte, letztlich gehe es darum, Lebensfreude und Aufenthaltsqualität zu schaffen und einen einladenden Ort zu gestalten. Das alles erhöhe die Frequenz, eine erhöhte Frequenz erhöhe die Wirtschaftlichkeit, und gastronomischen Angebote und den Handel spielten bei all dem eine wesentliche Rolle. Horn nutzte die Gelegenheit auch, um auf das große in diesem Jahr bevorstehende Tutzinger Ereignis hinzuweisen: „Ich freue mich sehr auf die Fischerhochzeit.“ Man sehe bereits, wie einzelne Häuser herausgeputzt würden.

Für Verkehrsplaner Neudert steht fest: „Tutzing ist ein Stück schöner geworden.“ Nach zehn Jahren – einschließlich der Vorlaufzeit mit der Planung – wünsche er den Tutzingern alles Gute. „Jetzt gehört sie Ihnen, die Hauptstraße.“

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