Gespart und trotzdem draufgezahlt: Rathaus, Bauhof, Feuerwehr, Würmseehalle und Grundschule Traubing haben 2025 zusammen 8,3 Prozent weniger Wärme verbraucht als im Vorjahr. Gegenüber dem Schnitt der Jahre 2021 bis 2024 sind es sogar knapp 18,5 Prozent weniger. Die Heizkosten stiegen dennoch um fast 38 Prozent auf rund 70 200 Euro. Der Grund ist das Erdgas, mit dem alle Gebäude überwiegend beheizt werden. Eine Kilowattstunde Wärme kostete die Gemeinde im Schnitt 7,25 Cent statt 5,14 Cent im Jahr zuvor.
Insgesamt beliefen sich die Energiekosten auf 116 865 Euro, das sind 17 Prozent mehr. So steht es im Energiebericht des Kompetenzzentrums Energie EKO e.V. aus Penzberg. Die Gutachter bewerten die Entwicklung beim Wärmeverbrauch dennoch als sehr positiv. Nicht enthalten ist die Grund- und Mittelschule, die gerade saniert wird. Sie brauchte bisher allein so viel Wärme wie die fünf anderen Gebäude zusammen.
Die Grundschule Traubing spart fast die Hälfte, der Bauhof heizt zu viel
Den größten Anteil am Rückgang hat die Grundschule Traubing. Dort wurden Mitte 2024 die Heizung erneuert und die Leitungen gedämmt. Der Wärmeverbrauch sank um gut 41 Prozent. Mit 36 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt die Schule inzwischen weit unter dem Zielwert von 63.
Ganz anders sieht es beim Bauhof in Unterzeismering aus. Er verbraucht 179 Kilowattstunden pro Quadratmeter, der Durchschnitt vergleichbarer Bauhöfe liegt bei 119. Der Bauhof kostet beim Heizen mit rund 24 400 Euro so viel wie die dreimal größere Würmseehalle. Die Gutachter sehen hier hohen Handlungsbedarf, auch wenn der Verbrauch leicht sinkt.
Mehr Strom, mehr Sonnenstrom
Der Stromverbrauch stieg um knapp elf Prozent auf rund 245 000 Kilowattstunden und liegt damit wieder auf dem Niveau von 2023. Fast der gesamte Anstieg entfällt auf die Würmseehalle, die 23,5 Prozent mehr Strom brauchte. Beim Wasser ging der Verbrauch dagegen um 8,4 Prozent zurück. Positiv bewerten die Gutachter die Photovoltaik. Die Anlagen auf dem Rathaus und der Grundschule Traubing erzeugten knapp 62 000 Kilowattstunden. Rund 62 Prozent davon verbrauchten die Gebäude selbst. 2020 war der Sonnenstrom noch fast vollständig ins Netz eingespeist worden.


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Kommentare
danke für den wichtigen Hinweis. Er wirft allerdings eine Frage auf, denn im Energiebericht sind nur die Anlagen auf dem Rathaus und der Grundschule Traubing erwähnt mit zusammen 62.000 Kilowattstunden. Die Bauhof-Anlage taucht dort nicht auf, sofern ich nichts übersehen habe. Entweder wird sie nicht mitgezählt, oder sie gehört nicht der Gemeinde und speist komplett ins Netz. In beiden Fällen hilft sie dem Bauhof bei seinem eigentlichen Problem nicht, bei den erwähnten 179 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter, gewonnen aus Erdgas. 24.400 Euro Heizkosten sind ein dickes Brett, ein Wert, der 50 Prozent über vergleichbaren Bauhöfen liegt. Und Sonnenstrom auf dem Dach ersetzt definitiv keine Dämmung und auch keine Wärmepumpe.
Dass der Wechsel zu sparsamer Technologie Geld kostet, ist völlig richtig. Und genau deshalb ärgert mich der Blick in die Vergangenheit so sehr. Die Grundschule Traubing wurde 2024 angepackt und spart schon im ersten vollen Jahr 41 Prozent Wärme. Hätte der Gemeinderat den Bauhof damals gleich miterledigt, wären die Unkosten heute schon ein Stück weit wieder im Säckel. Stattdessen zahlen wir Jahr für Jahr den steigenden Gaspreis, ab 2027 mit höherem CO2-Aufschlag.
Dieser Energiebericht ist der überzeugende Beweis dafür, dass Warten im Bereich der Energiewende deutlich teurer war und ist als schnelles Handeln.
Ihnen auch einen schönen Abend.
Sie Herr Kerbs haben nicht ganz recht. Der Bauhof hat eine große Solaranlage auf dem unteren Gebäude. Es ist wichtig generell Kosten einzusparen, aber es kostet auch viel Geld und auch Zeit.
Allen einen schönen Abend noch.
Mit freundlichen Grüßen
Das Leck wird verkörpert durch den Umstand, dass alle fünf Gebäude am Erdgas hängen. Jeder einzelne dieser 70.000 Euro fließt somit nicht in Tutzinger Handwerksbetriebe oder die Kommune, sondern er geht an Gasexporteure, deren Regime man sich lieber nicht genauer anschaut. Und das Ende dieses finanziellen Aderlasses ist noch längst nicht erreicht. Denn 2027 wird der CO2-Preis auf Erdgas planmäßig auf bis zu 65 Euro je Tonne ansteigen und 2028 beginnt der europäische Emissionshandel fürs Heizen. Das ist ein allseits bekannter Fahrplan, der das fossile Heizen verteuern soll, weil es ineffizient ist, die hinlänglich bekannten Folgen für das Klima hat und enorme politischen Risiken birgt.
Vor drei Jahren wurde in genau diesen Kommentarspalten über Robert Habeck und das „Heizungsgesetz“ gehöhnt. Heute zeigt die Grundschule Traubing, wieso dieser Weg genau richtig gewesen wäre: eine erneuerte Heizung plus ein paar gedämmte Leitungen senken den Verbrauch um 41 Prozent. Hätten wir damals dasselbe mit dem Bauhof gemacht, der mit 179 Kilowattstunden pro Quadratmeter zu Buche schlägt, müssten die Gutachter heute nicht „hohen Handlungsbedarf“ feststellen. Den es schon damals gab, den aber nur die Grünen sehen wollten.
Und der Strom? Der Verbrauch nimmt um elf Prozent zu, ohne dass es dazu eine Einordnung gibt. Er wird weiter steigen, weil der Fuhrpark im Bauhof weitere Elektrofahrzeuge bekommen wird und hoffentlich bald mehr Wärmepumpen installiert werden. Zwei vorhandene PV-Dächer liefern 62.000 Kilowattstunden. Keinen Strom liefern all die Dächer ohne Module: die Würmseehalle, der Bauhof und die Feuerwehr. Jedes weitere Jahr, in dem gezögert und gezaudert wird, kostet uns viel Geld und Wertschöpfung, die exportiert wird, statt sie im Ort zu halten.
Erinnern Sie sich noch? Wer das 2023 schon so formuliert hat, galt damals als Ideologe. Heute wird genau das als „sehr positiv“ bezeichnet, während sich an die Diskussion von damals niemand mehr erinnern möchte.