Energie
8.5.2026
Von Lorenz Goslich

In Tutzing sprudeln die Energie-Ideen

Unterschiedlichste Aktivitäten wurden im Rathaus vorgestellt

Rathaus101jpg.jpg
Großes Interesse an Energiethemen: Im Sitzungssaal des Rathauses waren alle Plätze besetzt

Nick Tewes war erkennbar beeindruckt: „Es gibt so viele Menschen in Tutzing, die sich um das Thema Energie kümmern“, sagte der Initiator der Initiative „MiTeinander“, die in dieser Gemeinde etwas voranzubringen versucht, schwerpunktmäßig in den beiden Bereichen Energie und Wirtschaft. Diese Aktivitäten laufen schon eine ganze Weile unter Beteiligung auch von hiesigen Kommunalpolitikern. Eine Veranstaltung im Rathaus war Ende April der erste öffentliche Auftritt, und im Sitzungssaal waren alle Plätze besetzt.

Die Veranstaltung wurde zu einer Präsentation unterschiedlichster Lösungsansätze. Gemeinnützige Aktivitäten waren ebenso dabei wie kommunale Kooperationen und privatwirtschaftliche Initiativen. Der Bogen spannte sich von der Bürgerenergie Tutzing eG, die am Oberen Hirschberg ein „Bürgersolarkraftwerk“ errichten will, über die Energiegenossenschaft Fünfseenland bis zu „Klima3“, der Energieagentur der Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech. Agenturchef Andreas Weigandt bestätigte stark steigendes Interesse. So seien etwa die Anfragen für Wärmepumpen in den vergangenen Wochen „sprunghaft nach oben gegangen“. Er verwies auch auf andere Ansätze wie die Geothermie, so etwa in Geiselbullach, wo gerade mit Testbohrungen überprüft wird, ob genügend Wasser mit einer ausreichenden Temperatur geliefert werden kann. Seine Agentur betreue 68 Kommunen, habe Kontakt ebenso zu den Energieversorgern, sie befasse sich mit der kommunalen Wärmeplanung und auch mit der Seethermie am Ammersee, und sie sei in der Energieberatung für die Bevölkerung aktiv. „Wir kommen auch zu Ihnen nach Hause“ sagte er.

„Es ist wichtig, dass die Bürger vor Ort an der Energiewende verdienen"

Rathaus6.jpg
Konzepte der Energiegenossenschaft Fünfseenland wurden im Rathaus vorgestellt

Vieles könne man als Kommune selbst machen, sagte Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn. Er erwähnte die aktuellen Bemühungen um den Aufbau eines „kleinen“ kommunalen Wärmenetzes „mitten im Ort“ und um die Nutzung von Seewärme („Man zapft den See an“), die Installation eines Eisspeichers für die Grund- und Mittelschule im früheren Hallenbad, den Beitritt der Gemeinde Tutzing zur „17er Oberlandenergie“, einem Zusammenschluss von Stadt- und Gemeindewerken und wichtige noch zu lösende Energieaufgaben in den Liegenschaften der Gemeinde.

Mit Unterstützung der Energiegenossenschaft Fünfseenland sei in Tutzing schon einiges entstanden, sagte Bernd Pfitzner, Gemeinderat der Grünen, der nebenberuflich bei der Genossenschaft tätig ist. Beispielhaft erwähnte er eine Photovoltaikanlage auf dem Rathaus. Pfitzner beschrieb ein großes Aktivitätsfeld der Genossenschaft. Sie betreibe beispielsweise ein Wärmenetz in Seefeld und engagiere sich in der Elektromobilität, in Frieding laufe eine erste große Freiflächen-Photovoltaikanlage, seit einigen Jahren könne man regionalen „Fünfseenstrom“ beziehen, auch bei einem neuen Windpark im Forstenrieder Park, in dem sechs Windräder entstehen sollen, sei die Genossenschaft dabei. Pfitzner verwies auch auf weitere Modelle der Energiegenossenschaft. Bei der „SmartPacht“ verpachtet eine Kommune ihre Dachflächen an die Genossenschaft, die darauf Photovoltaikanlagen auf eigene Kosten errichtet, während die Kommune die PV-Anlage im Gegenzug zurückpachtet und den produzierten Solarstrom bezieht. Beim „Smartteilen“ erhalten Mitglieder der Genossenschaft Anteile am zukünftigen Energieprojekt und ziehen daraus Nutzen beispielsweise durch Einspeisung erneuerbarer Energie oder durch Erträge aus gemeinschaftlich erzeugtem Strom. Durch PV auf dem Dach werde die Stromrechnung reduziert, versicherte Pfitzner. Auch Mieter würden damit gleichgestellt wie Hauseigentümer. Bei einem Mieterstrommodell falle die Regulatorik weg. Er gab sich sogar überzeugt: „Es ist wichtig, dass die Bürger vor Ort an der Energiewende verdienen.“

Anzeige
Werbung_2_EDEKA_HEISS.gif

Interessante Ansätze von Energie-Startups

Speisereste-pixabay.png
In Speiseresten steckt Energie. Vögel wissen das schon lange - das Unternehmen Ecomates will dies nutzen © pixabay - SLPix

Auch junge Unternehmen, so genannte Startups, erhielten bei der Veranstaltung im Rathaus die Möglichkeit, sich mit ihren speziellen Angeboten vorzustellen. Über eine Initiative „Komm:Transform“, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird, baut Tewes ein Netzwerk mit etlichen dieser Unternehmen auf. Vertreter zweier Firmen waren persönlich nach Tutzing gekommen, von anderen wurden kurze Videobeiträge gezeigt. Die Ansätze wirken vielfach hochinteressant, doch wegen der nicht allzu guten Akustik und nicht in allen Fällen gekonnter Kommunikation verstanden viele im Saal nur bedingt, was diese Unternehmen konkret machen. Das wurde in Gesprächen später bedauert, denn viele hätten gern genauer gewusst, welche Energieideen da so sprudeln. Wir haben Angaben über diese Startups, die wir gefunden haben, hier zusammengestellt: Von Speiseresten bis zum digitalen Tutzinger Zwilling

Eines der Startups, das Unternehmen Viadukt aus Wuppertal, befasst sich mit Gebäudeanalysen und Modernisierung. Ein „digitaler Zwilling von Tutzing“ war schon vorab angekündigt worden, aber viel mehr konkrete Angaben gab es in einer Videobotschaft dazu nicht. Eher allgemein wurde erläutert, dass Viadukt Daten sammle, mit deren Hilfe man Energie-Einparpotenziale erkennen könne.

Persönlich nach Tutzing gekommen war Valentin Grabmaier, Mitgründer des aus der Technischen Universität München ausgegründeten Unternehmens Ecomates. Sein Unternehmenszweck ist die Verarbeitung von Speiseresten zu Biogas. Wenn man essen geht und es schmeckt einem nicht, sagte Grabmaier, dann gibt man die Speise zurück. In Betriebsrestaurants, Pflegeheimen und Krankenhäusern fielen oft täglich 100 bis 200 Kilogramm Speisereste an. Die kämen dann in die Biotonne und in Kühlräume, schließlich würden sie häufig sehr weit zu Entsorgungsanlagen transportiert. „Da steckt viel Energie drin“, sagte der Jungunternehmer – dabei sei es doch viel sinnvoller, sie zu nutzen. Vielleicht könne man das auch in Tutzing tun.

Zwischen Begeisterung und Verunsicherung

Rathaus.jpg
Auf dem Tutzinger Rathaus ist schon vor längerer Zeit mit Unterstützung der Energiegenossenschaft Fünfseenland eine Photovoltaikanlage entstanden © L.G.

Von der umfangreichen Informationsflut zu Energiethemen wirkten im sichtlich interessierten Publikum viele erkennbar beeindruckt, aber auch verwirrt. „Das ist eine Richtung, die die Gemeinde einschlägt – das finde ich einfach wunderbar“, schwärmte ein Besucher. Ein anderer, der im Jahr 2000 in die Hofmairstraße gezogen ist, sprach aber auch seine Verunsicherung deutlich an: Sein Haus habe schon beim Kauf Module auf dem Dach gehabt, er habe verschiedene Phasen erlebt und Geld investiert, doch durch die rechtlichen Rahmenbedingungen sei dann auch manches verhindert worden. Seine klare Konsequenz: „Ich würde Entscheidungen, die ich getroffen habe, heute nicht mehr treffen.“ Und er fragte: „Wie sicher ist eine realistische Rechnung? Mit welcher Sicherheit kann ich Entscheidungen treffen?“ Schließlich müsse man immer Geld in die Hand nehmen.

Für diese eher kritischen Äußerungen gab es von anderen Zustimmung. Ihm und wohl vielen anderen gehe es ebenso, gestand Organisator Nick Tewes offen. Andreas Weigandt, der Chef der Energieagentur Klima 3, bestätigte: „Zurzeit ist es schwer, Aussagen zur politischen Verlässlichkeit zu treffen.“ Für Strom aus einer PV-Anlage erhalte man ja noch eine EEG-Vergütung von 8 Cent je Kilowattstunde, sagte er – aber was, wenn es keine Förderung mehr gebe? Sinnvoll sei es mit möglichst hohem Eigenverbrauch, mit einer Wärmepumpe und einem Elektroauto.

Aber offenkundig ist auch viel herumschwirrende Skepsis nicht immer berechtigt. Kritisch beurteilte Wiegandt zum Beispiel kursierende Behauptungen, dass sich eine Wärmepumpe nur in Verbindung mit einer Fußbodenheizung lohne. „Das sollte man sich genau anschauen“, riet er. Es sei auch ein „großer Mythos“, dass eine Wärmepumpe nur in einem Neubau funktioniere. Er kenne ältere Häuser, in denen das kein Problem sei. Sein Heizungsbauer befasse sich sogar überhaupt nur noch mit Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Das bestätigte ein Besucher der Veranstaltung: „Ich werbe für die Wärmepumpe – wir haben keine Bodenheizung, aber es funktioniert wunderbar.“ Es sei unglaublich, „was die Sonne bringt“. Im Winter sei es zwar schwierig, aber insgesamt gleiche es sich aus.

„Man darf nicht immer nur aufs Geld schauen“

Tutzing8-BG.jpg
Von der Seewärme bis zu Investitionen in Gebäude: In Tutzing wird über etliche Energiepotenziale diskutiert © L.G.

Hingewiesen wurde aber auch auf andere Einflussfaktoren, die man wohl nicht ganz außer acht lassen sollte. So berichtete Jochen Twiehaus von vielen Energieberatungen in seinem Tutzinger Architekturbüro. Nicht wenige von denen, die bauen, seien schon älter und im Ruhestand. Twiehaus verwies darauf, dass gerade in der hiesigen Region die Grundstücke immer mehr wert würden und die Häuser immer weniger. „Die Erben teilen es eines Tages auf und reißen oft die Gebäude ab.“ Damit würden auch die vielleicht erst einige Jahre zuvor eingebauten Energiegeräte mit abgerissen. „Das ist eine Realität, die man berücksichtigen sollte“, folgerte er: „Man sollte nur in Dinge investieren, die sich auch rentieren.“ Denen, die in Sachen Energie skeptisch sind, empfahl Klima3-Chef Wiegandt: „Rufen Sie uns an.“

Durch die eher zurückhaltenden Äußerungen fühlten sich manche erst recht zum Widerspruch aufgefordert. „Man darf nicht immer nur aufs Geld schauen“, rief ein Besucher aus: „Wichtig ist, dran zu glauben – wenn wir zusammenhalten und uns vernetzen, brauchen wir kein Öl mehr.“ Das sah ein anderer Besucher ähnlich: „In Deutschland muss immer alles perfekt sein – man darf nichts ausprobieren, was auch mal scheitern kann.“ Geradezu ideal ist für diesen Besucher der „Wasserspeicher See“: „Wir haben einen See, den sonst keiner hat.“

Das derzeit noch visionäre Projekt Seewärme kam bei der Veranstaltung immer wieder zur Sprache. Ein Besucher wollte nicht verstehen, warum es dabei nicht zu einer Zusammenarbeit mehrerer Seegemeinden kommt. Gemeinsam mit Feldafing, Pöcking und anderen könne man eine Größenordnung erreichen, die auch größere Unternehmen interessieren müsste, sagte er: „Das wären 100 000 Menschen, die wir mit Wärme versorgen könnten.“

Rufe nach kommunaler Zusammenarbeit bei der Seewärme

Luzern1.png
Tutzing allein: Eine kommunale Zusammenarbeit in Sachen Seethermie ist bisher am Starnberger See nicht zustande gekommen - im Gegensatz zum Ammersee. Die Grafik aus Luzern zeigt, wie Wasser aus einem See zur Wärmenutzung entnommen werden kann. © ewl Energie Wasser Luzern, Broschüre "See-Energie - ökologisch heizen und kühlen"

Am Ammersee gibt es Ansätze für eine kommunale Zusammenarbeit in Sachen Seewärme. Die fünf Gemeinden Inning, Schondorf, Utting, Dießen und Herrsching versuchen die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zu klären. Am Starnberger See hat so etwas bisher nicht geklappt. „Wir machen das allein“, sagte Tutzings Bürgermeister Horn bei der Veranstaltung ernüchtert: „Das hat sich nicht anders ergeben wie am Ammersee.“ Dass er damit nicht zufrieden ist, fügte er gleich hinzu. Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für so ein Projekt erwartet die Gemeinde Tutzing im Sommer dieses Jahres.

Bei einem Wärmenetz mit Seewärme seien hohe Investitionen notwendig, sagte Gemeinderat Bernd Pfitzner: „Das wird eine Gemeinde wie Tutzing nicht stemmen können.“ Er plädiert für Bürgerbeteiligung bei solchen Projekten: „Nicht, dass sich ein paar Firmen die Profite teilen.“ In Tutzing gebe es bereits zwei Genossenschaften, die in dieser Richtung arbeiteten und die so etwas mit Bürgerbeteiligung machen könnten. Ecomates-Mitgesellschafter Grabmaier verwies auf die Schweiz: Dort könne man seit kurzer Zeit lokale Einkaufsgemeinschaften bilden. In Deutschland sei das noch nicht möglich. „Die Energiegenossenschaft wäre eine gute Möglichkeit, so etwas darzustellen“, meinte er. Man sollte Pilotprojekte schaffen, bei denen zum Beispiel zwei oder drei Gemeinden zusammen ihre Energieversorgung gestalteten, pflichtete auch ein Besucher bei. Am Starnberger See könnten beispielsweise fünf Gemeinden eine Genossenschaft für die Seewärme bilden, meinte er. Über eine „Private Public Partnership“ (PPP) könne man so etwas bestimmt gestalten. Dann sei es zunächst auch egal, meinte dieser Besucher, „ob zwei oder vier Prozent Rendite herauskommen“. Es sei eine Freude, dass bereits viele Gemeinden in dieser Hinsicht die Initiative ergriffen. „Bitte setzen Sie sich dafür ein“, appellierte er an die anwesenden Kommunalpolitiker. Wenn es positiv laufe, könne so etwas bayernweit oder deutschlandweit ausgeweitet werden.

Zunächst gelten auch die Potenziale in Tutzing allein schon als gut. Jochen Twiehaus verwies auf mehr als 70 Unternehmen in der Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender (ATG), deren Vorstand er als Beisitzer angehört. Wenn die Interessen dieser Unternehmen gebündelt würden, sei ein „relevantes Nahwärmenetz“ relativ schnell realisierbar“, meinte er. So könne man das bahnhofsnahe Quartier mit den Gebäuden Lobster, Foursite und weiteren Immobilien verbinden und dieses Netz leicht erweitern, bis hin zum Krankenhaus und zum Kloster, zu den Schulen, zum Bahnhof und Neubauten, die in diesem Areal geplant sind.

Klima3-Chef: „Um Tutzing mache ich mir keine Sorgen“

Rathaus4.jpg
Ab 100 Euro können alle dabei sein: Informationen zum geplanten Tutzinger Bürgerenergiepark am Oberen Hirschberg fanden im Rathaus Interesse © L.G.

Klima3-Chef Wiegandt zeigte sich von dem, was in dieser Gemeinde unternommen wird, recht angetan. „Um Tutzing mache ich mir keine Sorgen“, sagte er: "Gerade dann, wenn der Bürgermeister dafür brennt - da kenne ich ganz andere Gemeinden.“ Tutzings Bürgermeister Horn fühlt sich offenkundig seinerseits durch das Engagement von Einheimischen stark unterstützt. Bei der Bürgerenergie Tutzing eG sei es „toll, dass es Leute gibt, die sich dafür persönlich einsetzen“, schwärmte er. Dort und bei der Energiegenossenschaft Fünfseenland wisse er, wer dahintersteht: „Bei Eon weiß ich gar nicht, wie der Vorstandsvorsitzende heißt.“ Für nur 100 Euro könne jeder ein Teil der Bürgergenossenschaft sein. Als der neu für die Grünen in den Gemeinderat gewählte Gerald Herrmann wissen wollte, wer bereits Mitglied der Bürgerenergie Tutzing eG und der Energiegenossenschaft Fünfseenland ist, wurden viele Hände im Saal gehoben. „Wir haben den Bebauungsplan aufgestellt“, sagte Horn, „das war extrem viel Arbeit, aber wir haben es geschafft.“ Es sei „eine ganz große Hürde“, ergänzte Horn, „dass man durch die Regulatorik hindurchfindet“. Vogelnester seien gefunden worden, viele Kleinigkeiten seien zu beachten gewesen. Dass „auch Bodenbrüter und Rabennester“ berücksichtigt würden, fand Marco Lorenz, der Vorsitzende der Bürgerenergie Tutzing eG, aber durchaus gut: „Warum nicht?“

Eine „sehr starke Regulatorik in Deutschland“ beklagte auch Bernd Pfitzner von den Grünen. Den „Smart-Meter-Rollout“ – ein intelligentes Messsystem, mit dem moderne, dynamische Stromtarife genutzt werden können - habe Deutschland „über Jahrzehnte verschlafen“. Das Engagement der Energiegenossenschaft geht laut Pfitzner weit. Sie ist unter anderem beim Projekt „Entrance“ dabei, um per „Energy Sharing“ die gemeinschaftliche Nutzung lokal erzeugter Erneuerbarer Energien zu ermöglichen. Die Politik sei aber leider noch sehr „auf die großen Energieversorger fokussiert, die dabei ihr Geschäftsmodell verlieren“, kritisierte Pfitzner: „Da wird Deutschland nachziehen müssen.“

Umfangreiches Programm in Tutzing geplant: Von einer "MiT-Geh-Tour" bis zur Energiemesse

Initiator Nick Tewes hofft auf Impulse, die in Tutzing aus den vielen Informationen bei dieser Veranstaltung entstehen können. Er forderte alle zum Diskurs und zu eigenen Aktivitäten auf. Für Engagement dürfte es im weiteren Jahresverlauf etliche Gelegenheiten bieten, denn im Rahmen der Initiative „MiTeinander“ soll es ein umfangreiches Programm geben. Am 10. Oktober 2026 ist beispielsweise eine Energiemesse geplant. Vorgesehen sind außerdem eine Online-Veranstaltung „Energie managen“ mit Startups, eine „MiT-Geh-Tour“ zu vier beispielhaften Orten in Tutzing, die Vorstellung von Tutzinger „Energiehelden“, Unterstützungsformen für Wohneigentümergemeinschaften und Quartiere sowie Energieprojekte und Aktionen in den Tutzinger Schulen.

Ein Besucher empfahl, in Tutzing Informationen darüber zu sammeln, wer Energie einspare. Darüber gebe es bisher keinen Überblick. Ein anderer, der in der Nachbargemeinde Feldafing wohnt, erzählte von viel eigenem Engagement: Er ist Investor bei der Bürgerenergie Tutzing eG, in seinem Haus hat er Solarthermie und Photovoltaik, und er fährt ein Hybridauto. Auch fast alle seine Nachbarn habe er schon einbezogen. „Man braucht dafür Begeisterung und Initiative“, folgerte er. Gewiss habe er derzeit Stromüberschuss, und im November werde er Strom kaufen müssen. Aber in einem Netzwerk gibt es nach seiner Überzeugung viele Ideen. Ein weiterer Besucher sah Bedarf an Informationen über die Projekte, die es gibt, am besten auf einer Webseite: „Wichtig ist eine Plattform, wo wir den Bürger sagen: Jetzt sind die Steine weggeräumt – sonst wartet jeder drauf.“ Dabei sei es wichtig, dass die Gemeinde dahinter stehe: „Dass die Bürger sehen, es ist ein Gemeinschaftsprojekt und nicht eine Initiative, die Geld verdienen will.“

Kontakt

Nick Tewes
joinTransition gGmbH
Tel. 0171 7722305
https://jointransition.org/

ID: 8744
Über den Autor
Goslich-Lorenz2.jpg

Lorenz Goslich

Wirtschafts- und Lokaljournalist, Diplom-Kaufmann, Dr. oec. publ. Schreibt für diverse Medien und liebt seinen Heimatort Tutzing.

Kommentar hinzufügen

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen.