Die neue Tutzinger Bürgerenergie-Genossenschaft an der Spitze: Oben auf dem Lobster-Gebäude, in der so genannten Skylounge, haben die Initiatoren gestern Abend eine "Bürgerenergie-Party" veranstaltet. Dabei gab es viel gute Laune und Gelegenheit, über den am Oberen Hirschberg geplanten "Bürgerenergiepark" mit einer "Agri-Photovoltaikanlage" zu sprechen.
Finanzielle Beteiligungen möglichst vieler Einheimischer an dem Projekt sind gesucht. Das Interesse daran ist groß, wie sich auch gestern wieder gezeigt hat. Schon nach einer Informationsveranstaltung im Rathaus vor wenigen Wochen hatten sich innerhalb von nur fünf Tagen mehr als 50 Personen als Mitglieder bei der Genossenschaft eingetragen und insgesamt über 147 000 Euro an Anteilen gezeichnet, wie berichtet wurde.
Alle, die in Tutzing wohnen, können finanziell an dem Projekt mitwirken – mit Beteiligungen ab 100 Euro und bis 20 000 Euro. Nur wenn aus Tutzing nicht genug Geld aufgebracht wird, soll in einem Umkreis von 50 Kilometern nach weiteren Interessenten Ausschau gehalten werden.
"Autobus reisebereit zur Abfahrt"
Der Vorsitzende der neuen Genossenschaft, Marco Lorenz, äußert sich besonders erfreut darüber, dass unter denen, die sich schon für eine Mitgliedschaft bei der Genossenschaft entschieden haben, auffallend viele Senioren sind. Es gebe sogar einen „zweifachen Rekordhalter“: „Die höchste Beteiligung hat unser vorerst ältestes Mitglied mit 87 Jahren gezeichnet.“
Nun hoffen die Initiatoren auf viele weitere Mitwirkende, die das Projekt begleiten und sich finanziell engagieren wollen: Aufsichtsratsmitglied Korbinian Schlingermann formuliert dies mit einem Vergleich: „Da gibt es nun diesen Autobus, der reisebereit zur Abfahrt bereit steht, nun brauchen die Tutzinger Bürgerinnen und Bürger nur noch einsteigen, dann können wir gemeinsam losfahren." Die Einladung sei schon vielfach angenommen worden, der Bus könne starten, so die Initiatoren: „Wer noch schnell einsteigen möchte - es gibt noch freie Plätze.“
Die „Agri-Photovoltaikanlage“ soll mit senkrecht vorgesehenen Modulen eine Verbindung von Solarenergie-Erzeugung und landwirtschaftlicher Nutzung ermöglichen. Errichtet werden sollen am Oberen Hirschberg in einem ersten Abschnitt bis 2026 auf zwölf Hektar Fläche eine PV-Anlage mit etwa 6 MWp Leistung, ein netzdienlicher Stromspeicher mit 16 MWh Kapazität sowie eine Schnellladestation für 10 PKW und 10 LKW oder Busse. Dafür wird mit Investitionen von 6,3 Millionen Euro gerechnet. Abschnitt 2, der für 2027/28 geplant ist, soll einen Großspeicher mit 80 bis 100 MWh und den Bau eines Umspannwerks mit Anbindung an das Hochspannungsnetz umfassen.
Weitere Informationen und Mitgliedsantrag:
www.be-tutzing.de
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Kommentare
Ich mache da mit, obwohl ich in keiner Partei bin aber ab 1970 als die Atomkraftwerke begannen wie Pilze zu wachsen, habe ich viele Informationen gesammelt und das Problem erkannt.
Der Atomstrom ist der gefährlichste und teuerste Strom überhaupt, man muss nur die staatlich immens geförderten Entwicklungskosten, die Urangewinnung und Anreicherung, die Sicherheits Standard im Betrieb, die langfristigen Folgen für die Umgebung bei einem Unfall, der kostenintensive Abbau der Atomkraftwerke und die nicht gelöste und sehr teure Endlagerung berücksichtigen.
Deshalb ist die Angst der Menschen vor erneuerbaren Energien nur auf Unwissenheit oder auch auf nicht gewollter Informationsaneignug zurückzuführen.
Alle Gegenargumente sind Angst vor neuen Herausforderungen, es werden die Ausbeutung der Arbeiter von seltenen Erden, der Wind der nicht berechenbar weht, die Sonne die nur tagsüber scheint und die Biomasse die nicht berechenbar ist.
Das Hauptproblem lag in den Speichern, die derzeit mit Batterien gelöst werden, aber viel besser mit Speicherseen zu lösen sind.
Da wurde 10 Jahre geschlafen.
Aber die Power der Veränderung hat begonnen und die gute alte Dampflok wird durch die e-Lokomotive abgelöst.
Bitte informiert alle Freunde und Bekannte und helft diese zukunftsweisenden Projekte ins Leben zu rufen, um unsere Zukunft sauberer zu gestalten.