Es war vier Monate vor der Tutzinger Fischerhochzeit im Juli dieses Jahres: Am 17. März beschloss der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung die Verleihung des Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreises an den Verein zur Förderung der Fischerhochzeit. Bekanntgegeben wurde dies weitere fast drei Monate später - am Dienstag dieser Woche in der Gemeinderatssitzung.
Dass es den Förderverein überhaupt gibt, ist Hubert Hupfauf zu verdanken. Der langjährige Gemeinderat, Vizebürgermeister und Kulturreferent hatte 1995 die Idee dazu. Wegen der hohen Kosten der Traditionsveranstaltung war damals diskutiert worden, wie es mit ihr weitergehen könne. Hupfauf sah im Verein eine Möglichkeit, die Finanzierung auf mehr Schultern zu verteilen. Fast drei Jahrzehnte lang führte er ihn, bis er 2022 im Alter von 85 Jahren den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgab. Sein Ziel sei es immer gewesen, Gutes zu tun, fröhlich zu sein und die Spatzen pfeifen zu lassen, sagte er damals in Anlehnung an den Ordensgründer Don Bosco.
Die Bilanz kann sich sehen lassen. Allein für die Fischerhochzeiten 1997, 2001, 2006, 2011 und 2017 steuerte der Verein Zuschüsse von insgesamt rund 100 000 Euro bei. Hinzu kamen wichtige Anschaffungen: eine ungarische Jagdkutsche, Biedermeier-Kleider und Säbel für die Soldaten. Auch für die Reparatur der Fischerboote, die beim Spiel eine zentrale Rolle spielen, hat er gesorgt.
Wie es in diesem Jahr genau aussieht, ist öffentlich noch nicht bekannt. Auf jeden Fall hat der Verein wesentlich zum Erfolg der diesjährigen Fischerhochzeit beigetragen – sowohl finanziell als auch durch engagierte Mitwirkung. Allein mit einer Crowdfunding-Aktion über die Münchner Bank, die bei jeder Spende ab fünf Euro zehn Euro drauflegte, übertraf er sein Ziel von 5000 Euro deutlich und sammelte mehr als 6400 Euro. Für den Vereinsvorsitzenden Florian Schotter steht fest, dass bürgerschaftliche Unterstützung wichtig ist: „Angesichts der finanziellen Haushaltslage kann es die Gemeinde nicht allein stemmen.“ Trotz vieler Spenden gilt ein Defizit der diesjährigen Fischerhochzeit als sicher, für das die Gemeinde aufkommen muss. Die genauen Zahlen stehen noch aus.
Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis
Die Gemeinde Tutzing verleiht seit 2007 jährlich einen Kulturpreis, der ebenfalls einem mit Tutzing verbundenen bedeutenden Mann gewidmet ist: dem Kunsthistoriker, Kritiker, Schriftsteller und Übersetzer Wilhelm Hausenstein (1882 – 1957), der von 1932 bis 1949 mit seiner Familie in Tutzing lebte. Der Kulturpreis unserer Gemeinde hält die Erinnerung an Wilhelm Hausenstein wach in Würdigung seiner kulturellen und kulturpolitischen Verdienste.
Preisträger 2025 - Musik- und Kulturverein Traubing (MKV)
Preisträger 2024 - Tanzstudio Tutzing
Preisträger 2023 - Museumsschiff-Verein "Tutzing"
Preisträger 2022 - Musikfreunde Tutzing
Preisträger 2019 - Tutzinger Nachrichten
Preisträger 2018 - Helene von Rechenberg
Preisträger 2016 - Freundeskreis Tutzinger Brahmstage
Preisträger 2015 - Tutzinger Gilde
Preisträger 2014 - KurTheater Tutzing
Preisträger 2013 - Fotogruppe Traubing
Preisträger 2012 - KulturForum des Roncallihauses
Preisträger 2010 - Harald Kuhn
Preisträger 2009 - Sigrid Wever
Preisträger 2008 - Albrecht Steinert
Preisträger 2007 - Gert Wilden
Quelle: Gemeinde Tutzing / vorOrt.news
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