Brauchtum
26.10.2026
Von vorOrt.news

„Eine unserer wertvollsten Traditionen“

Gemeinde Tutzing verleiht Hausenstein-Kulturpreis an Verein zur Förderung der Fischerhochzeit

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Gute Laune herrschte bei der feierlichen Prreisverleihung © Gemeinde Tutzing

Die Gemeinde Tutzing hat den Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis 2026 an den Verein zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing e.V. verliehen. Die mit .000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen einer Feierstunde überreicht, an der unter anderem Mitglieder des Gemeinderates, des Kuratoriums für den Hausensteinpreis sowie zahlreiche Gäste teilnahmen.

Das Kuratorium entschied sich einstimmig für den Verein. Gewürdigt wird das langjährige Engagement für die Tutzinger Fischerhochzeit: Seit 1995 unterstützt der Verein das Traditionsfest materiell, planerisch und durch aktive Mitarbeit im Kuratorium. Besondere Bedeutung kommt der diesjährigen Wiederaufführung zu – nach neun Jahren Pause fand die Fischerhochzeit 2026 wieder statt, was ohne den Einsatz des Vereins nicht möglich gewesen wäre.

„Mit dem Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis würdigt die Gemeinde Ihre Leistung und Ihr Engagement für die Bewahrung und lebendige Weiterentwicklung einer unserer wertvollsten Traditione“, sagte Bürgermeister Ludwig Horn zu den Vereinsmitgliedern: „Möge dieser Preis Anerkennung und zugleich Ansporn sein – für alles, was Sie für Tutzing und seine kulturelle Identität leisten.“ Die Fischerhochzeit erzählt die Geschichte der Hochzeit des Bauernsohns Michael Gröber mit Veronika Bierbichler im Jahr 1812 und wird traditionell alle fünf Jahre aufgeführt. Mit geschmückten Ruderbooten, Umzügen, Trachtenvereinen und Musikkapellen gestalten die Tutzingerinnen und Tutzinger das Fest selbst. Im Juli 2026 zog die Veranstaltung rund 10.000 Besucherinnen und Besucher an und gilt als identitätsstiftendes Ereignis sowie wichtiger Faktor für den regionalen Tourismus.

Der seit 2007 vergebene Hausenstein-Kulturpreis ist nach dem Kunsthistoriker, Schriftsteller und Übersetzer Wilhelm Hausenstein benannt, der viele Jahre in Tutzing lebte. Die Gemeinde dankte in der Verleihungsrede ausdrücklich allen Beteiligten – Vereinsmitgliedern, Akteurinnen und Akteuren sowie Organisatorinnen und Organisatoren – für ihren langjährigen Einsatz und verband mit der Auszeichnung die Hoffnung, dass die Tradition auch künftig fortgeführt wird.

Ansprache von Bürgermeister Ludwig Horn

Offenheit, kulturelle Vielfalt und humanistische Werte

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freundinnen und Freunde des Vereins zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing e.V.,
lieber Florian Schotter,
sehr geehrte anwesende Mitglieder des Gemeinderates,
sehr geehrte Mitglieder des Kuratoriums für den Hausensteinpreis,
liebe Gäste,

es ist mir eine große Freude, heute den Hausenstein-Kulturpreis 2026 der Gemeinde Tutzing an den Verein zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing e.V. zu verleihen.

Seit 2007 vergibt die Gemeinde diesen Preis, benannt nach Wilhelm Hausenstein – einem bedeutenden Kunsthistoriker, Schriftsteller und Übersetzer, der viele Jahre in Tutzing lebte. Hausenstein steht für Offenheit, kulturelle Vielfalt und humanistische Werte. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis würdigt besondere Leistungen, die unser kulturelles Leben bereichern und unsere Gemeinschaft stärken.

Heute verleihe ich diesen Preis einem Verein, der genau das dieses Jahr auf besonders eindrucksvoll Art und Weise gezeigt und vorgelebt hat: dem Verein zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing. Das Gremium hat einstimmig entschieden – und die Gründe sind so eindrucksvoll wie die Sache selbst.

Seit 1995 unterstützt der Verein die traditionelle Tutzinger Fischerhochzeit – materiell, planerisch und mit aktiver Mitarbeit im Kuratorium. Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und vor allem durch kontinuierliches, jahrzehntelanges Engagement trägt er entscheidend dazu bei, dass das wichtigste kulturelle Volksfest unserer Gemeinde lebendig bleibt. In diesem Jahr wurde die Fischerhochzeit zum ersten Mal seit neun Jahren wieder aufgeführt – eine Wiederbelebung, die ohne das beharrliche Engagement dieses Vereins schlicht nicht möglich gewesen wäre.

Die Tutzinger Fischerhochzeit ist ein einzigartiges Historienspektakel. Sie erzählt die Geschichte der Hochzeit des Bauernsohns Michael Gröber mit Veronika Bierbichler im Jahr 1812 und wird traditionell alle fünf Jahre aufgeführt. Für Tutzing ist dieses Fest weit mehr als ein kulturelles Ereignis – es ist identitätsstiftend. Es macht unseren Ort zu etwas Besonderem am Starnberger See. Nur wenige Gemeinden können auf ein derart authentisches und lebendiges Traditionsfest zurückblicken, das die historischen Wurzeln eines Ortes so eindrucksvoll widerspiegelt.

Ich denke wir haben die Bilder aus dem Juli alle noch vor Augen:
Geschmückte Ruderboote, festliche Umzüge, Trachtenvereine und Musikkapellen – all das gestaltet von Tutzingerinnen und Tutzingern selbst. Mit rund 10.000 Besucherinnen und Besuchern aus ganz Bayern – allein am Festsonntag! – entfaltet die Fischerhochzeit eine Strahlkraft weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus. Sie ist ein Leuchtturmprojekt kultureller Teilhabe, das Generationen und zahlreiche örtliche Vereine aktiv zusammenbringt. Und sie stärkt gleichzeitig den regionalen Tourismus auf beispielhafte Weise.

Kulturelle Traditionen wie diese sind kein Selbstläufer. Sie leben von Menschen, die bereit sind, über Jahre und Jahrzehnte hinweg Verantwortung zu übernehmen, auch dann, wenn der große Auftritt erst alle fünf oder neun Jahre stattfindet. Der Verein zur Förderung der Fischerhochzeit steht genau dafür: für die stille, beharrliche Arbeit im Hintergrund, die am Ende ein ganzes Fest – und ein Stück Tutzinger Identität – möglich macht.

Mein besonderer Dank gilt allen, die das möglich machen:
den Mitgliedern des Vereins, den Akteurinnen und Akteuren auf den Booten und in den Umzügen, den Trachtenvereinen und Musikkapellen, sowie allen Vorständen und Organisatorinnen und Organisatoren, die mit Ausdauer, Herzblut und Weitblick dieses einzigartige Kulturgut am Leben erhalten.

Liebe Mitglieder des Vereins zur Förderung der Fischerhochzeit in Tutzing,
mit dem Wilhelm-Hausenstein-Kulturpreis würdigt die Gemeinde Ihre Leistung und Ihr Engagement für die Bewahrung und lebendige Weiterentwicklung einer unserer wertvollsten Traditionen. Möge dieser Preis Anerkennung und zugleich Ansporn sein – für alles, was Sie für Tutzing und seine kulturelle Identität leisten.

Ich wünsche Ihnen weiterhin Freude, Zusammenhalt und Erfolg. Die Fischerhochzeit 2026 wird allen Tutzingerinnen und Tutzingern und allen Besuchern noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Ich hoffe sehr, dass ihr noch viele weitere Fischerhochzeiten folgen!

Herzlichen Glückwunsch zum Hausenstein-Kulturpreis 2026 – und vielen Dank für alles, was Sie zu unserer kulturellen Heimat beitragen.

Danke!

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