Brauchtum
26.1.2026
Von vorOrt.news

Tutzing mitten im Berliner Messetrubel

Eine Delegation aus unserer Gemeinde hat auf der „Grünen Woche“ für die Fischerhochzeit geworben

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Auf dem Weg nach Berlin: Die Tutzinger Delegation mit Bürgermeister Ludwig Horn (3.v.l.)

Die Fischerhochzeit in Berlin: Das historische Volksfest vom Starnberger See ist auf der „Grünen Woche“ in der deutschen Hauptstadt präsentiert worden. Die Gemeinde Tutzing war mit einer Delegation in Berlin zu Besuch, um die im Juli dieses Jahres stattfindende Veranstaltung auf der „größten Kulinarik- und Tourismusmesse der Welt“ vorzustellen, deren 100-jähriges Bestehen gefeiert wird.

In der Vielfalt der Angebote auf so einer Messe aufzufallen, ist nicht leicht. Etwa 1600 Aussteller aus mehr als 50 Ländern versuchten auf der Grünen Woche Aufmerksamkeit zu erregen, ergänzend fanden rund 300 Fachkonferenzen statt. Auch der Besuch zahlreicher Politiker zog Interesse der knapp 350 000 Besucher auf sich. Von denen schienen viele ohnehin mehr Lust auf Nahrung als auf Informationen zu haben: An einigen Ständen sollen manche Produkte schnell ausverkauft gewesen sein.

Die Tutzinger geben sich aber überzeugt, dass es ihnen gelungen ist, die „einzigartige Tradition als Beispiel für gelebte Dorfgemeinschaft und authentische bayerische Kultur zu präsentieren und weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt zu machen“. Dazu diente unter anderem ein Auftritt in der Bayernhalle, dem vom Landwirtschaftsministerium zusammen mit 80 Ausstellern und anderen Partnern organisierten Bayern-Auftritt auf der Grünen Woche.

Auftritt in der "Bayernhalle"

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Die Tutzinger Gilde vor dem Brandenburger Tor © Fotos: Gemeinde Tutzing

Anderthalb Stunden lang haben die Tutzinger bei dieser Gelegenheit "die Atmosphäre der Fischerhochzeit nach Berlin" gebracht. Viele aus Tutzing haben sich dabei engagiert, darunter Mitglieder der Tutzinger Gilde mit ihrer Tanzgruppe in historischen Gewändern. Das Bläserensemble „Würmsee-Böhmische“ war ebenso dabei wie der Tutzinger Veranstaltungsverein, der im Juli rund um die Fischerhochzeit eine ganze Festwoche organisieren wird.

Am Abend des selben Tages waren die Tutzinger auf dem Kurfürstendamm, um ihre Kultur auch außerhalb der Messehallen zu präsentieren. Neben der kulturellen Präsentation nutzt die Delegation ihren Aufenthalt in Berlin auch für politische Bildung: Zum Programm gehörte am Samstag ein informativer Besuch im Regierungsviertel mit Besichtigung von Bundestag und Bundeskanzleramt.

Zusätzliche Unterstützung gab es von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusförderung (gwt) in Starnberg, die mit Flyern ihrer Regionsmarke „StarnbergAmmersee“ auf der Grünen Woche die gesamte Region als attraktives Reiseziel bewaerb. Auch die traditionsreiche Andechser Brauerei stand als Partner zur Seite und unterstrich die Verbundenheit zur bayerischen Fest- und Braukultur.

„Die Besonderheit der Tutzinger Fischerhochzeit liegt in ihrer Authentizität“, betont die Gemeinde. Alle Mitwirkenden – vom Brautpaar bis zum kleinsten Statisten – stammten aus Tutzing und verliehen dem Fest „seine unverwechselbare Echtheit“. In einer Pressmitteilung wurde darauf hingewiesen, dass das historische Festspiel, das 1929 erstmals aufgeführt wurde und seit 1975 in regelmäßigen Abständen gefeiert werde, zu den traditionsreichsten Volksfesten Oberbayerns gehöre. Erzählt würden die Heimkehr des Bauernsohns Michael Gröber aus Napoleons Russlandfeldzug im Jahr 1812 sowie seine Hochzeit mit Veronika Bierbichler, der Tochter einer Fischerfamilie vom anderen Seeufer. Die Veranstaltung werde von Vereinen, Betrieben und Familien gemeinsam getragen und stehe für gelebtes Brauchtum ohne kommerzielle Überfrachtung.

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