Dr. Martin Held ist für sein jahrzehntelanges Engagement im Umwelt- und Klimaschutz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung des Landes. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat die Auszeichnung im Namen des Bundespräsidenten im Tutzinger Ortsmuseum überreicht. Glauber würdigte den Ordensträger als „Pionier einer neuen Wirtschaftsordnung, die ökologische und soziale Gerechtigkeit verbindet.“
Der Bundesverdienstorden wird für außergewöhnliche Leistungen um das Gemeinwohl verliehen. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden.
Held, promovierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, kam 1984 als Studienleiter an die Evangelische Akademie Tutzing und prägte über 31 Jahre die Themenbereiche Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung. „Eine beeindruckend lange Zeit bei einer der bedeutendsten Denkwerkstätten in Deutschland“, kommentierte Minister Glauber in seiner Laudatio. Im Ruhestand setzt Held sein Engagement als freier Mitarbeiter fort.
Nach Angaben der Akademie hat Held mehr als 400 Tagungen und Praxisprojekte initiiert. Bereits 1988 habe er mit der „Tutzinger Erklärung zur umweltorientierten Unternehmenspolitik“ Maßstäbe für die Wirtschaft gesetzt. Akademiedirektor Udo Hahn verwies darauf, dass Held als freier Mitarbeiter der Akademie bis heute vielen Impulsen Nachdruck verleihe, die sich mit seiner innovativen Arbeit auf dem Feld der Ökologie verbänden. Tutzings Bürgermeister Ludwig Horn sagte: „Es ist für uns als kleine Gemeinde etwas ganz Besonderes, dass ein solch engagierter Bürger in unserer Mitte lebt und arbeitet.“ Held selbst gab den Dank an seine Mitstreiter und die Akademie weiter: „Die Auszeichnung ist eine Würdigung der Themen, für die ich aktiv bin, eine Ehre für die Akademie und die Netzwerke, mit denen ich zur sozial-ökologischen Transformation zusammenarbeite.“
Die Initiativen von Held haben nach Überzeugung der Evangelischen Akademie weit über die hiesige Region hinaus gewirkt. Neben seiner Mitgliedschaft in der Bundestags-Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ (1992–1994) hätten seine Tagungen „sensible politische Gespräche“ ermöglicht, unter anderem zu der in der ersten Hälfte der 1980er Jahre geplanten Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. „Eine besondere Bedeutung hatten auch Ihre Kooperationen mit japanischen Umweltinitiativen, vor allem nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima“, betonte Glauber. Hervorgehoben wurde aber auch Helds großes lokales Engagement. So habe er mit der Initiative „Tutzing klimaneutral 2035“ bewiesen, wie sich globaler Klimaschutz in kommunales Handeln übersetzen lasse.
„Lieber Herr Dr. Held, unser Land kann dankbar für jemanden wie Sie sein“, folgerte Minister Glauber: „Für einen Pionier einer neuen Wirtschaftsordnung, die ökologische und soziale Gerechtigkeit verbindet.“
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