Von Benjamin Kessel

Zahlen, Holz und Waldgeschichten

Ein Tutzinger verbindet seine Leidenschaften in der Blumenstraße auf ungewöhnliche Weise

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Benjamin Kessel verbindet in Tutzing gleich mehrere berufliche Leidenschaften miteinander

Wer die Blumenstraße Tutzinger Ortsteil Kampberg entlanggeht, vermutet hinter einer unscheinbaren Tür zunächst kaum, dass hier täglich an ganz unterschiedlichen Lebenswegen gearbeitet wird. Doch genau das passiert in der Praxis von Benjamin Kessel, der in Tutzing gleich mehrere berufliche Leidenschaften miteinander verbindet.

Sein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern, die Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen haben. In seiner Praxis begleitet er Schülerinnen und Schüler mit Dyskalkulie, also einer ausgeprägten Rechenschwäche, oft über einen längeren Zeitraum. Dabei setzt er auf individuelle Förderung statt standardisierter Methoden. „Jedes Kind bringt seine eigene Geschichte mit“, sagt er. „Und genau so individuell muss auch der Weg zum Verständnis sein.“

Sein Ansatz kommt nicht von ungefähr: Zehn Jahre lang war er als Montessori-Lehrer tätig. In dieser Zeit entwickelte er ein tiefes Verständnis dafür, wie Kinder lernen und vor allem, wie unterschiedlich Lernen verlaufen kann. Diese Erfahrung prägt bis heute seine Arbeit. „Es geht nicht darum, Stoff durchzubringen, sondern darum, Zugang zu schaffen“, beschreibt er seine Haltung.

Die Förderung geht dabei über das reine Rechnen hinaus. Es geht um Selbstvertrauen, um den Umgang mit Frust und darum, wieder Zugang zu einem Fach zu finden, das viele früh als „unlösbar“ abstempeln. Mit anschaulichen Materialien und einem ruhigen, wertschätzenden Ansatz entstehen so oft kleine, aber entscheidende Fortschritte.

Podcasts für Kinder schaffen Zugang zu Biologie

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Bella Wildherz erlebt Abenteuer im Wald und vermitelt dabei spielerisch Wissen über Natur und Zusammenhänge

Doch der Tutzinger beschränkt sich nicht auf die pädagogische Arbeit.

Neben der therapeutischen Arbeit betreibt der Tutzinger auch eine kleine Holzmanufaktur. Hier entstehen in sorgfältiger Handarbeit Produkte aus Holz, ein bewusster Gegenpol zur oft kopflastigen Arbeit in der Praxis. „Das Handwerk erdet mich“, erklärt er. „Es ist schön, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.“

Ein drittes Projekt führt schließlich wieder zurück zur Natur und verbindet gleichzeitig seine pädagogische Erfahrung mit seiner Begeisterung für Biologie. Unter dem Titel „Bella Wildherz“ produziert er einen kostenlosen Podcast für Kinder. Im Mittelpunkt steht die junge Figur Bella Wildherz, die Abenteuer im Wald erlebt und dabei spielerisch Wissen über Natur und Zusammenhänge vermittelt.

Die Idee dahinter: Kindern einen Zugang zur Biologie zu eröffnen, der neugierig macht statt zu belehren. Geschichten, die unterhalten und gleichzeitig Wissen transportieren, ganz im Sinne eines Lernens, das sich natürlich entwickelt.

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Mathematik, Pädagogik, Handwerk und Natur: Ganz unterschiedliche Bereiche greifen bei Benjamin Kessel ineinander

In Tutzing ist vieles persönlicher

So vereint Benjamin Kessel heute das, was ihn schon lange begleitet und begeistert: Mathematik, Pädagogik, Handwerk und Natur. Unterschiedliche Bereiche, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, in seinem Alltag jedoch ineinandergreifen.

Dass all das in Tutzing entsteht, sieht er nicht als Zufall. „Hier ist vieles persönlicher“, sagt er. „Und genau das passt zu dem, was ich mache.“

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Benjamin Kessel

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